
Drei Einheiten innerhalb des aufsichtsrechtlichen Konglomerats von Entrepay wurden in außergerichtliche Liquidation durch die brasilianische Zentralbank am Freitag geschickt: Octa Sociedade de Crédito Direto SA, Acqio Adquiración Instituição de Pagamento SA und Entrepay Instituição de Pagamento SA.
Der Regulator erklärte in einer Stellungnahme, die Entscheidung sei durch die geschwächte finanzielle und wirtschaftliche Lage des führenden Instituts des Konglomerats sowie durch Verstöße gegen Vorschriften, die dessen Geschäftstätigkeit regeln, bedingt gewesen. Er hob zudem Verluste hervor, die Gläubiger einem „abnormalen Risiko“ aussetzten.
Die Maßnahme stellt die Institute unter ein außergerichtliches Liquidationsverfahren unter Aufsicht der Zentralbank.
Der Regulator betonte, dass er weiterhin alle rechtlichen Instrumente nutzen werde, um Verantwortlichkeiten in der Angelegenheit zu untersuchen.
Gemäß den anwendbaren Rechtsvorschriften können die Ergebnisse dieser Untersuchungen nach Angaben der Stellungnahme zu administrativen Sanktionen und zu Verweisen an die zuständigen Behörden führen.
Außerdem ordnete die Zentralbank die Einfrierung von Vermögenswerten mehrerer aktueller und ehemaliger Direktoren der liquidierten Institute an.
Kleiner Fußabdruck im brasilianischen Finanzsystem
Das Entrepay-Konglomerat ist gemäß Segment 4 (S4) des brasilianischen aufsichtsrechtlichen Rahmens als kleines Institut eingestuft.
Stand Dezember 2025 entfielen auf das Konglomerat etwa 0,009 % der Gesamtaktiva des National Financial System (SFN).
Die Zentralbank stellte fest, dass die liquidierten Institute trotz ihrer geringen Größe keine Finanzierungsinstrumente mit Deckung durch den Kreditgarantiefonds (FGC) haben, sodass ein solcher Schutz in diesem Fall nicht greift.
Cassio Haig Vartanian, ein ehemaliger Mitarbeiter, wurde von der Zentralbank zum Liquidator ernannt, der für die Verwaltung des Prozesses verantwortlich ist.
Der Regulator erklärte, Vartanian habe zuvor als stellvertretender Liquidator bei Companhia Hipotecção Brasileira (CHB) fungiert.
Konzern: Abwicklung der Geschäfte bereits im Gange
Nach der Veröffentlichung am Freitag teilte Grupo Entre in einer separaten Erklärung gegenüber lokalen Medien mit, es sei über die Entscheidung der Zentralbank informiert worden, Entrepay Instituição de Pagamento, Acqio Adquiración und Octa Sociedade de Crédito Direto zu liquidieren.
Die Gruppe erklärte, sie habe bereits einen strukturierten Prozess zur Abwicklung dieser Geschäftsbereiche eingeleitet.
Dieser Schritt, der einen reibungslosen Übergang sichern soll, sei Teil einer umfassenderen strategischen Überprüfung des Geschäftsportfolios gewesen.
Nach Angaben von Grupo Entre verfolgte der Prozess zudem das Ziel, bestehende Verpflichtungen zu erfüllen und die operative Kontinuität während der Übergangszeit aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen machte keine weiteren Angaben zum Umfang oder Zeitplan der Umstrukturierung.
Zusammenarbeit mit Behörden und Fortführung des Geschäfts
Grupo Entre bekräftigte seine Bereitschaft, uneingeschränkt mit den Behörden zusammenzuarbeiten und alle notwendigen Klarstellungen im Verlauf des Liquidationsprozesses zu liefern.
Die Gruppe sagte, sie werde die Entwicklungen weiterhin über die geeigneten institutionellen Kanäle verfolgen.
Als Priorität nannte sie die Minderung der Auswirkungen auf Kunden, Partner und andere Interessengruppen im Verlauf des Prozesses.
Das Unternehmen wies außerdem darauf hin, dass es über weitere Geschäftsbereiche verfügt, die trotz der Liquidation der drei mit Entrepay verbundenen Einheiten normal weiterbetrieben werden.
Die Zentralbank wiederholte, dass sie die Untersuchungen zu den Umständen des Falls fortführen werde, und signalisierte, dass je nach Ergebnis weitere administrative oder rechtliche Konsequenzen folgen könnten.
The post Brasilien ordnet Liquidation von Entrepay-Einheiten wegen erheblicher Gläubigerrisiken appeared first on Invezz