Donald Trump sitzt an einem formellen Besprechungstisch in einem dunklen Anzug und roter Krawatte, mit US-Flaggen unscharf im Hintergrund.

Die Bombardier-Aktie wird unter Druck geraten, wenn die Märkte nach dem verlängerten Wochenende wieder öffnen, da Anleger auf die neue Drohung von Präsident Donald Trump reagieren. Dies geschieht zu einer Zeit, in der das Papier nach einem Rückgang um 27 % vom diesjährigen Höchststand weiterhin in einem Bärenmarkt steckt. Dennoch gibt es mehrere Gründe, weshalb Trumps Drohung keine gravierenden Auswirkungen auf das Unternehmen haben dürfte.

Präsident Trump kann Bombardier nicht einfach verbieten

In einem Truth Social-Beitrag am Montag kündigte Präsident Trump an, dass die USA den Verkauf der Jets von Bombardier in den Vereinigten Staaten verhindern werden, da der Handelsstreit mit Kanada eskaliert ist. 

Trump führte an, dass Kanada den Vereinigten Staaten gegenüber unfair sei und wiederholte seine Behauptung über das große Handelsdefizit, das die USA mit dem Land haben. Er merkte außerdem an, dass Kanada die Zulassung von Gulfstream verzögert habe. 

Trump hatte recht damit, dass die USA der größte Markt für Bombardier sind, und ein Verbot hätte erhebliche Auswirkungen auf das Geschäft.

Die Frage ist jedoch, ob Trump seine präsidialen Befugnisse nutzen kann, um Bombardier vom Verkauf seiner Flugzeuge in den USA auszuschließen. Zum einen hat die FAA bereits alle Bombardier-Flugzeuge zertifiziert, die in den USA verkauft werden. Außerdem entsprechen die Flugzeuge dem USMCA-Abkommen, das Trump in seiner ersten Amtszeit ausgehandelt hat. USMCA wurde vom Senat verabschiedet und in Kraft gesetzt, was bedeutet, dass er für ein Verbot die Zustimmung des Kongresses bräuchte. 

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Am wichtigsten ist, dass Bombardier im Falle eines Verbots den Rechtsweg nutzen könnte, um dieses aufzuheben. Trump hat bereits vor dem Supreme Court deutliche Niederlagen erlitten, unter anderem in Fragen der Zölle. 

Zudem würde Kanada mit einem Verbot US-amerikanischer Jets von Unternehmen wie Boeing und Gulfstream reagieren, wobei Gulfstream zu General Dynamics gehört. 

Bombardier hat eine große Präsenz in den USA und bezieht US-Teile

Wesentlich ist, dass Bombardier in den Vereinigten Staaten stark vertreten ist und dort über mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt. Es bezieht zudem viele Zulieferteile von US-Lieferanten, die Schaden nehmen würden, sollte das Geschäft zurückgehen. 

Das Unternehmen setzt Triebwerke von Herstellern wie Pratt & Whitney, GE Aerospace und Honeywell ein. Alle diese Unternehmen sind US-amerikanisch. Zudem verwendet es Produkte von Firmen wie Collins Aerospace, Parker Hannifin, TransDigm Group, RTX und Parker Aerospace.

Ein Verbot von Bombardier hätte somit erhebliche Auswirkungen auf US-Geschäfte, was die Möglichkeit eines sogenannten TACO-Moments erhöht. TACO steht für ‚Trump Always Chickens Out‘.

Der jüngste Ergebnisbericht zeigte, dass Bombardiers Geschäft weiterhin stetig wuchs. Der Umsatz stieg von $2.03 Milliarden im zweiten Quartal des Vorjahres auf $2.15 Milliarden im zweiten Quartal dieses Jahres. Der Großteil dieses Umsatzes stammt aus dem Fertigungssegment, gefolgt vom Servicebereich.

Auch die Gewinne setzten ihren Anstieg fort: Das bereinigte EBITDA stieg im gleichen Zeitraum von $297 Millionen auf $325 Millionen.

Analyse des Bombardier-Aktienkurses

Bombardier-Aktie

Bombardier-Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tageschart zeigt, dass der Bombardier-Aktienkurs in den vergangenen Wochen in einem Bärenmarkt verharrt hat. Er fiel von einem Hoch von $378 im Juli auf aktuell $311.90. Er bewegte sich unter die untere Begrenzung des aufsteigenden Kanals. 

Die Aktie liegt zudem weiterhin unter dem 50-Tage-Durchschnitt sowie unter dem Major S/R-Pivotpunkt der Murrey Math Lines. Blickt man voraus, wird die Aktie wahrscheinlich wieder unter Druck geraten, wenn Anleger auf Trumps Drohung reagieren. Anschließend dürfte sie wieder anziehen, möglicherweise bis zum starken Pivot-Reverse-Niveau von $343, sobald die Ängste nachlassen.

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