bofa says european stocks are headed for crash

Europa-fokussierte Fonds verzeichneten allein in der vergangenen Woche Abflüsse von mehr als 1,5 Milliarden USD (ca. 1,3 Milliarden €), womit sich die Abflüsse nun bereits in der fünften Woche in Folge halten.

Da der STOXX Europe 600 bei etwa dem 13,5‑fachen des erwarteten Gewinns (forward) gehandelt wird und trotz eines historischen Abschlags gegenüber US-Märkten keine Käufer anzieht, überdenken Anleger die Aktien-Risikoprämie der Region.

BofAs bärische Einschätzung für europäische Aktien

Die BofA schlug Alarm für regionale Aktien, vor allem wegen eines Einbruchs ihres European Momentum Conviction Indicator (MCI) – einem proprietären Maß, das die zugrunde liegende Stärke der jüngsten Kursentwicklung erfasst und die künftige Richtung prognostiziert.

Laut den von Paulina Strzelinska geführten Strategen der BofA liegt der MCI derzeit bei „alarmierenden“ 17 und damit deutlich innerhalb der kritischen Gefahrenzone unterhalb der Schwelle von 30.

Historisch gesehen sagt ein Wert auf oder unter diesem Niveau ein erhöhtes Risiko eines 12‑monatigen Momentum-Crashs innerhalb eines engen Zeitfensters von vier bis acht Wochen voraus.

Wichtig ist, dass das Signal von allen drei Haupteingaben des Indikators getrieben wird: einem Anstieg der impliziten Volatilität, unsteter Momentum-Volatilität und einem erhöhten Risiko einer Trendwende.

Momentum ist ein entscheidender Faktor für Machine-Learning- und quantitative Fonds, die stark auf diese präzisen Signale zur Modellierung von Anlagestrategien und zur Festlegung von Portfoliogrößen angewiesen sind.

Wenn diese Signale ausfallen, sind systematische Fonds gezwungen, Positionen glattzustellen, was häufig algorithmischen Verkaufsdruck auslöst, der fundamentale Käufer überfordern kann.

Auch die Fundamentaldaten sprechen nicht für EU-Aktien

Der aktuelle technische Rückschlag deutet unmittelbar auf ein volatilitätsgetriebenes Risiko eines Regimewechsels hin, begleitet von Anzeichen einer raschen Trendbeschleunigung.

Obwohl Strzelinska feststellt, dass sich das Umfeld noch nicht in einer „voll ausgebildeten Momentum-Blase“ befindet, deuten die Daten darauf hin, dass quantitative Modelle ihre Europa-Exponierung reduzieren.

Diese technische Verwundbarkeit wird durch ein ungünstiges fundamentales Umfeld auf dem gesamten Kontinent verschärft.

Die Gewinnprognosen europäischer Unternehmen bleiben auffallend schleppend: Das jährliche Wachstum des Gewinns je Aktie (EPS) für den STOXX 600 wird für dieses Jahr mit lediglich rund 4,5 % prognostiziert. 

Ohne das „schnelle Wachstum“, das im US-Tech-Sektor beobachtet wird, fehlt europäischen Aktien die fundamentale Basis, um einem anhaltenden algorithmischen Ausverkauf standzuhalten.

Dieses Zusammentreffen aus zusammenbrechendem Momentum und stagnierendem Unternehmenswachstum schafft ein fragiles Umfeld und macht Risikoanlagen in besonderem Maße anfällig für negative makroökonomische Auslöser.

Nervosität am Anleihemarkt verschärft die Lage

Die Warnung der BofA spiegelt eine breitere Besorgnis an den Kapitalmärkten wider, da Anleger eine unmittelbar bevorstehende Korrektur befürchten.

Hauptursache dieser Unruhe ist die zunehmend nicht nachhaltige Divergenz zwischen Anleiherenditen und Aktienmarktpreisen.

Neil Birrell, Chief Investment Officer bei Premier Miton Investors, betonte die derzeit stark widersprüchlichen Signale zwischen festverzinslichen Wertpapieren und Aktien.

Indem er diese „auseinanderlaufenden Ansichten“ zum makroökonomischen Umfeld hervorhebt, argumentiert Birrell, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis die jüngste ausgeprägte Volatilität am Anleihemarkt direkt auf die Aktien übergreift.

Da Kapital bereits zurückweicht und wichtige technische Unterstützungen brüchig werden, erscheinen europäische Aktien deutlich anfällig für eine starke und schnelle Neubewertung.

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