Der Boeing-Aktienkurs hat sich in den letzten Wochen erholt und ist von einem Tief von $187 auf $210 gestiegen.

Dieser Trend könnte anhalten, da das Unternehmen vor bedeutenden Katalysatoren steht, darunter mögliche Aufträge aus Iran und China. 

Mögliche Aufträge aus Iran und China 

Die Boeing-Aktie könnte ein Hauptnutznießer eines möglichen Abkommens zwischen den USA und Iran werden.

Ein wichtiger Katalysator für die Aktie ist die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Iran primäre und sekundäre Zollbefreiungen von den USA anstreben wird – ein Schritt, der Milliarden an Mitteln freisetzen würde.

Um ein mögliches Abkommen mit den USA attraktiver zu machen, könnte Iran große Käufe von Boeing-Flugzeugen anbieten, wie nach der Unterzeichnung des JCPOA-Abkommens unter Obama.

Damals bestellte Iran Air 80 Flugzeuge im Wert von über $16 Milliarden, während Iran Aseman einen Auftrag im Wert von knapp $20 Milliarden platzierte.

Diese Aufträge wurden nicht erfüllt, nachdem Präsident Donald Trump das Atomabkommen mit Iran verlassen und Sanktionen wieder eingeführt hatte.

Sollte es ihm gelingen, ein Abkommen zu vermitteln, besteht die Möglichkeit, dass Iran eine große Bestellung aufgibt, von der Boeing und General Electric – der Hersteller der meisten seiner Triebwerke – profitieren würden.

Der zweite Hauptkatalysator für den Boeing-Aktienkurs ist, dass ein Waffenstillstand Trump die Tür zu einer China-Reise im Mai dieses Jahres öffnen würde.

Wie wir zuvor geschrieben haben, planen chinesische Fluggesellschaften, die seit Jahren keine Bestellungen bei Boeing aufgegeben haben, den Kauf von bis zu 500 Flugzeugen im Wert von mehreren Milliarden Dollar. 

Chinesische und iranische Aufträge werden wahrscheinlich dazu beitragen, den Auftragsrückstand zwischen Boeing und Airbus zu verringern.

In den jüngsten Ergebnissen gab Boeing an, einen Auftragsbestand von 6.735 Flugzeugen zu haben, während Airbus 8.770 verzeichnete.

Gleichzeitig dürfte ein vollständiger Waffenstillstand Boeing bei seinen Margen helfen, da die Preise wichtiger Rohstoffe wie Aluminium und Stahl fallen würden.

Boeings Geschäft hat sich deutlich verbessert 

Ein weiterer wichtiger Katalysator für den Boeing-Aktienkurs ist, dass sich das Geschäft in den letzten zwei Jahren deutlich verbessert hat.

Das wichtigste ist, dass seine Flugzeuge sicherer geworden sind – ein Umstand, der mehr Fluggesellschaften zu Bestellungen veranlassen dürfte.

Zudem erhöht das Unternehmen seine Auslieferungen. So lieferte es im vergangenen Jahr 600 Verkehrsflugzeuge aus, den höchsten Wert seit 2018, und das Management hat begonnen, die Produktion zu steigern.

Das Verteidigungsgeschäft des Unternehmens würde ebenfalls vom Konflikt mit Iran und dem Bedarf, verbrauchte Ausrüstung zu ersetzen, profitieren – insbesondere jetzt, da Trump $1.5 trillion an Verteidigungsausgaben gefordert hat. 

Das Unternehmen erhielt im 4. Quartal Aufträge im Wert von über $15 Milliarden, wodurch sich der gesamte Verteidigungsauftragsbestand auf $85 Milliarden erhöhte.

Damit zählt es zu den führenden Unternehmen des militärisch‑industriellen Komplexes, zu dem auch Namen wie Northrop Grumman, RTX und Lockheed Martin gehören.

Technische Analyse des Boeing-Aktienkurses 

Boeing-Aktienkurs

BA-Aktienchart | Quelle: TradingView

Das Tages-Chartbild sendet gemischte Signale für den BA-Aktienkurs.

Auf der negativen Seite hat sich ein Mini-Death-Cross-Muster ausgebildet, da sich der 50‑Tage- und der 100‑Tage‑EMA gekreuzt haben.

Dieses Kreuz führt häufig zu einem starken bärischen Ausbruch.

Positiv ist, dass die Aktie ein schräges Doppelbodenmuster ausgebildet hat, dessen Nackenlinie bei $254 verläuft, dem Höchststand im Januar dieses Jahres.

Daher kann die Aktie zwar in beide Richtungen ausbrechen, doch aufgrund der bedeutenden Katalysatoren besteht die Möglichkeit eines deutlichen Anstiegs in den kommenden Tagen oder Wochen. Sollte dies eintreten, könnte sie bis auf $250 steigen.

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