Nvidia (WKN: 918422) wächst seit Jahren in einer Größenordnung, die selbst für die Tech-Branche außergewöhnlich ist. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 erzielte der KI-Chipkonzern 96 Mrd. US-Dollar Umsatz und fast 60 Mrd. US-Dollar Nettogewinn. 

Das entspricht einer beeindruckenden Bruttomarge von 75 % – für einen Hardwarehersteller! Die Nettomarge lag bei rund 62 %. 

Doch was wäre, wenn Nvidia dieses Gewinnniveau mit dem nächsten großen Wachstumsschub kombinieren könnte? Obwohl Kritiker Quartal für Quartal daran zweifeln, könnte eine astronomische Zahl herauskommen.

Ja, die Antwort wäre vielmehr spektakulär: Rechnerisch wäre ein Jahresgewinn von knapp 390 Mrd. Dollar möglich. Allerdings basiert diese Rechnung auf einer entscheidenden Annahme.

Nvidia und die 406-Milliarden-Dollar-Rechnung

Beginnen wir mit den Zahlen, die bereits feststehen. Nvidia erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Umsatz von etwas über 96 Mrd. US-Dollar und einen GAAP-Nettogewinn von 59,7 Mrd. US-Dollar. 

Hochgerechnet auf vier Quartale entspricht das einer Run Rate von rund 385 Mrd. US-Dollar. Nvidia erwartet für das Geschäftsjahr 2028 nach eigener Aussage ein Umsatzwachstum von etwa 70 %. Damit würde der theoretische Umsatz auf rund 655 Mrd. US-Dollar steigen.

Und jetzt kommt der spannende Teil: Würde Nvidia diese Nettomarge von 62 % tatsächlich halten, ergäbe sich bei 655 Mrd. US-Dollar Umsatz ein Nettogewinn von rund 406 Mrd. US-Dollar.

Mathematisch ist das Szenario damit nachvollziehbar. Wirtschaftlich ist es allerdings eine ganz andere Geschichte.

Die Marge ist der entscheidende Unsicherheitsfaktor

Denn ausgerechnet bei der Profitabilität zeichnet sich bereits Gegenwind ab. Nvidia meldete im zweiten Quartal zwar eine Bruttomarge von 75 %. Wegen deutlich gestiegener Speicherpreise erwartet das Management jedoch im vierten Quartal nur noch 71 bis 72 %. Für das Geschäftsjahr 2028 werden anschließend 72 bis 73 % angepeilt.

Das ist für die 406-Milliarden-Dollar-Rechnung entscheidend. Fällt nämlich die Nettomarge beispielsweise von 62 auf 55 %, würden bei 655 Mrd. Dollar Umsatz nur noch rund 360 Mrd. US-Dollar Nettogewinn übrig bleiben. Zum Vergleich: Vor dem KI-Boom lag die Bruttomarge im mittleren 50er-Bereich, die Nettomarge im niedrigen zweistelligen Bereich.

Margen Nvidia Aktei

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Auch die Produktion könnte zum Flaschenhals werden. Nvidia erklärte ausdrücklich, dass die Lieferkette voraussichtlich mindestens bis zum Ende des Geschäftsjahres 2028 ein Engpass bleiben wird. Besonders die Verfügbarkeit von Speicher und fortschrittlicher Fertigungskapazität spielt dabei eine wichtige Rolle.

Hinzu kommt der Wettbewerb. Große Cloudanbieter investieren zunehmend in eigene KI-Chips. Das könnte langfristig Nvidias Preissetzungsmacht begrenzen und den Margendruck erhöhen.

Fazit: Die 406 Mrd. US-Dollar Gewinn sind möglich – aber wohl nicht wahrscheinlich

Die Mathematik hinter den 406 Mrd. US-Dollar ist nachvollziehbar. Eine belastbare Gewinnprognose ist sie deshalb aber noch lange nicht.

Damit Nvidia tatsächlich in diese Größenordnung vorstoßen könnte, müssten Umsatz, Produktionskapazität und Profitabilität gleichzeitig außergewöhnlich stark bleiben. Gerade die Margenentwicklung dürfte deshalb wichtiger werden als die reine Umsatzgröße.

Für Anleger ist die entscheidende Frage daher nicht: Kann Nvidia 406 Mrd. US-Dollar verdienen? Sondern: Wie hoch bleibt die Nettomarge, wenn das Unternehmen tatsächlich in diese Umsatzdimensionen vorstößt?

Genau an dieser Stelle trennt sich eine spektakuläre Modellrechnung von einer realistischen Aktienanalyse. Wer solche Rechnungen künftig selbst schneller durchschauen möchte, sollte deshalb nicht nur auf Umsatz und Gewinn schauen, sondern die entscheidenden Bilanzkennzahlen systematisch miteinander verknüpfen.

Der Artikel Blitzanalyse Nvidia-Aktie: 406 Mrd. Dollar Gewinn – diese Rechnung sorgt für Aufsehen! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.