
Bitcoin (BTC) ist wieder über die Schwelle von $72,000 gestiegen – und löste damit eine neue Welle von Optimismus im Kryptowährungsmarkt aus.
Der plötzliche Anstieg folgte auf eine unerwartete Liquiditätsentscheidung des US-Finanzministeriums, die Risikoanlagen anheizte und erneute Befürchtungen hinsichtlich Währungsentwertung schürte.
Als Reaktion auf die abrupten Kursbewegungen sagte Matthew Sigel – Leiter der Digital Assets Research bei VanEck – dass Bitcoin in einem Umfeld mit Zinsdruck und struktureller Dollarschwäche „eine der besten Absicherungen ist, die man finden kann.“
Die Gesamtperformance von Bitcoin im Jahr 2026 bleibt dennoch enttäuschend: Die weltweit größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung liegt derzeit rund 20% im Minus seit Jahresbeginn.
Was hinter Sigels bullisher Einschätzung zu BTC steckt
Zur Erklärung des makroökonomischen Treibers hinter der Rallye wies Sigel die Auffassung zurück, Bitcoin werde aufgrund bevorstehender gesetzgeberischer Maßnahmen (Clarity Act) gehandelt.
Stattdessen verwies er direkt auf die Emissionspolitik des US-Finanzministeriums und warnte, dass eine starke Abhängigkeit von kurzfristigen T-Bills – die aktuell etwa 23% der marktfähigen Verschuldung ausmachen, deutlich über der von der Treasury Advisory Committee empfohlenen Spanne von 15% bis 20% – schwere fiskale Dominanz auslöst.
Im Gespräch mit CNBC stellte Sigel fest, dass Finanzierung am kurzen Ende die Kosten des Haushaltsdefizits schnell eskalieren lässt, wenn die Zinsen hoch bleiben, und dadurch Druck auf den US-Dollar ausübt.
Er wies darauf hin, dass die primäre 15-jährige Korrelation von BTC negativ zum USD ist und dass nach einer 10-monatigen Korrektur 8 von 12 internen Kapitulationsindikatoren positiv gedreht haben.
Mit der Liquidation von Short-Positionen in Höhe von $3 billion innerhalb von 24 Stunden behielt VanEcks Experte sein Kursziel von $100,000 für den Nahbereich bei und sieht bis 2029 sogar bis zu eine halbe Million Dollar möglich.
Was BTC kurzfristig weiter antreiben könnte
Während makroökonomische Faktoren Sigels Analyse dominieren, tragen auch gesetzgeberische Rückenwinde zur positiven Marktstimmung bei.
Coinbase-CEO Brian Armstrong äußerte sich bereits am selben Tag zuversichtlich in Bezug auf die für den nächsten Monat erwartete Abstimmung über den Clarity Act – er prognostizierte, dass der Gesetzentwurf im Senat die 60-Votes-Schwelle überwinden werde, da beide Parteien ungefähr 90% ihrer wichtigen Ziele gesichert hätten.
Obwohl Prognoseplattformen wie Kalshi deutlich konservativer bleiben und eine Wahrscheinlichkeit von rund 23% einpreisen, dass das Gesetz noch vor Jahresende in Kraft tritt, sehen Händler regulatorische Fortschritte als potenziellen sekundären Katalysator.
Klare gesetzliche Definitionen für digitale Vermögenswerte könnten strukturelle institutionelle Zuflüsse freisetzen und neben den Narrativen zur fiskalen Entwertung eine zusätzliche Unterstützungsschicht bieten.
Sigels Sicht steht im deutlichen Gegensatz zu der von Mark Cuban
Sigels starke Verteidigung von Bitcoin als Absicherung steht im deutlichen Gegensatz zu „hochkarätigen Skeptikern“ wie dem Milliardär Mark Cuban.
Cuban hat wiederholt seine Enttäuschung über die Performance von Bitcoin in Phasen wirtschaftlicher Instabilität geäußert und argumentiert, dass Narrative über die Entwertung von Fiatwährungen und Inflationsschutz weitgehend Marketing-Slogans seien.
Seiner Ansicht nach verhält sich BTC eher wie ein spekulativer Tech-Wert, der rein durch Angebot und Nachfrage getrieben wird, statt als stabiler Hafen gegen Währungsabwertung zu gelten.
Pro-Krypto-Forschungsleiter wie Sigel halten jedoch dagegen: Wenn strukturelle Verschuldung und sinkende Realzinsen die politischen Optionen einschränken, mache die fixe Angebotsbegrenzung von Bitcoin ihn zu einem unverzichtbaren Instrument zur Kapitalerhaltung.
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