BioNTech: Die volle Wahrheit!

Lieber Leser,

die Aktie von BioNTech ist gestern massiv abgestürzt. Im Vormittagshandel vor Börseneröffnung ist es zwar wieder etwas nach oben gegangen. Dennoch scheint das Misstrauen gegen die Aktie des deutschen Impfstoff-Herstellers jetzt größer denn je zuvor.

Wenn die Zeichen nicht täuschen, dann könnte auch die Meinung von Virologen an den Finanzmärkten – endlich – wieder eine größere Rolle spielen. Einer der Vertreter des Fachs, Dr. Hendrik Streeck jedenfalls äußerte kürzlich die Ansicht, dass wir gar nicht damit rechnen können, es würde „den“ Impfstoff geben. Eine erschütternde Meinung vor dem Hintergrund, dass die Aktie von BioNTech in den zurückliegenden drei Monaten gleich um + 47 % gestiegen war. All dies im übrigen nur deshalb, weil die Hoffnung auf einen Impfstoff gegen das Corona-Virus so groß ist.

Vorsicht vor Wunder-Glauben

BioNTech hatte gerade in den vergangenen Wochen zudem Aufträge an Land gezogen, die das große Geschäft verkündeten. Denn die USA haben 100 Millionen Impfdosen bestellt und wollten sogar bis zu 600 Millionen Dosen bekommen, wenn der Impfstoff erst einmal zugelassen ist. Bei einem Preis von 19,95 Dollar pro Impfstoff sind damit bereits fast 2 Milliarden Euro im ersten Schritt möglich, mehr als 11 Milliarden im zweiten Schritt.

Nun hat offenbar auch die japanische Regierung zugegriffen und Impfstoff-Dosen bestellt. Erstaunlich, wie schnell die Regierungen versuchen, Produktionskapazitäten zu sichern, wenn noch niemand Nebenwirkungen kennt.

Zwei schlechte Nachrichten dazu: Zum einen versucht die Weltgesundheitsorganisation WHO mittlerweile für eine Idee zu werben, wonach die Haftungsrisiken bei diesen neuartigen Impfstoffen nicht bei den Unternehmen liegen sollen, sondern bei einem Auffangfonds (jeweils in den einzelnen Staaten). Das Risikobewusstsein wächst ganz offensichtlich. Die Diskussion darum hat auch der Markt registriert.

Die zweite ungünstige Nachricht: Dr. Streeck, der Virologe, hat mit seinem Hinweis einen sehr wunden Punkt angesprochen: Es kann sein, dass es überhaupt keinen wirksamen Impfstoff gibt. Möglicherweise reichen die Wirkungen auch nur nicht so weit, wie wir uns das wohl wünschen. Oder die Anwendungsgebiete – bezogen auf die Menschen, die überhaupt für eine solche Impfung in Frage kommen -, sind stark reduziert. All das wussten wir an sich – und dennoch macht der Forscher damit Schlagzeilen.

Gerade im Fall von BioNTech ist die Chance auf ein großes Milliarden-Geschäft zum einen reine Spekulation, zum anderen relativ unwahrscheinlicher als vermutet. Der Markt zieht langsam seine Konsequenzen und verkauft. Die jüngsten Kursrücksetzer sind kein Zufall. Wenn ein Unternehmen lediglich an einem Produkt hängt – sollten Sie letztlich verkaufen. Unternehmen wie Procter&Gamble haben wohl tausende von Produkten. Deren Dividende steigt seit über 50 Jahren.

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