
Value-Investoren haben in diesem Jahr einen schweren Stand, da der unaufhörliche KI-Rausch der Wall Street weiterhin die Luft zum Atmen nimmt.
In einem jüngsten Gespräch mit CNBC warnte Ariel Investments-Gründer und Chief Investment Officer John Rogers, dass der Gesamtmarkt übermäßig teuer geworden sei, angetrieben von einem „KI-Rausch“, den er für vergleichbar mit dem Platzen der Dotcom-Blase hält.
Dementsprechend sucht Rogers gezielt nach tief bewerteten, hochwertigen Small-Cap-Aktien – er ist überzeugt, dass diese übersehenen Unternehmen prosperieren werden, wenn sich die Rallye von überhitzten Tech-Giganten weg verbreitert.
Hier sind drei Titel, bei denen Rogers für den Rest des Jahres 2026 besonders zuversichtlich ist.
Covista (CVSA)
Covista ist ein führender gewinnorientierter Bildungsanbieter, der sich auf die Ausbildung von Gesundheitsfachkräften konzentriert.
Die CVSA-Aktie ist in diesem Jahr bereits um 20 % gestiegen, doch John Rogers erkennt einen massiven „langfristigen“ makroökonomischen Rückenwind: den gravierenden weltweiten Mangel an Ärzten und Pflegekräften.
Seiner Ansicht nach ist ein skalierbares Unternehmen aus dem Privatsektor, das diese kritischen Defizite beheben kann, „wirklich, wirklich wichtig“.
Im CNBC-Interview lobte er CEO Stephen Beard dafür, „hervorragende Arbeit“ bei der Optimierung der Abläufe zu leisten und die akademische Pipeline auf Kurs zu halten.
Da Covista eine wesentliche Lösung für eine strukturelle globale Krise darstellt, glaubt John Rogers, dass die Small-Cap „viel Spielraum nach oben“ hat, wenn sich die Bewertungskennzahlen neu justieren.
Lazard (LAZ)
Rogers sieht außerdem ein enormes Aufwärtspotenzial bei der führenden Investmentbank Lazard, deren Kurs im Jahresverlauf derzeit um etwa 20 % gesunken ist.
Der erfahrene Investor betonte, dass „Deals die ganze Zeit abgeschlossen werden, und das wird in diesem deregulierten Umfeld noch häufiger passieren“.
Der Ariel-Investments-Gründer lobte die Führungsqualitäten von CEO Peter Orszag und stellte fest, dass dieser der Institution erfolgreich neue Perspektiven verliehen hat.
In „Power Lunch“ lobte Rogers zudem den Präsidenten und Co-Leiter der Finanzberatung, Ray McGuire, als einen „brillanten Investor“.
Unterstützt von einer leistungsstarken Vermögensverwaltungstochter ist die LAZ-Aktie einzigartig positioniert, um einen erheblichen Ertrag einzufahren, sobald Beratungsmandate im Zuge der neu deregulierten Finanzlandschaft zunehmen.
Knowles (KN)
Abgerundet werden Rogers’ bevorzugte Small-Cap-Auswahlen durch den Komponentenhersteller Knowles, einen auf Mikroakustik spezialisierten Marktführer aus dem Raum Chicago, dessen Aktien in diesem Jahr um etwa 90 % gestiegen sind.
Knowles hält einen erstklassigen Marktanteil bei mikromechanischen Mikrofonen und spezialisierten Lösungen zur Audiobearbeitung.
Rogers ist bei KN-Aktien optimistisch, weil das Unternehmen die strukturellen Vorteile technologischer Innovationen wie intelligente Automatisierung und Verbesserungen im Bereich Hörgesundheit nutzt, ohne die Abwärtsvolatilität spekulativer Tech-Titel.
Seine stabilen Margen und der tiefe wirtschaftliche Burggraben passen perfekt zum geduldigen Anlageansatz von Ariel Investments.
Für Rogers steht Knowles exemplarisch für den reichen, übersehenen Wert im Small-Cap-Segment – ein Beleg dafür, dass beträchtliche Kurssteigerungen Anleger erwarten, die bereit sind, die heutige Mega-Cap-KI-Obsession zu übersehen.
Wall Street hat derzeit außerdem eine „Overweight“-Einstufung für Knowles, mit Kurszielen von bis zu $50, was auf ein mögliches Aufwärtspotenzial von mehr als 20 % gegenüber dem aktuellen Kurs hindeutet.
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