Der REX Drone ETF bietet Anlegern einen direkten Zugang zu einem Drohnenmarkt, der in den kommenden Jahren von steigender Nachfrage in Verteidigung, Infrastruktur und kommerziellen Anwendungen profitieren könnte. Trotz der hohen Schwankungen erscheint das aktuelle Kursniveau interessant, sofern Anleger bereit sind, einen langfristigen Anlagehorizont mitzubringen.
Attraktive Ausgangslage trotz schwankender Kurse
Der REX Drone ETF ist noch jung und wurde erst im Oktober 2025 aufgelegt. Entsprechend ist die historische Datenbasis begrenzt. Seit dem Start hat der ETF allerdings eine erhebliche Volatilität gezeigt und bewegt sich weiterhin unter seinem bisherigen Durchschnittskurs. Nach einem Hoch von rund 30 und einem Tief von etwa 18 US-Dollar bietet die aktuelle Bewertung aus dieser Perspektive eine interessante Einstiegsmöglichkeit.
Weitere Schwankungen sind zu erwarten, da die Entwicklung des Drohnensektors von mehreren regulatorischen und wirtschaftlichen Faktoren abhängt. Geduld könnte sich jedoch auszahlen, insbesondere wenn die geplanten regulatorischen Veränderungen umgesetzt werden.
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Neue Regeln könnten den Markt beschleunigen
Eine wichtige Entwicklung ist die geplante Part-108-Regelung der FAA. Sie könnte es kommerziellen Drohnenbetreibern ermöglichen, Flüge außerhalb der direkten Sichtweite des Piloten durchzuführen, ohne für jeden Einsatz eine gesonderte Ausnahmegenehmigung beantragen zu müssen.
Eine solche Regelung könnte die kommerzielle Nutzung von Drohnen deutlich ausweiten. Anwendungen wie Lieferdienste, Infrastrukturinspektionen und andere autonome Einsätze würden dadurch wirtschaftlich attraktiver. Gleichzeitig sorgt die zunehmende Nachfrage nach unbemannten Systemen im Verteidigungsbereich für einen weiteren Wachstumstreiber.
Breite Aufstellung mit spekulativem Charakter
Der ETF verfügt laut der aktuellen Fondsübersicht über ein Vermögen von rund 117,6 Millionen Dollar und hält 52 Positionen. Ziel ist es, den VettaFi Drone Index abzubilden, der vierteljährlich angepasst wird. Unternehmen müssen mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes mit Drohnen, unbemannten Luftfahrzeugen oder entsprechenden Technologien erzielen, um für den Index infrage zu kommen.
Diese Konstruktion sorgt für eine gewisse Diversifizierung. Neben spezialisierten Drohnenunternehmen finden sich auch große Konzerne wie Lockheed Martin, Boeing und Palantir im Portfolio. Das macht den ETF für Anleger interessanter, die nicht ausschließlich auf kleinere und stärker spekulative Unternehmen setzen möchten.
Allerdings ist die Gewichtung relativ konzentriert. Die fünf größten Positionen machen rund 46,3 Prozent des Gesamtvermögens aus. AeroVironment und Ondas gehören dabei zu den wichtigsten Positionen und dürften einen erheblichen Einfluss auf die weitere Entwicklung des ETFs haben. Gleichzeitig sind einige Beteiligungen noch nicht dauerhaft profitabel, was das Risiko erhöht.
Drei zentrale Wachstumstreiber
Die langfristigen Aussichten für den Drohnenmarkt bleiben überzeugend. Entscheidend sind dabei insbesondere drei Entwicklungen. Eine Lockerung der Regeln für Flüge außerhalb der Sichtweite könnte die kommerzielle Nutzung beschleunigen. Gleichzeitig dürfte der Verteidigungssektor seine Abhängigkeit von Drohnentechnologien weiter erhöhen. Hinzu kommen politische Maßnahmen, die eine Abkehr von chinesischen Herstellern und den Aufbau heimischer Lieferketten fördern.
Gerade der Verteidigungsbereich entwickelt sich zu einem wichtigen Wachstumsmotor. Daten von Benchmark zeigen, dass Drohnen 2025 der wichtigste Treiber für die Batterienachfrage innerhalb der Verteidigungsindustrie waren.
Auch der gesamte Markt bietet erhebliches Potenzial. Grand View Research erwartet, dass der globale Drohnenmarkt von derzeit rund 96,4 Milliarden Dollar auf etwa 182,4 Milliarden Dollar wachsen könnte. Dies entspräche einer jährlichen Wachstumsrate von rund 9,5 Prozent.
Erste Unternehmen zeigen bereits Stärke
Mehrere Unternehmen im Portfolio profitieren bereits von der steigenden Nachfrage. AeroVironment konnte zuletzt mit starken Ergebnissen überzeugen und verfügt über einen Auftragsbestand von rund 1,2 Milliarden Dollar. Für 2027 wird ein Umsatz zwischen 2,125 und 2,225 Milliarden Dollar erwartet.
Auch Red Cat Holdings konnte mit einem Auftrag der US Air Force über 2,5 Millionen Dollar einen weiteren Beleg für die zunehmende Nachfrage nach in den USA entwickelten Drohnensystemen liefern.
Konkurrenz bietet unterschiedliche Risikoprofile
Anleger können inzwischen zwischen mehreren ETFs mit Bezug zum Drohnen- und Verteidigungsmarkt wählen. Dazu gehören der Defiance Drone and Modern Warfare ETF und der Global X Defense Tech ETF.
Der Global X Defense Tech ETF ist gemessen am verwalteten Vermögen der größte der drei Fonds und weist zugleich die niedrigste Kostenquote auf. Allerdings ist er breiter aufgestellt und kein reiner Drohnen-ETF. Der Defiance Drone and Modern Warfare ETF kombiniert Drohnen mit einem breiteren Engagement im Bereich moderner Kriegsführung und weist mit 0,69 Prozent die höchste Kostenquote auf.
Der REX Drone ETF ist dagegen der jüngste und kleinste Fonds. Seine stärkere Ausrichtung auf reine Drohnenunternehmen bietet zwar größeres Wachstumspotenzial, bringt aber auch höhere Risiken mit sich.
Der Sektor befindet sich noch am Anfang
Die Geschäftszahlen einiger Beteiligungen verdeutlichen, wie früh die Entwicklung des Marktes noch ist. Ondas erzielte beispielsweise im zweiten Quartal einen Verlust von 0,19 Dollar je Aktie. Zwar stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 1.236 Prozent, lag mit 83,77 Millionen Dollar aber weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau.
Zusätzliche Risiken entstehen durch die Handelspolitik. Neue Zölle auf importierte Drohnen und Komponenten könnten zwar amerikanische Hersteller schützen, gleichzeitig aber die Produktionskosten erhöhen. Viele heimische Anbieter sind weiterhin auf Komponenten aus dem Ausland angewiesen.
Auch die hohe Konzentration des ETFs bleibt ein wichtiger Risikofaktor. Schwache Ergebnisse einzelner großer Positionen können den gesamten Fonds deutlich belasten. Eine schrittweise Aufstockung erscheint daher sinnvoller als ein großer Einmalbetrag.
Langfristiges Potenzial überwiegt die Risiken
Der Drohnenmarkt dürfte in den kommenden Jahren weiter wachsen, befindet sich aber noch in einer frühen Entwicklungsphase. Einige Unternehmen im REX Drone ETF weisen deshalb noch schwache Erträge oder eine begrenzte Profitabilität auf.
Gleichzeitig sprechen mehrere Faktoren für eine langfristige Expansion. Eine mögliche Einführung der Part-108-Regelung könnte die kommerzielle Nutzung deutlich erleichtern, während steigende Verteidigungsausgaben und der Aufbau heimischer Lieferketten zusätzliche Nachfrage schaffen.
Der REX Drone ETF ist eine spekulative Anlage, bietet langfristig jedoch ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Für Anleger mit Geduld könnte die derzeitige Schwächephase daher eine interessante Gelegenheit für einen schrittweisen Einstieg darstellen.
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