
Australiens Finanzaufsicht hat Bedenken über den wachsenden Einfluss von Social‑Media‑Persönlichkeiten und Werkzeugen der künstlichen Intelligenz auf die Anlageentscheidungen junger Australier geäußert.
Eine neue Studie der Australian Securities and Investments Commission (ASIC) legt nahe, dass viele Gen Z‑Anleger für finanzielle Orientierung, einschließlich Krypto‑Handelstipps, auf digitale Plattformen vertrauen.
Die Ergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Anteil junger Menschen Informationen aus dem Internet vertraut, trotz des Risikos irreführender Ratschläge.
Regulierungsbehörden sagen, dieser Trend könne unerfahrene Anleger zu riskanterem finanziellen Verhalten treiben, insbesondere in volatilen Märkten wie Kryptowährungen.
Finanzberatung in sozialen Medien
ASIC veröffentlichte die Ergebnisse einer Umfrage, die zwischen dem 28. Nov. und dem 10. Dez. des letzten Jahres durchgeführt wurde und 1,127 Befragte im Alter zwischen 18 und 28 Jahren einbezog.
Der Umfrage zufolge wenden sich 63% der Gen Z‑Teilnehmer an Social‑Media‑Plattformen, um finanzielle Ratschläge und Anlageleitlinien zu suchen.
YouTube bleibt einer der meistgenutzten Kanäle, 30% der Befragten verlassen sich auf die Plattform für finanzielle Inhalte.
Werkzeuge der künstlichen Intelligenz gewinnen ebenfalls als Quelle finanzieller Orientierung an Bedeutung: 18% der Gruppe geben an, KI‑Plattformen zu nutzen, um Investitionen besser zu verstehen.
Das Vertrauen scheint relativ hoch zu sein. Die Studie ergab, dass 56% der Gen Z‑Teilnehmer den finanziellen Informationen, denen sie in sozialen Medien begegnen, teilweise oder vollständig vertrauen.
Gleichzeitig gaben 52% an, „Finfluencer“ zu vertrauen, also Online‑Persönlichkeiten, die über Finanzmärkte und Anlagestrategien sprechen.
KI wurde als die vertrauenswürdigste Quelle eingestuft: 64% der Befragten sagen, sie verlassen sich auf KI‑Plattformen für finanzielle Informationen.
Trends beim Krypto‑Investieren
Die Umfrage hob auch die wachsende Präsenz von Kryptowährungen in den Portfolios junger Australier hervor.
Der Studie zufolge halten 23% der Gen Z‑Teilnehmer mittlerweile Krypto‑Vermögenswerte.
Innerhalb dieser Gruppe gaben 29% an, dass ihre Handelsentscheidungen von Beiträgen in sozialen Medien oder von Finanz‑Influencern beeinflusst werden.
Regulierungsbehörden warnten, dieser Trend könne unrealistische GewinnÂerwartungen schüren und die mit digitalen Vermögenswertmärkten verbundene Volatilität außer Acht lassen.
ASIC hat bereits Maßnahmen gegen Social‑Media‑Persönlichkeiten ergriffen, die hochriskante Finanzprodukte bewerben.
Im Juni des letzten Jahres stellte die Behörde Warnschreiben an 18 Influencer aus, die verdächtigt wurden, Finanzprodukte unrechtmäßig zu bewerben oder Finanzberatung ohne die erforderliche Lizenz zu geben.
Betrug und Risiken für die Altersvorsorge
ASIC‑Kommissar Alan Kirkland sagte dem Australian Financial Review, die Behörden überwachten Marketingkampagnen in sozialen Medien, die Menschen zum Krypto‑Investieren anregen.
Behörden identifizierten Fälle, in denen solche Promotionen mit Betrugsfällen verknüpft waren, die sich gegen unerfahrene Anleger richteten.
Kirkland verwies außerdem auf Australiens Superannuation‑System, einen Altersvorsorgebereich im Wert von etwa $4.5 trillion.
Einige Werbungen ermutigen Menschen, ihre Superannuation‑Fonds in höher riskante Anlagen umzuschichten.
Bedenken zu KI‑Anlageberatung
ASIC prüft auch, wie KI‑Plattformen Nutzern finanzielle Informationen bereitstellen. Die Aufseher beobachten, ob KI‑Werkzeuge in den Bereich regulierter Finanzberatung vordringen.
Australisches Recht verlangt, dass jede Stelle, die Finanzberatung anbietet, über die entsprechende Lizenz verfügt. Dies könnte zutreffen, wenn ein KI‑System bestimmte Finanzprodukte auf Grundlage der individuellen Umstände empfiehlt.
Das Thema gewinnt an Relevanz, da Krypto‑Börsen KI‑Trading‑Assistenten einführen.
Plattformen wie MEXC, KuCoin und Bitget bieten bereits automatisierte Handelsleitfäden an, die Nutzern helfen sollen, sich in den Märkten für digitale Vermögenswerte zurechtzufinden.
ASIC warnte Ende Januar, dass Unternehmen, die versuchen, Grauzonen bei Lizenzen im Zusammenhang mit Zahlungen, Kryptodiensten oder KI‑Technologie auszunutzen, im Laufe des Jahres 2026 regulatorischer Prüfung ausgesetzt sein könnten.
The post Australien schlägt Alarm, da Gen Z KI für Krypto-Handelstipps nutzt appeared first on Invezz