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Der südkoreanische Leitindex Kospi gehört in diesem Jahr zu den Top-Performern – mit rekordhohen Kursgewinnen von mehr als 70% seit Jahresbeginn.

Dieser fulminante Anstieg hat jedoch eine Massenabwanderung ausländischen institutionellen Kapitals ausgelöst, wobei Investoren Milliarden Dollar in heimischen Aktien abstoßen.

Die Nettokapitalabflüsse aus dem Ausland erreichten bis Anfang Juni schätzungsweise 62 Milliarden USD (ca. 54,1 Milliarden €), nach einer kürzlichen Ein-Tages-Liquidation von 1.24 Billionen Won (801 Mio. $), die zu einem abrupten 8.0% Rückgang zu Handelsbeginn beitrug.

Diese aggressive Desinvestition weist jedoch eher auf eine „strukturelle Anomalie“ als auf eine grundsätzliche Kritik an südkoreanischen Aktien hin.

Warum verkaufen ausländische Investoren südkoreanische Aktien?

Experten glauben, dass der starke Verkaufsdruck direkt auf den rasanten Anstieg des Kospi zurückzuführen ist und nicht auf eine Verschlechterung der Unternehmenslage.

Als südkoreanische Aktien stark stiegen, erhöhte sich ihre Gewichtung in globalen und Schwellenmarkt-Benchmarks exponentiell.

Das zwang aktive Fondsmanager zu programmatischen Verkäufen, um strenge Portfoliovorgaben und Konzentrationsgrenzen einzuhalten.

Zudem stoßen institutionelle Investoren nach den explosiven Kursanstiegen in den Technologie- und Automobilsektoren auf regulatorische Eigentumsschwellen bei einzelnen Megacap-Unternehmen.

Da sich die Rallye stark auf Markt-Schwergewichte wie Samsung und SK Hynix konzentriert, sind ausländische Manager gezwungen, ihre Positionen zu reduzieren.

Alles in allem stellt diese Kapitalflucht ein mechanisches, erzwungenes Rebalancing dar und nicht eine „strategische Wette“ gegen die Unternehmen in Seoul.

Sollten Sie den Rücksetzer bei südkoreanischen Aktien kaufen?

Trotz des medienwirksamen Rückzugs ausländischer Investoren bleiben die makroökonomischen Fundamentaldaten des südkoreanischen Marktes bemerkenswert robust.

Die ausländischen Verkäufe wurden vollständig von einer beispiellosen Welle inländischer Liquidität aufgefangen, wobei Privatanleger in diesem Jahr 70 Milliarden USD (ca. 61,1 Milliarden €) in Aktien investierten, parallel zu einem Anstieg neuer Depots.

Diese strukturelle Verschiebung spiegelt die jüngsten Kapitaldynamiken in Indien wider, wo die wachsende inländische Beteiligung den breiteren Markt erfolgreich vor einem Abfluss ausländischen Kapitals abschirmte.

Investmentbanken bleiben in ihrer Einschätzung optimistisch und sehen die zugrundeliegende Stärke bestätigt.

Goldman Sachs erhöhte kürzlich sein 12‑Monats‑Kospi-Ziel auf 12.000 – und projiziert damit ein weiteres Aufwärtspotenzial von rund 37% auf Basis robuster Unternehmensgewinne und nachhaltigem inneren Wert.

Ein struktureller Übergang zur Marktreife

Die laufende Umstrukturierung der Anlegerbasis des Kospi deutet auf ein reifenderes Finanzökosystem hin und nicht auf einen anhaltenden konjunkturellen Abschwung.

Experten zufolge ist die aktuelle ausländische Abwanderung eine vorübergehende, technische Marktstörung, die attraktive Einstiegsgelegenheiten für langfristige Investoren geschaffen hat.

Kurzfristig hilft ein starker Anstieg der inländischen Privatanlegerbasis, den Markt zu stabilisieren und die Preisschwankungen zu neutralisieren, die typischerweise durch den aggressiven Abzug internationaler institutioneller Gelder entstehen.

Sobald internationale Fonds ihre Exponierung neu kalibrieren, positioniert eine Kombination aus soliden Unternehmensgrundlagen und tiefer inländischer Liquidität den südkoreanischen Markt für die nächste Phase strukturellen Wachstums.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung liegt der Kospi mehr als 10% unter seinem Höchststand in der ersten Juniwoche.

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