
Der HSBC‑Aktienkurs ist eingebrochen und befindet sich in einer Korrektur, nachdem er seit seinem diesjährigen Höchststand um 12% gefallen ist. Er fiel auf 1,210p und spiegelt damit die Entwicklung anderer europäischer Banken wider. Wird er sich erholen, während das Unternehmen im Zuge seiner KI‑Investitionen weitere Entlassungen plant?
HSBC plant massive Entlassungen
HSBC, die größte Bank Europas, setzt ihren Turnaround fort, um ihre Position auf dem asiatischen Markt zu verbessern. Sie hat ihr internationales Geschäft zurückgefahren und sich aus Märkten wie Argentinien, Frankreich und den Vereinigten Staaten zurückgezogen.
HSBC hat außerdem Abteilungen zusammengelegt und einige ihrer leitenden Führungskräfte nach Hongkong versetzt, da sie weiterhin chinesische Kunden ansprechen will. Sie hat diese Präsenz durch die Übernahme der Hang Seng Bank intensiviert, an der sie bereits beteiligt war.
Nun will das Unternehmen den Turnaround fortsetzen und in den kommenden Jahren mindestens 20.000 Mitarbeiter abbauen. Die meisten Betroffenen sind nicht kundennahes Personal in globalen Servicezentren. Viele dieser Aufgaben sollen durch Werkzeuge der künstlichen Intelligenz ersetzt werden.
Unter Georges Elhedery hat das Unternehmen bereits mehrere Tausend Stellen abgebaut, was die Kosten in den vergangenen Jahren gesenkt hat. Es erwartet, im ersten Halbjahr Einsparungen in Höhe von $1.5 billion zu erzielen, damit sechs Monate früher als geplant.
HSBCs Geschäft läuft gut
Die jüngsten Ergebnisse zeigten, dass sich das Geschäft von HSBC relativ gut entwickelt, ein Trend, der sich in den kommenden Monaten fortsetzen könnte.
Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf $29.9 billion, ein Rückgang um $2.4 billion gegenüber dem Vorjahr. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf eine um $4.9 billion gestiegene negative Auswirkung aus auffälligen Posten zurückzuführen. Einige dieser Posten hingen mit der Beteiligung an der Bank of Communications und dem Verkauf des französischen Portfolios zusammen.
Andere Kennzahlen in dem Bericht lagen deutlich über den Erwartungen. So stieg der Umsatz im letzten Jahr auf $68.3 billion, ein Plus von $2.4 billion gegenüber dem Vorjahr.
Darüber hinaus wies die Unternehmensprognose auf anhaltendes Wachstum hin: Die Rendite auf das materielle Eigenkapital (RoTE) soll in den nächsten drei Jahren auf 17% steigen, gleichzeitig soll der Jahresumsatz in diesem Zeitraum um 5% wachsen. Außerdem erwartet das Unternehmen, dass das Nettozinsergebnis (NII) in diesem Jahr mindestens $45 billion betragen wird.
HSBC share price technical analysis

HSBC-Aktiendiagramm | Quelle: TradingView
Der Drei‑Tage‑Chart zeigt, dass der HSBC‑Aktienkurs in den vergangenen Wochen nachgegeben hat und sich von 1,374p im Februar auf aktuell 1,210p bewegt hat.
Ein genauerer Blick zeigt, dass die Aktie ein Harami‑Kerzenmuster ausgebildet hat, das durch eine kleine bullische Kerze innerhalb einer großen bärischen Kerze gekennzeichnet ist. Eine Harami‑Kerze gilt in der technischen Analyse als häufiges bullisches Umkehrsignal.
Die Aktie blieb über dem 25‑Tage‑EMA (Exponentieller gleitender Durchschnitt). Daher besteht die Möglichkeit, dass sie wieder anzieht und möglicherweise das Jahreshoch von 1,375p erneut testet.
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