10.000 Euro investieren und mehr als 700 Euro Dividende pro Jahr erzielen? Drei Unternehmen zeigen, wie unterschiedlich die Wege zu einer hohen Dividende sein können: der US-Konsumgüterkonzern Kraft Heinz (WKN: A14TU4), der deutsche Wohnimmobilienkonzern Vonovia (WKN: A1ML7J) und der Telekommunikationsanbieter Freenet (WKN: A0Z2ZZ).

Eine außergewöhnlich hohe Dividendenrendite kann eine interessante Chance darstellen. Doch hohe Dividenden haben ihren Preis.

Meist sind sie ein Hinweis darauf, dass der Markt die Nachhaltigkeit der Ausschüttung anzweifelt. Auch gibt es regelmäßig Probleme beim Wachstum. Ob das auch für unsere drei Werte gilt?

Kraft Heinz, Vonovia und Freenet: Woher die hohen Dividenden kommen

Kraft Heinz verdient sein Geld mit etablierten Lebensmittelmarken wie Heinz und Philadelphia. Das Geschäftsmodell ist vergleichsweise defensiv, weil Lebensmittel auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten nachgefragt werden.

Gleichzeitig steht der Konzern unter Druck, denn eine schwächere Nachfrage, erhöhte Preissensibilität der Verbraucher und schwierige Margenentwicklung bleiben wichtige Themen. Das Wachstum ist historisch schwach, die Schulden exorbitant hoch.

Für 2026 setzt Kraft Heinz unter anderem auf zusätzliche Investitionen in Marken, Vertrieb und Innovation. Ob das reicht, um das Wachstum anzufachen, bleibt abzuwarten.

2026 wurden jedenfalls drei Quartalsdividenden von jeweils 0,40 US-Dollar gezahlt. Damit liegt die annualisierte Dividendenrate bei 1,60 US-Dollar je Aktie. Bei einem Kurs von aktuell 22 US-Dollar könnte damit die 7 %-Marke gerissen werden. 

Vonovia verfolgt ein völlig anderes Geschäftsmodell. Der Konzern besitzt und bewirtschaftet einen großen Wohnimmobilienbestand und erzielt dadurch laufende Mieterträge. 

Der anhaltende Bedarf an Wohnraum kann das Geschäft langfristig stützen. Gleichzeitig sind Zinsen, Immobilienbewertungen, Finanzierungskosten und politische Regulierung entscheidende Risiken. Letztere standen zuletzt stark im Fokus. Die Dividende könnte dennoch auch für das Geschäftsjahr 2026 beständig sein.

Für das Geschäftsjahr 2025 beschlossen die Aktionäre eine Dividende von 1,25 Euro je Aktie. Wird sie auch 2026 gezahlt, entspräche das einer Einstiegsrendite von 7,2 %.

Fast 9 % Dividende könnte es dagegen bei Freenet geben. Der Serviceprovider ohne eigenes Netz bietet Mobilfunk, TV und digitale Dienstleistungen in Deutschland an.

Wachstumstreiber ist unter anderem waipu.tv. Im ersten Halbjahr 2026 bestätigte das Unternehmen seine Prognose für einen bereinigten Free Cashflow von 270 bis 300 Mio. Euro. Für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 hat Freenet eine Mindestdividende von zwei Euro je Aktie in Aussicht gestellt.

7 % Dividende sind kein Selbstläufer

Wer 10.000 Euro auf solche Hochdividendenwerte verteilt, kann je nach Kursniveau auf eine Bruttodividende von mehr als 700 Euro kommen. Die Rechnung gilt allerdings nicht dauerhaft. 

Unternehmen agieren meist in einem dynamischen Umfeld. Höhere Zinsen können bei Geschäftsmodellen mit hoher Verschuldung Stress auslösen. Bei zyklischen Unternehmen muss dagegen nur die Konjunktur schwächer ausfallen. Am Ende können solche Entwicklungen jedoch schnell zu einer Dividendenkürzung führen. 

Gerade deshalb sollten Anleger nicht nur auf die aktuelle Dividendenrendite schauen. Wer beurteilen will, ob eine Dividende aus dem laufenden Geschäft tatsächlich finanzierbar ist, muss tiefer in die Bilanzen schauen.

Der Artikel Aus 10.000 Euro mindestens 700 Euro Dividende rausholen? Mit diesen 3 Aktien ist es möglich! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.