
Der AUD/USD-Wechselkurs blieb am Dienstag nach der zweiten Zinsentscheidung der Reserve Bank of Australia (RBA) in diesem Jahr unter Druck. Er notierte bei 0,6245 und lag damit leicht unter dem Höchststand des Jahres von 0,6390. Was also steht dem australischen Dollar vor den US-Arbeitsmarktdaten und den Zöllen zum Befreiungstag bevor?
Zinsentscheidung der RBA
Der AUD/USD-Wechselkurs bewegte sich seitwärts, nachdem die RBA ihre zweitägige Sitzung beendet und die Zinssätze unverändert gelassen hatte.
Der offizielle Leitzins blieb bei 4,1 %, womit die Zentralbank ihren Status als restriktivste Zentralbank der entwickelten Welt festigte.
Im Gegensatz zu anderen großen Zentralbanken beließ die RBA die Zinssätze im Jahr 2020 unverändert, obwohl sich die Wirtschaft verlangsamte und die Verbraucherinflation zurückging.
Die RBA senkte in ihrer letzten Sitzung erstmals seit langem den Zinssatz von 4,35 % auf 4,1 %. In der Sitzung am Dienstag beschlossen die Beamten, den Zinssatz bei 4,1 % unverändert zu lassen, und erklärten, sie wollten weitere Anzeichen dafür sehen, dass die Inflation sinkt. Die Erklärung fügte hinzu:
„Die Einschätzung lautet, dass die Geldpolitik weiterhin restriktiv ist. Der anhaltende Rückgang der Kerninflation ist erfreulich, aber es bestehen Risiken auf beiden Seiten, und der Vorstand ist vorsichtig hinsichtlich der Aussichten.“
Die jüngsten Wirtschaftsdaten zeichnen ein gemischtes Bild der australischen Wirtschaft. Der Arbeitsmarkt bleibt angespannt, die Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 %, während die Inflation in den Zielbereich der RBA zwischen 2 % und 3 % zurückgekehrt ist.
Die Konsumausgaben sind mit dem Rückgang der Inflation gestiegen. Obwohl dies wichtige Entwicklungen sind, ist die RBA besorgt, dass die langfristigen Inflationserwartungen weiterhin hoch sind.
Trumps Befreiungstag-Zölle
Der nächste wichtige Katalysator für das AUD/USD-Paar werden die bevorstehenden Zölle zum Befreiungstag von Donald Trump sein.
Diese Zölle werden die meisten Volkswirtschaften stark beeinträchtigen, insbesondere diejenigen mit einem großen Handelsüberschuss gegenüber den Vereinigten Staaten.
Positiv zu vermerken ist, dass Australien ein Handelsdefizit mit den USA aufweist, was bedeutet, dass die Trump-Regierung es möglicherweise nicht ins Visier nehmen wird.
Die Regierung wird jedoch Länder wie China ins Visier nehmen, die viel Handel mit Australien betreiben. Diese Zölle könnten theoretisch die Preise von wichtigen Rohstoffen wie Eisenerz beeinflussen, da die Stahlnachfrage sinkt.
US-Arbeitsmarktdaten stehen an.
Der nächste wichtige Katalysator für das AUD/USD-Paar werden die am Freitag anstehenden Daten zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft (NFP) sein. Dies sind wichtige Daten, die die Gesundheit der US-Wirtschaft messen.
Ökonomen erwarten, dass diese Zahlen zeigen werden, dass die Wirtschaft über 140.000 Arbeitsplätze geschaffen hat, während die Arbeitslosenquote unverändert bei 4,1 % blieb.
Obwohl diese Zahlen wichtig sind, werden sie wahrscheinlich nur begrenzte Auswirkungen auf die Federal Reserve haben, die sich stärker auf die Inflation als auf den Arbeitsmarkt konzentriert.
Die USA werden vor den NFP-Zahlen am Freitag einige vorläufige Arbeitsmarktdaten veröffentlichen. Das Bureau of Labor Statistics (BLS) wird am Dienstag den neuesten JOLTS-Bericht über offene Stellen veröffentlichen, während ADP die Daten zu den privaten Beschäftigtenzahlen herausgeben wird.
AUD/USD technische Analyse

AUDUSD-Chart | Quelle: TradingView
Das Vier-Stunden-Chart zeigt, dass der AUD/USD-Wechselkurs in den letzten Monaten unter Druck geraten ist. Er ist von einem Höchststand von 0,6390 im April auf den aktuellen Wert von 0,6255 gefallen.
Das Paar bildete bei 0,6390 ein Doppeltop-Muster, dessen Nackenlinie bei 0,6188 lag. Ein Doppeltop ist eines der bärischsten Signale am Markt.
Das AUD/USD-Paar ist ebenfalls unter den gleitenden 50-Perioden-Durchschnitt gefallen, ein Zeichen dafür, dass die Bären die Kontrolle haben.
Daher ist die Aussicht bärisch, wobei der nächste zu beobachtende Punkt bei 0,6188 liegt, der Nackenlinie dieses Musters, die 1,10 % unter dem aktuellen Niveau liegt.
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