
Der ASX 200 -Index setzte diese Woche seinen Aufwärtstrend fort, obwohl der australische Dollar auf seinen höchsten Stand seit Januar dieses Jahres stieg. Am Montag erreichte er ein Rekordhoch von 8.060 australischen Dollar, 20 % über seinem Tiefststand im Jahr 2023.
Falkenhafte Bedenken bei der RBA
Der ASX 200-Index erholte sich, selbst nachdem Anzeichen aufkamen, dass die Reserve Bank of Australia (RBA) die letzte Zentralbank sein wird, die mit Zinssenkungen beginnt.
Die jüngsten Vertreter der Zentralbank, der RBA, ließen die Möglichkeit einer Zinserhöhung im weiteren Verlauf dieses Jahres offen, falls die Inflation weiter steige.
Aktuelle monatliche Daten zeigen, dass der Verbraucherpreisindex (VPI) im Mai auf 4 % gestiegen ist und damit die erwarteten 3,8 % übertroffen hat.
Dennoch gehen die meisten Analysten davon aus, dass die RBA die Zinsen nicht erhöhen, sondern sie längerfristig auf einem hohen Niveau belassen wird.
Im Gegensatz dazu wird erwartet, dass andere Zentralbanken noch in diesem Jahr mit Zinssenkungen beginnen werden. In einer Erklärung am Montag deutete Jerome Powell an, dass die Fed bereit sei, die Zinsen zu senken, bevor die Inflation auf 2,0% sinkt.
Die Fed ist besorgt über die Lage auf dem Arbeitsmarkt, der in letzter Zeit Anzeichen einer Entspannung gezeigt hat. Die Arbeitslosenquote ist im Juni auf 4,1 % gestiegen, den höchsten Stand seit 2021.
In Europa hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen bereits einmal gesenkt und wird sie voraussichtlich noch zweimal senken. Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Riksbank haben ihre Zinsen gesenkt und die Bank of England wird sie voraussichtlich im August senken.
In den meisten Fällen entwickeln sich die Indizes in den Industrieländern gut, wenn die Fed die Zinsen senkt. Dies erklärt, warum der ASX 200, der FTSE 100 und der DAX-Index in den letzten Monaten weiter gestiegen sind.
Australische Banken haben einen Aufschwung
Ein wichtiger Katalysator für die Rallye des ASX 200-Index war der Bankensektor, der von den hohen Zinsen profitiert.
Die Aktien der Westpac Corporation sind auf 28,15 australische Dollar gestiegen und liegen damit etwa 50 % über ihrem Tiefststand im Jahr 2023. Ebenso sind die Aktien der Commonwealth Bank of Australia (CBA) auf 132 australische Dollar gestiegen und liegen damit ebenfalls 50 % über ihrem Tiefststand im Jahr 2023.
Andere Banken haben sich gut entwickelt. Die National Bank of Australia (NAB) kletterte auf 37 Dollar, während die ANZ von 20 Dollar im letzten Jahr auf 30 australische Dollar hochschnellte.
Eine der Hauptsorgen der Anleger ist, ob diese Banken aufgrund ihrer Bewertungen noch mehr Potenzial haben. Die CBA Bank hat ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 3,0, während ANZ, NAB und Westpac 1,31, 1,94 und 1,39 aufweisen.
Diese, insbesondere CBA, sind stark überbewertet, wenn man bedenkt, dass JPMorgan ein Vielfaches von 1,9 und Morgan Stanley von 1,69 hat.
Die meisten ASX 200-Unternehmen haben sich gut entwickelt und zu einem Rekordhoch beigetragen. Das IT-Unternehmen Pro Medicus ist die ASX-Indexaktie mit der besten Performance der letzten 12 Monate, da es in den letzten 12 Monaten um 105 % gestiegen ist.
Zu den weiteren Top-Gewinnern im Index zählen Unternehmen wie GQG Partners, Altium, Paladin Energy, Goodman Group und TELIX Pharmaceuticals.
Technische Analyse des ASX 200-Index

Das Tagesdiagramm zeigt, dass sich der ASX 200-Index in den letzten Monaten gut entwickelt hat. Er hat kürzlich den entscheidenden Widerstandspunkt bei 7.912 A$ überschritten, seinen höchsten Stand am 2. April.
Die Aktie blieb über den 50- und 100-Tage-Exponential Moving Averages (EMA). Gleichzeitig ist der Relative Strength Index (RSI) auf den überkauften Punkt von 70 geklettert.
Außerdem hat der Average Directional Index (ADX) nach oben gezeigt und nähert sich 20. Daher wird der Index wahrscheinlich weiter steigen, da Käufer den wichtigen Widerstandspunkt bei 8.200 A$ anpeilen. Der Stop-Loss dieses Handels liegt bei 7.9100 A$, dem höchsten Stand im April und Mai.
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