
Die Aktien von Halbleiterherstellern erlebten einen deutlichen Anstieg, nachdem Reuters einen Bericht veröffentlicht hatte, aus dem hervorgeht, dass die Biden-Regierung plant, wichtige Chiphersteller in Japan, den Niederlanden und Südkorea von drohenden Exportbeschränkungen auszunehmen.
Die Nachricht führte zu erheblichen Gewinnen für die großen Akteure der Branche, allen voran ASML Holding NV und Tokyo Electron Ltd.
Die ASML-Aktien stiegen um 11 %, was ihren größten Intraday-Gewinn seit März 2020 darstellt. Die Aktien von Tokyo Electron stiegen um 7,4 %, der höchste Anstieg seit Februar.
Auch andere Unternehmen des Sektors konnten beachtliche Zuwächse verzeichnen: Disco Corp., ein Hersteller von Werkzeugen zum Schneiden von Silizium, legte um 5,8 Prozent zu, und Screen Holdings Co., ein Hersteller von Geräten zur Reinigung von Wafern und zur Chipverpackung, kletterte um 9,2 Prozent.
Was ist Bidens Plan?
Die Biden-Regierung plant, im nächsten Monat eine neue Regelung vorzustellen, die die Befugnisse der USA erweitert, den Export von Halbleiterfertigungsanlagen aus bestimmten Ländern an chinesische Chiphersteller zu stoppen.
Zur Umsetzung dieses Plans werden die USA die Foreign Direct Product Rule (FDPR) nutzen, was direkte Auswirkungen auf die chinesischen Halbleiterproduktionsanlagen haben wird.
Die Regelung, die sich derzeit noch im Entwurfsstadium befindet, könnte etwa einem halben Dutzend chinesischer Fabriken, die an der Spitze der chinesischen Bemühungen zur Herstellung hochentwickelter Chips stehen, die Annahme von Exporten aus verschiedenen Ländern untersagen.
Zu den betroffenen Ländern zählen Israel, Taiwan, Singapur und Malaysia.
Ausgenommen seien allerdings Lieferungen von Verbündeten, die wichtige Ausrüstung für die Chipherstellung exportieren – darunter Japan, die Niederlande und Südkorea –, was die Auswirkungen der Regelung begrenze, hieß es in dem Reuters-Bericht.
Das 1959 eingeführte FDPR ermöglicht es den USA, den Transfer bestimmter im Ausland mithilfe amerikanischer Technologien hergestellter Waren zu kontrollieren.
Die USA hatten die Regel bereits früher in großem Stil eingesetzt, um dem Smartphone-Geschäft von Huawei einen Schlag zu versetzen. Auch die US-Regulierungsbehörden nutzten sie nach der Invasion der Ukraine gegenüber Russland und Weißrussland, um den Chip-Markt zu kappen.
ASML, Tokyo Electron fielen zuvor aufgrund von Berichten über Diskussionen
Zuvor hatte Bloomberg News über Gespräche zwischen den USA und ihren Verbündeten über die FDPR berichtet, die zunächst zu einem Rückgang der Aktien von Unternehmen wie ASML und Tokyo Electron führten.
Der Fokus der US-Regierung auf der Eindämmung des technologischen Fortschritts Chinas, insbesondere in den Bereichen künstliche Intelligenz und Quantencomputer, hat zu strengen Exportkontrollen für Ausrüstung zur Halbleiterproduktion geführt.
Durch die Ausnahmeregelung für Unternehmen wie ASML und Tokyo Electron könnten chinesische Hersteller möglicherweise die strengeren Beschränkungen umgehen, die für US-Unternehmen wie Applied Materials Inc., Lam Research Corp. und KLA Corp. gelten würden.
Strategische Bedeutung und diplomatische Nuancen
Mit diesem strategischen Schritt sollen diplomatische Folgen vermieden und gleichzeitig der Druck auf die chinesische Halbleiterindustrie aufrechterhalten werden.
Die geplanten Ausnahmen unterstreichen, wie wichtig diplomatisches Geschick bei der Umsetzung von Exportkontrollen ist.
Die USA wollen den technologischen Fortschritt Chinas eindämmen, ohne ihre Verbündeten zu verprellen, deren Kooperation für eine wirksame Durchsetzung der chinesischen Politik von entscheidender Bedeutung ist.
„Effektive Exportkontrollen sind auf multilaterale Zustimmung angewiesen“, sagte ein US-Beamter.
Wir arbeiten kontinuierlich mit gleichgesinnten Ländern zusammen, um unsere gemeinsamen nationalen Sicherheitsziele zu erreichen.
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