Die Chipwelt steht vor einer historischen Ausbauphase, wie sie die Menschheit noch nie erlebt hat. Zwar profitieren ASML (WKN: A1J4U4) und TSMC (WKN: 909800) von riesigen Aufträgen für KI-Chips, jedoch können sie diese nicht erfüllen, wenn kleinere Spezialisten im Hintergrund nicht mitziehen. Hier entlädt sich gerade eine gewaltige Spannung, was zu einer entsprechenden Kursexplosion führen könnte.
Die dahinterstehende Story ist äußerst belastbar: Jeder neue KI-Server, jeder Hochleistungsprozessor und jeder moderne Datenspeicher benötigt immer bessere Fertigungstechnologien. Doch ohne die Maschinen, Anlagen und Spezialprozesse der Zulieferer bleibt die Herstellung moderner Halbleiter eine Idee auf dem Papier. Drei Unternehmen rücken deshalb zunehmend in den Fokus der Anleger.
Die unsichtbaren Gewinner hinter dem KI-Chip-Boom: Zulieferer
Ein Beispiel hierfür ist Süß MicroTec (WKN: A1K023). Das Unternehmen ist ein deutscher Spezialist für Halbleiter-Fertigungsanlagen und entwickelt unter anderem Lösungen für Advanced Packaging, Wafer-Bonding und Mikrosystemtechnik. Gerade der Trend zu immer komplexeren KI-Chips kommt Süß MicroTec zugute, da moderne Prozessoren zunehmend über mehrere Chipbausteine miteinander verbunden werden müssen.
Ein weiteres deutsches Unternehmen, das in diesem Bereich tätig ist, ist Aixtron (WKN: A0WMPJ). Aixtron liefert Anlagen zur Herstellung spezieller Halbleitermaterialien wie Galliumnitrid und Siliziumkarbid. Diese Technologien sind wichtig für leistungsfähige Stromchips, Rechenzentren, Elektromobilität und moderne Energieanwendungen. Der KI-Boom erhöht nicht nur die Nachfrage nach Rechenleistung, sondern auch den Bedarf an einer effizienten Energieversorgung.
Mit Applied Materials (WKN: 865177) findet man außerdem einen der größten Ausrüster der Halbleiterindustrie, der hochkomplexe Halbleiter-Fertigungsanlagen für Prozesse wie Wafer-Beschichtung (Deposition), Ätzen, Inspektion und Materialbearbeitung entwickelt und produziert. Diese Prozesse sind entscheidend, um immer kleinere und leistungsfähigere Chips für KI, Rechenzentren und High-End-Elektronik herzustellen. Ohne diese Akteure im Hintergrund geht also nur wenig.
Der KI-Chip-Zug fährt schnell – aber er wird nicht ewig rollen
Wer jedoch glaubt, mit dieser Branche einen Lottogewinn gelandet zu haben, irrt sich. Der aktuelle Halbleiterboom ähnelt früheren Technologiezyklen: Zunächst investieren die Hersteller massiv in Kapazitäten, anschließend profitieren die Zulieferer mit Verzögerung. Solange die Bereiche künstliche Intelligenz, Cloud-Infrastruktur und Digitalisierung wachsen, bleibt der Rückenwind stark.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass auch der größte Superzyklus irgendwann endet. Wenn die Fabriken ausreichend ausgebaut sind, die Nachfrage sich normalisiert hat oder es zu Überkapazitäten kommt, kann die Dynamik deutlich nachlassen und die Aktienkurse wieder fallen.
So war es zumindest regelmäßig in der Vergangenheit, als die Aktien niemanden interessierten. Die Gewinner von heute sind zwar nach wie vor spannende Unternehmen, doch auch sie bewegen sich in einer äußerst zyklischen Branche, die zudem noch recht kapitalintensiv ist.
Der Artikel ASML & TSMC am Limit: Diese 3 Zulieferer-Aktien explodieren! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.