Nach einer kleineren Konsolidierung in den letzten Tagen springt die ASML-Aktie am Mittwoch wieder kräftig an. Zeitweise steigt der Kurs um bis zu +8% und nimmt damit wieder das Rekordhoch von Ende Juni bei 1.741 € ins Visier. Für Rückenwind sorgen die Zahlen, die der niederländische Chip-Industrieausrüster am Morgen präsentiert hat. Alles zu den Ergebnissen und wie es für die Aktie nun weitergehen kann.
KI-Boom beschleunigt das Wachstum
ASML hat im zweiten Quartal die Erwartungen auf ganzer Linie übertroffen und damit eindrucksvoll bestätigt, dass der Investitionsboom rund um Künstliche Intelligenz ungebrochen ist. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorquartal von 8,77 auf 9,33 Milliarden €, während die Bruttomarge von 53 auf 54% zulegte. Unter dem Strich verdiente der Konzern 2,92 Milliarden € beziehungsweise 7,59 € je Aktie und lag damit ebenfalls über den Analystenschätzungen.
Besonders bemerkenswert ist, dass sich die Nachfrage längst nicht mehr nur auf einzelne High-End-Systeme beschränkt. Neben einer steigenden Zahl ausgelieferter Lithografiemaschinen entwickelte sich auch das margenstarke Service- und Upgrade-Geschäft sehr dynamisch. Das deutet darauf hin, dass Chiphersteller ihre bestehenden Fabriken konsequent modernisieren und gleichzeitig neue Kapazitäten aufbauen.
CEO Christophe Fouquet sieht den Treiber klar in der KI-Welle. Die enormen Investitionen in Rechenzentren und leistungsfähigere KI-Modelle erhöhen den Bedarf an modernsten Logik- und Speicherchips – und genau dafür sind die Lithografiesysteme von ASML unverzichtbar.
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Der Investitionszyklus gewinnt weiter an Dynamik
Noch wichtiger als die starken Quartalszahlen ist der Blick nach vorne. ASML hob seine Jahresprognose bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr an und erwartet nun einen Umsatz zwischen 43 und 45 Milliarden € statt bislang 36 bis 40 Milliarden €. Gleichzeitig soll die Bruttomarge auf 54 bis 56% steigen.
Auch der Ausblick für das dritte Quartal fällt mit 11 bis 12 Milliarden € Umsatz sowie einer Bruttomarge von 55 bis 57% deutlich besser aus als vom Markt erwartet.
Besonders aussagekräftig ist jedoch der angekündigte Kapazitätsausbau. Wegen des außergewöhnlich starken Auftragseingangs im ersten Halbjahr will ASML die Produktionskapazität für Low-NA-EUV- sowie DUV-Immersionssysteme bis 2027 jeweils um rund 30% erhöhen und prüft bereits eine weitere Ausweitung für 2028. Das spricht dafür, dass das Management den KI-Investitionszyklus nicht als kurzfristigen Boom, sondern als mehrjährige Wachstumsphase einstuft.
Analysten werden noch optimistischer
Entsprechend positiv fallen die ersten Reaktionen der Analysten aus. JPMorgan bestätigte das „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 1.900 € und sieht insbesondere für 2028 erhebliches Gewinnpotenzial, da der angekündigte Kapazitätsausbau die bisherigen Markterwartungen übertreffe.
Barclays bleibt ebenfalls bei „Overweight“ und einem Kursziel von 2.000 €. Die Experten verweisen auf den rekordhohen Auftragseingang bei EUV-Systemen sowie die erneut angehobenen Unternehmensziele. Jefferies lobt zwar die kräftige Prognoseanhebung, weist aber darauf hin, dass der Kapazitätsausbau für 2027 etwas hinter den zuletzt sehr hohen Erwartungen zurückbleibt. Die Einstufung lautet daher weiter „Hold“ mit einem Kursziel von 1.560 €.
Im Durchschnitt sehen Analysten die Aktie mit 1.830 € fair bewertet und damit rund +13% über dem aktuellen Kursniveau.
Chart bleibt klar aufwärtsgerichtet
Auch charttechnisch spricht derzeit vieles für die Bullen. Nach dem Rücksetzer bis an die psychologisch wichtige Marke von 1.500 € drehte die Aktie noch vor Erreichen der 50-Tage-Linie wieder nach oben. Damit bleibt der langfristige Aufwärtstrend vollständig intakt und das Momentum beeindruckend stark.
Auf der Oberseite rückt nun das Rekordhoch bei 1.741 € in den Fokus. Gelingt der Ausbruch, eröffnet sich aus charttechnischer Sicht Potenzial bis zum nächsten Fibonacci-Erweiterungsziel im Bereich von 1.850 €. Perspektivisch wäre anschließend sogar die Marke von 2.000 € erreichbar.
Eintrüben würde sich das Bild erst bei einem Rückfall unter die 50-Tage-Linie, die aktuell bei rund 1.494 € verläuft. Kritisch wäre zudem ein Bruch des steilen Aufwärtstrends seit September 2025 im Bereich von etwa 1.450 €.
ASML liefert genau das, was Anleger nach der starken Kursrallye sehen wollten: hervorragende Quartalszahlen, eine erneut deutlich angehobene Prognose und Signale, dass der KI-getriebene Investitionszyklus noch mehrere Jahre anhalten könnte. Der Kapazitätsausbau unterstreicht, wie hoch das Management die langfristige Nachfrage einschätzt.
Wer nach dem Haar in der Suppe sucht, findet dieses in der ambitionierten Bewertung. Mit einem Forward-KGV von rund 48 für 2026 und einem KGVe 2027 von etwa 33 ist bereits viel Optimismus eingepreist. Solange ASML seine hohen Erwartungen erfüllt oder sogar übertrifft, dürfte das den Aufwärtstrend jedoch kaum bremsen. Die heutigen Zahlen liefern dafür ein weiteres starkes Argument.
So bleibt ASML meiner Meinung nach ein absolutes Basisinvestment, um vom anhaltenden KI-Boom zu profitieren.
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ASML in Kürze
- ASML (WKN: A1J4U4) mit Sitz im niederländischen Veldhoven ist ein international führender Ausrüster für die Halbleiterindustrie.
- Im Bereich Lithographie-Systeme ist das Unternehmen weltweiter Technologie- und Marktführer. Die komplexen Maschinen werden zur Herstellung von effizienten und leistungsstarken Mikrochips benötigt.
- Zu den Kunden von ASML gehören alle großen Chiphersteller der Welt.
- ASML ist Mitglied im europäischen Leitindex EuroStoxx 50 und mit einem Börsenwert von aktuell 626 Milliarden € das wertvollste Unternehmen Europas.
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