
Asiatische Aktienindizes sprangen am Montagmorgen an, da Marktteilnehmer prognostizierten, dass die USA und Iran den Waffenstillstand um 60 Tage verlängern würden. In Japan stieg der Nikkei‑225‑Index um 2,85 %, baute die Gewinne der Vorwoche aus und erreichte ein Rekordhoch. Er notierte bei 65.110 Yen, ein Plus von 76 % in den letzten 12 Monaten.
Nikkei 225, Kospi, Hang Seng und globale Indizes ziehen an angesichts US‑Iran‑Deal‑Hoffnungen
Die gleiche Rallye zeichnete sich in Südkorea ab, wo der Blue‑Chip‑Kospi‑Index auf KRW 7.847 stieg, nur wenige Punkte unter dem Allzeithoch von KRW 8.048. In den letzten 12 Monaten ist er um über 200 % gestiegen und ist in diesem Jahr der weltweit stärkste Benchmark.
In China stieg der Shanghai Composite um über 1 %, während Hongkongs Hang Seng um 0,86 % zulegte.
Der gleiche Trend zeigte sich in Europa und den USA, wo Futures auf Schlüsselbenchmarks wie DAX, CAC 40, Stoxx 50, IBEX und Dow Jones ihren jüngsten Aufwärtstrend fortsetzten.
Diese Rallye wurde durch Ereignisse am Wochenende ausgelöst, in denen Präsident Donald Trump ein mögliches Abkommen mit Iran ankündigte, das einen Angriff verhinderte, wie es die meisten Analysten erwartet hatten. Medien berichteten, dass das Abkommen zu einem 60‑tägigen Waffenstillstand führen werde, der den beiden Seiten erlaubt, über einen tragfähigen Deal zu verhandeln.
Dennoch bestehen Bedenken, dass ein Abkommen, das beide Seiten zufriedenstellt, noch in weiter Ferne liegt. Außerdem dauert der aktuelle Waffenstillstand bereits 47 Tage an, und in diesem Zeitraum wurden keine greifbaren Fortschritte erzielt.
Ein Abkommen würde den breiten Aktienmarkt begünstigen
Ein Abkommen zwischen den beiden Ländern würde Aktienindizes wie den Hang Seng, Nikkei 225 und Kospi begünstigen. Zum einen würde es zu niedrigeren Rohölpreisen führen, was die Inflation in den jeweiligen Ländern reduzieren würde. Tatsächlich fielen Brent und die WTI‑Notierungen am Montag unter 100 $.
Außerdem würde es die globalen Anleiherenditen senken, da Anleger ihre Erwartung an Zinserhöhungen zurückfahren. Tatsächlich zogen die Renditen am Montag leicht zurück. In Japan fiel die zehnjährige Rendite auf 2,716 % von diesem Monats‑Hoch von 2,81 %. In Südkorea sank die Rendite auf 4,14 % von einem Hoch von 4,3 %. Derselbe Trend ist in den USA zu beobachten, wo kurz‑ und langfristige Renditen weiter zurückgingen.
Dennoch stehen diese Indizes vor einem erheblichen Risiko: Ein Abkommen wurde noch nicht offiziell verkündet. Das bedeutet, dass Trump ebenso gut entscheiden könnte, in den kommenden Tagen einen Angriff zu starten. Ein solcher Angriff hätte das Ziel, die Iraner an den Verhandlungstisch zu bringen.
Trump wird bereits dafür kritisiert, ein TACO (Trump Always Chickens Out) zu sein. Er hat wiederholt damit gedroht, Iran anzugreifen, nur um seine Drohungen zurückzunehmen. Ein gutes Beispiel war letzte Woche, als er einen Angriff androhte und dann zurückruderte.
Unterdessen steigen die asiatischen Aktien auch wegen des anhaltenden Hypes um künstliche Intelligenz. Ein genauerer Blick zeigt, dass Unternehmen der KI‑Branche zu den größten Gewinnern zählen, da sich der Fokus auf bevorstehende IPOs von Unternehmen wie SpaceX und OpenAI verlagert.
Die Softbank‑Aktie sprang auf ein Rekordhoch von 7.150 Yen, ein Anstieg von 115 % gegenüber dem Jahrestief. Sie ist ein wichtiger Investor in OpenAI, das bald an die Börse gehen will. Zu den weiteren Top‑Gewinnern im Nikkei‑225‑Index heute gehörten Taiyo Yuden, Murata Manufacturing, Lasertec und Fujikura.
Weitere führende KI‑Unternehmen wie Samsung und SK Hynix gehörten zu den größten Gewinnern in Asien, da die Nachfrage nach ihren Produkten stark anstieg.
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