
Argentinische Abgeordnete im Unterhaus haben einen Gesetzentwurf zur Einrichtung einer Sonderkommission verabschiedet, um die Verbindungen von Präsident Javier Milei zum LIBRA-Token zu untersuchen, nachdem es zu einem „Rug Pull“-Vorfall mit dem Kryptowährungsprojekt gekommen war, das er öffentlich unterstützt hatte.
Die Untersuchung stellt einen erheblichen Rückschlag für Mileis Regierung dar.
Das Unterhaus stimmte mit 128 zu 93 Stimmen der Einrichtung der Kommission zu – einer Initiative, die zuvor im Senat gescheitert war.
Milei hatte den LIBRA-Token bereits im Februar befürwortet und ihn in den sozialen Medien als potenziellen Katalysator zur Ankurbelung der angeschlagenen argentinischen Wirtschaft beworben.
Angesichts der jüngsten Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Tokens wird die optimistische Haltung des Präsidenten jedoch immer schwieriger zu verteidigen.
Opposition gewinnt im Kongress an Schwung.
Laut ZyCrypto gingen die Beratungen im Unterhaus über die Bildung der Sonderkommission hinaus.
Abgeordnete, hauptsächlich aus der Opposition, verabschiedeten außerdem mehrere Maßnahmen zur Überprüfung wichtiger Regierungsbeamter, die mit dem LIBRA-Projekt in Verbindung stehen.
Unter den Geladenen befinden sich Wirtschaftsminister Luis Caputo und der Vorsitzende der Nationalen Wertpapierkommission, Roberto Silva. Der Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen, mit 131 Ja- und 96 Nein-Stimmen.
Darüber hinaus gelang es den Gesetzgebern, die Genehmigung zur Anforderung wichtiger Dokumente und Informationen von der Exekutive bezüglich des LIBRA-Vorfalls zu erhalten. Bei der Abstimmung gab es 135 Ja- und 84 Nein-Stimmen.
Der Oppositionsvertreter Pablo Juliano betonte die Notwendigkeit von Transparenz und erklärte, der Kongress müsse untersuchen, ob der LIBRA-Token-Skandal der argentinischen Wirtschaftsstabilität ernsthaften Schaden zugefügt habe.
Milei bestreitet Fehlverhalten angesichts zunehmender Kontrolle.
Präsident Milei hat jegliches Fehlverhalten vehement bestritten und die Ermittlungen angesichts des wachsenden politischen Drucks als „klassische politische Hexenjagd“ bezeichnet.
Er versuchte sofort, sich von dem gescheiterten LIBRA-Projekt zu distanzieren und betonte, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen ihm und dem Zusammenbruch des Tokens gebe.
Oppositionsabgeordnete bleiben jedoch skeptisch, insbesondere nachdem Fotos aufgetaucht sind, die Milei zusammen mit dem Entwickler des LIBRA-Tokens zeigen.
Der Vorfall hat sich schnell zu einer großen politischen Kontroverse ausgeweitet, wobei Kritiker dem Präsidenten vorwerfen, ohne ausreichende Sorgfaltspflicht leichtfertig ein riskantes Vermögensgut gefördert zu haben.
Mit zunehmendem Fortschritt der Untersuchung könnten die politischen Folgen des LIBRA-Debakels das Vertrauen in Mileis Führung weiter untergraben, insbesondere in einer Zeit, in der Argentinien mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Herausforderungen und Marktunsicherheit zu kämpfen hat.
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