
Apple Inc. teilte am Donnerstag mit, dass es die Vermittlungsgebühren, die es von Entwicklern im App Store auf dem chinesischen Festland erhebt, senken werde, was ein bedeutendes Zugeständnis in einem der größten Märkte des Unternehmens darstellt.
Das kalifornische Unternehmen erklärte, seine Standardprovisionen für In‑App‑Käufe und kostenpflichtige Transaktionen würden von 30% auf 25% fallen; die Änderung tritt am Sonntag in Kraft.
Die Reduzierung gilt für Apps, die über den chinesischen App Store für iOS und iPadOS vertrieben werden.
Apple senkt zudem die Gebühren für Entwickler in seinem Programm für Kleinunternehmen und im Partnerprogramm für Mini‑Apps. Die Provisionen für diese Entwickler sinken von 15% auf 12%.
Das Programm für Kleinunternehmen umfasst Entwickler, die im Vorjahr weniger als $1 million Umsatz erzielt haben.
„Mini‑Apps“ bezeichnen kleinere Anwendungen, die innerhalb größerer Plattformen wie WeChat von Tencent Holdings Ltd. betrieben werden.
Die Änderung folgt auf Beratungen zwischen Apple und chinesischen Regulierungsbehörden.
Auf der Entwickler‑Website von Apple heißt es, die Anpassung erfolge nach „Gesprächen mit der chinesischen Regulierungsbehörde.“
Apple fügte hinzu, man bleibe dem Ziel fairer Bedingungen für Entwickler verpflichtet und werde „den Entwicklern, die Apps in China vertreiben, stets wettbewerbsfähige App‑Store‑Konditionen anbieten.“
Die Gebührensenkung gilt auch für internationale Entwickler, deren Apps über den chinesischen App Store vertrieben werden.
Druck der Regulierungsbehörden und Prüfung der „Apple‑Steuer“
Die langjährige 30%-Provision von Apple – häufig als „Apple‑Steuer“ bezeichnet – steht weltweit im Mittelpunkt kartellrechtlicher Prüfungen.
Regierungen und Regulierungsbehörden in mehreren Regionen haben das Unternehmen gedrängt, seine Kontrolle über die App‑Distribution und Zahlungsabwicklung zu lockern.
Die Europäische Union verabschiedete 2024 ein Gesetz, das Apple zwang, die Provisionen für Entwickler auf zwischen 10% und 17% zu senken.
In den USA erlaubt Apple inzwischen Apps, Nutzer für In‑App‑Transaktionen auf alternative Zahlungsmethoden zu verweisen.
Das Unternehmen hat auch in anderen Märkten Richtlinienänderungen eingeführt, unter anderem in Japan, wo es die Provisionen für einige Drittanbieter‑In‑App‑Zahlungen auf 21% senkte.
In China scheint die Gebührensenkung hingegen eher unter regulatorischem Druck als aufgrund einer formellen gesetzlichen Vorgabe zu erfolgen.
Chinas Kartellbehörde, die State Administration for Market Regulation, prüft Berichten zufolge Apples App‑Store‑Richtlinien und Gebühren.
Ein Bericht von Bloomberg besagte, dass Regierungsvertreter seit 2024 Gespräche mit Apple‑Managern und App‑Entwicklern zu diesem Thema geführt hätten.
Erhebliche Einsparungen für Entwickler und Super‑App‑Ökosysteme
Von der Entscheidung wird erwartet, dass sie Entwicklern, die im schnell wachsenden mobilen Ökosystem Chinas tätig sind, erhebliche Einsparungen bringt.
Einem Bericht der staatlichen Zeitung Economic Daily zufolge könnte die Reduzierung chinesischen Entwicklern jährlich mehr als 6 Milliarden Yuan ($873 million) an Betriebskosten sparen.
Die Zeitung beschrieb die Änderung als Vorteil sowohl für Entwickler als auch für Verbraucher.
„Diese Anpassung wird … die Konsumentscheidungen und die Informations‑transparenz verbessern“, schrieb die Economic Daily.
„Die Aufschläge auf digitale Güter und Dienste auf der iOS‑Seite werden schrittweise beseitigt, und die Preise für Mitgliedsabonnements, Spielaufladungen, Trinkgelder bei Live‑Übertragungen, Mini‑Programme und andere Szenarien dürften sinken, wodurch Verbraucher voraussichtlich bis zu fast 1 Milliarde Yuan pro Jahr sparen.“
Die Maßnahme wird als Durchbruch für chinesische Entwickler und Betreiber sogenannter Super‑Apps gewertet, darunter Tencent und der TikTok‑Eigentümer ByteDance.
Diese Plattformen beherbergen große Ökosysteme von Drittanbieter‑Mini‑Apps, die auf die Distribution über Apples App Store angewiesen sind.
Der Schritt von Apple erfolgt zudem zu einem sensiblen Zeitpunkt.
Die Gebührensenkung tritt am Welttag der Verbraucherrechte in Kraft, an dem chinesische Staatsmedien häufig Verbraucherschutzthemen hervorheben.
Analysten zufolge könnte die Änderung Apple zudem helfen, regulatorische Risiken in einem Markt zu verringern, der für das langfristige Wachstum des Unternehmens entscheidend bleibt.
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