
Die Apple-Aktie fiel am Mittwoch um fast 5 %, nachdem das Unternehmen die Preise für mehrere Mac- und iPad-Modelle erhöht hatte und damit zu den jüngsten Unterhaltungselektronikherstellern zählt, die die stark gestiegenen Kosten für Arbeitsspeicher und Massenspeicher infolge des KI‑Booms an die Kunden weitergeben.
Die Aktie lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung rund 4,89 % im Minus.
Die Preiserhöhungen markieren Apples ersten formellen Schritt, höhere Komponentenpreise direkt an Verbraucher weiterzugeben, nachdem Chief Executive Tim Cook gesagt hatte, der Anstieg der Speicherpreise sei nicht mehr aufzuwiegen.
„Die Unterhaltungselektronikbranche steht vor einer beispiellosen Herausforderung“, sagte Apple in einer Stellungnahme.
„Die rasche Expansion von KI‑Rechenzentren hat eine außerordentliche Nachfrage nach Arbeitsspeicher und Massenspeicher erzeugt. Wir haben noch nie gesehen, dass ein Komponentenpreis so stark und so schnell gestiegen ist.“
Das Unternehmen fügte hinzu, man habe „einen Punkt erreicht, an dem wir anfangen müssen, die Preise für eine Reihe von Produkten zu erhöhen“, ließ dabei aber die Möglichkeit weiterer Anhebungen offen.
„Wir wissen, dass dies keine willkommene Nachricht ist, und wir arbeiten unermüdlich daran, Lösungen zu finden“, hieß es.
Macs und iPads werden sofort teurer
Im Rahmen der überarbeiteten Preisstruktur kostet das Basismodell des MacBook Air nun $1,299, eine Erhöhung um $200.
Das Basismodell des MacBook Pro stieg um $300 auf $1,999, während das Einstiegsmodell MacBook Neo jetzt bei $699 beginnt, also $100 mehr.
Auch die iPad‑Reihe ist teurer geworden.
Der Preis des iPad Air wurde um $150 auf $749 erhöht, während das iPad Pro jetzt bei $1,199 beginnt, also $200 mehr.
Die iPhone‑Preise hat Apple bislang unverändert gelassen.
Cook hatte die Maßnahme letzte Woche angedeutet und dem Wall Street Journal gesagt, das Unternehmen könne Kunden nicht mehr vollständig vor den stark steigenden Komponentenpreisen schützen, die mit der KI‑Infrastruktur verbunden sind.
„Das ist eine Jahrhundertflut“, sagte Cook dem Journal. „So etwas habe ich in über 40 Jahren in keinem Bereich gesehen.“
KI‑Nachfrage verändert den Speicher‑Markt
Das explosive Wachstum der künstlichen Intelligenz hat den globalen Speichermarkt verändert.
Laut Counterpoint Research haben sich die Preise für Arbeitsspeicher und Massenspeicher in den letzten drei Quartalen vervierfacht, da Hersteller zunehmend die Produktion auf hochbandbreitigen Speicher für KI‑Server und Beschleuniger umschichten.
Hersteller von Speichern wie Micron haben Bestellungen von KI‑Chip‑Herstellern, darunter Nvidia, priorisiert, was zu Rekordgewinnen führt, aber nur eine begrenzte Versorgung für Hersteller von Unterhaltungselektronik übrig lässt.
Apple reiht sich nun in eine wachsende Liste von Elektronikherstellern ein, die aufgrund von Speicherknappheit die Preise erhöhen.
Dell, HP, Lenovo und Asus haben in diesem Jahr bereits Preiserhöhungen angekündigt, während Samsung in den USA die Preise für zwei Versionen seines S26‑Smartphones um $100 angehoben hat.
Investoren zweifeln, ob Apple Kosten ausgleichen kann
Der schnelle Anstieg der Speicherpreise wirft die Frage auf, wie Apple, das weltweit wertvollste Unternehmen im Bereich Unterhaltungselektronik, die steigenden Komponentenaufwendungen bewältigen kann, ohne die Nachfrage zu beeinträchtigen.
Investoren hofften, Apples Größe und Verhandlungsmacht würden dem Unternehmen helfen, bessere Konditionen mit Zulieferern auszuhandeln oder Kosten durch stärkere vertikale Integration auszugleichen.
Der globale DRAM‑Markt wird von Micron und den südkoreanischen Firmen SK Hynix und Samsung dominiert, die in diesem Jahr alle einen Marktwert von über 1 Billionen USD (ca. 872,3 Milliarden €) erreicht haben, da sie von einer beispiellosen Nachfrage nach KI‑Infrastruktur durch Technologiekonzerne wie Google, Meta und Amazon profitieren.
Apple hat auch geprüft, Speicher von chinesischen Lieferanten wie YMTC und CXMT zu beziehen.
Diese Bemühungen stießen jedoch bei US‑Politikern, darunter Außenminister Marco Rubio, wegen Sicherheitsbedenken auf Widerstand.
Ein jüngster Bericht von Morgan Stanley beschrieb die Situation als „Chipflation“ und schätzte, dass sich die Speicherpreise im vergangenen Jahr versechsfacht hätten, wobei der Ausbau zusätzlicher Fertigungskapazitäten Jahre dauern könnte.
Analysten von JPMorgan schätzen, dass DRAM‑ und NAND‑Speicher, die derzeit rund 10–15 % der Materialkosten für ein iPhone ausmachen, bis 2027 mehr als 45 % ausmachen könnten.
Apple hatte im April gewarnt, dass vorhandene Lagerbestände es ermöglichten, die Margen über den Erwartungen der Wall Street zu halten, aber sagte, die steigenden Speicherpreise würden bis Ende Juni schließlich die Profitabilität belasten.
Trotz der wachsenden Kostendrucke blieb das Hardware‑Geschäft von Apple im Märzquartal sehr profitabel.
Das Unternehmen erweiterte die Bruttomargen im Hardwarebereich auf 38,7 % gegenüber 35,9 % ein Jahr zuvor und meldete einen Quartalsgewinn von 29,6 Milliarden USD (ca. 25,8 Milliarden €).
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