
Micron Technology (NASDAQ: MU) steigt am Dienstagmorgen kräftig, obwohl Envision Research eine zurückhaltende Einschätzung für den DRAM- und NAND-Speicherspezialisten abgab.
Die Aufwärtsdynamik am 5. Mai hat den 14‑tägigen Relative‑Stärke‑Index (RSI) von MU in die frühen 80er gedrückt, was auf extrem „überkaufte“ Bedingungen hinweist, die oft einer Gegenbewegung vorausgehen.
Die Micron‑Aktie war in den letzten Wochen eine lukrative Anlage, sie notiert nun etwa doppelt so hoch wie zu Beginn April.
Micron‑Aktie handelt bei überdehntem EV/Sales‑Verhältnis
Envisions zurückhaltende Haltung gründet auf einer deutlichen Divergenz zwischen dem EV/Sales‑Verhältnis von MU und dem historischen Durchschnitt.
Während Investoren auf ein niedriges erwartetes Kurs‑Gewinn‑Verhältnis (Forward‑P/E) fokussiert sind, argumentiert der leitende Analyst Lucas Ma, dass das EV/Sales‑Kennzahl im Vergleich zum breiteren Halbleitersektor „sehr erhöht“ sei.
Das bedeutet schlicht: Micron wird auf Perfektion hin bewertet; obwohl das Unternehmen profitabel ist, könnte der Markt jeden Dollar Umsatz, den es erzielt, überbewerten.
Das lässt wenig bis keinen Spielraum für Fehler, sollte sich das Wachstumstempo abschwächen, sagte Ma seinen Kunden in seinem Research‑Bericht heute.
Warum Envision sonst bei MU‑Aktien zurückhaltend ist
Die zweite Säule von Envisions Vorsicht liegt in der inhärenten Zyklizität der Speicherbranche, die langfristige bullishe Struktur‑Narrative häufig über den Haufen wirft.
Im vergangenen Jahr ging die vorherrschende Stimmung an der Wall Street von einem strukturellen Angebotsdefizit bis 2027 aus, befeuert durch die Nachfrage nach High‑Bandwidth Memory (HBM).
Ma’s jüngste Erkenntnisse deuten jedoch darauf hin, dass sich die Angebots‑Nachfrage‑Dynamik schneller verschiebt als erwartet.
Da Wettbewerber ihre Kapazitäten ausbauen und die Speicherpreise zu stagnieren beginnen, steht der „Strong Buy“‑Konsens für Micron‑Aktien vor einem Realitätscheck.
In seiner Research‑Notiz bemerkte der Envision‑Analyst außerdem, dass ein rascher Anstieg der Stimmung oft einer heftigen Korrektur vorausgeht; sobald der Speicherzyklus seinen Gipfel erreicht, kann der Übergang von Knappheit zu Überangebot mit brutaler Geschwindigkeit erfolgen – und übermäßig verschuldete institutionelle Anleger überraschen.
Cramer widerspricht Lucas Ma zu Micron Technology
Auf der anderen Seite lieferte der bekannte Investor Jim Cramer ein scharfes Dementi gegenüber dem „Gipfel“‑Narrativ.
In einem Beitrag von CNBC heute sagte der ehemalige Hedgefonds‑Manager, die MU‑Aktie habe ihre zyklische Historie hinter sich gelassen und befinde sich in einer Phase des „säkularen Wachstums“.
Ihm zufolge erlebt der Speichermarkt eine „generationale Chance“, angetrieben von einer unstillbaren Nachfrage nach Hardware für künstliche Intelligenz (KI).
Trotz Envisions Bericht hielt Cramer dagegen, dass nur begrenzte neue Kapazitäten in den Markt gelangen – und CEO Sanjay Mehrotra setze alles tadellos um, um von dieser Angebots‑Nachfrage‑Dynamik zu profitieren.
Bei rund dem 6,5‑fachen Gewinn bleibt Micron Technology Inc. fundamental unterbewertet, merkte er an, und fügte hinzu, dass das Multiple sich von hier aus leicht verdoppeln könnte.
Insgesamt bezeichnete der ehemalige Hedgefonds‑Manager Rücksetzer als seltene Kaufgelegenheiten für langfristige Investoren, da MU – so seine Überzeugung – „auf dem Weg“ zu deutlich höheren Bewertungen sei.
The post Analyst warnt vor Höchststand bei Micron-Aktie: Mehr erfahren appeared first on Invezz