Erst Mitte vergangener Woche kletterte die Amgen-Aktie auf ein neues Allzeithoch. Doch mit einem Kursverlust von über -7% erlebt die Aktie des US-Biopharmariesen einen herben Dämpfer am Montagmorgen. Was ist geschehen und wie sollten Anleger nun reagieren?
Zwei schlechte Nachrichten
Auslöser für den Kursrückgang der Amgen-Aktie zum Wochenauftakt sind gleich zwei schlechte Nachrichten — eine von einem Wettbewerber und eine von einer Behörde.
Nachricht 1: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis und sein Entwicklungspartner Ionis gaben bekannt, dass ihr Hoffnungsträger Pelacarsen in der klinischen Phase-3-Studie das primäre Endziel, eine Reduktion schwerer kardiovaskulärer Ereignisse, verfehlt hat. Was hat das nun mit Amgen zu tun?
Der US-Konzern entwickelt mit Olpasiran ein sehr ähnliches Präparat gegen hohes Lipoprotein. Der Fehlschlag beim Konkurrenten schürt am Markt erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten der gesamten Substanzklasse.
Nachricht 2: Die britische Arzneimittelbehörde MHRA hat die Verschreibung des Medikaments Tavneos (Avacopan) für Neupatienten vorübergehend ausgesetzt. Die MHRA reagiert damit auf Fragen hinsichtlich der Sicherheit des Präparats.
Diese Nachricht folgt auf ähnliche Bedenken der US-Behörde FDA bezüglich der Lebertoxizität und der Wirksamkeitsdaten von Tavneos. Obwohl das Medikament nur einen kleineren Teil des Gesamtumsatzes ausmacht, belastet ein möglicher Entzug der Zulassung die Stimmung an der Börse.
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Bricht der Trend?
Die Amgen-Aktie befindet sie seit drei Monaten in einem stabilen Aufwärtskanal. Der heutige Tag könnte aber eine Trendwende darstellen.
Durch den starken Kurseinbruch dürfte die untere Trendlinie des Dow Jones-Titels durchbrochen werden. Dies könnte ein charttechnisches Signal für ein Ende des Aufwärtstrends sein.
Trotz Erfolgen zu teuer
Ich rate Anlegern, zum aktuellen Kursniveau nicht mehr in die Amgen-Aktie zu investieren. Sie ist meiner Meinung nach in den letzten Wochen etwas zu heißgelaufen.
Die Börse hat mittlerweile sehr viel Fantasie in den Pharmatitel eingepreist. Das liegt vor allem an zwei Entwicklungen:
Zum einen meldete Amgen große Erfolge rund um den Cholesterinsenker Repatha. Im letzten Quartal stieg der Umsatz um 37% auf 953 Millionen US$. Zusätzlich lieferten neue Studiendaten den Nachweis, dass das Medikament das Sterberisiko bei Hochrisikopatienten um 20% senken kann, was das Marktpotenzial weiter vergrößert.
Zum anderen bündelt Amgen seine Ressourcen voll auf seinen führenden Abnehmkandidaten MariTide und treibt dafür ein umfangreiches Phase-3-Programm mit neun aktiven Studien voran. Der Markt bewertet das Potenzial von MariTide im stark wachsenden Markt für Adipositas-Präparate zunehmend als erheblichen Kurstreiber.
Das Forward-KGV liegt aktuell aber bei 18. Für einen Biopharma-Konzern, der im laufenden Jahr mit ca. 6% und im kommenden Jahr mit rund 3% wachsen wird, ist mir diese Bewertung etwas zu ambitioniert.
Dieser Ansicht sind übrigens auch die meisten Analysten. Die Bullen von Oppenheimer und Wells Fargo sehen mit Kurszielen von 450 bzw. 435 US$ fast kein Upside mehr für die Amgen-Aktie. Die Bären von Mizuho und Bernstein glauben mit Kurszielen von 303 bzw. 335 US$ hingegen an ein massives Downside des Pharmawerts.
Dividendenanleger aufgepasst
Lediglich Dividendenanleger können sich derzeit überlegen, in die Amgen-Aktie einzusteigen. Sie besitzt eine sehr recht Kombination aus 2,4% Dividendenrendite und einem langjährigen Dividendenwachstum von 11,2%.
Hinzu kommt eine sehr hohe Dividendenkontinuität. In den letzten fünfzehn Jahren hat Amgen seine Gewinnausschüttungen immer gesteigert.
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Die Amgen-Aktie gehört zweifellos auf die Watchlist aller langfristig orientierten Anleger, nicht nur Dividendenjäger. Aber zum jetzigen Zeitpunkt ist sie mir ein wenig zu teuer. Sollte sich der Kursrückgang in den kommenden Tagen fortsetzen, könnten bald wieder attraktive Einstiegskurse erreicht werden.
Amgen in Kürze
- Amgen (WKN: 867900, Ticker: AMGN) mit Sitz in Thousand Oaks, Kalifornien, ist eines der weltweit führenden Biotechnologieunternehmen.
- Der Konzern entwickelt, produziert und vermarktet innovative Humantherapeutika und konzentriert sich dabei unter anderem auf die Bereiche Allgemeinmedizin, seltene Erkrankungen, Entzündungen und Onkologie.
- Zu den bekannten Produkten und Wirkstoffen gehören unter anderem Repatha, Evenity, Prolia, Xgeva, Enbrel, Blincyto und weitere Spezialmedikamente.
- Amgen zählt zu den Schwergewichten der Biotech-Branche und ist sowohl im Dow Jones Industrial Average als auch im Nasdaq-100 vertreten.
- Amgen ist Mitglied im Dow Jones Industrial-Index und aktuell rund 236 Milliarden US$ wert.
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