Die Aktien von Advanced Micro Devices fielen am Montag um rund 5 %, nachdem HSBC den Chiphersteller herabgestuft hatte und davor warnte, dass ein Großteil der jüngsten Rallye vor dem Ergebnisbericht zum ersten Quartal bereits eingepreist sein könnte.

Die Herabstufung folgt auf einen starken Anstieg der AMD-Aktie, die in diesem Jahr um mehr als 68 % gestiegen ist und sich in den letzten 12 Monaten um rund 258 % verteuert hat.

Allein im April verzeichnete das Unternehmen den stärksten Monat in seiner Geschichte: Die Aktie schoss um mehr als 74 % nach oben und erreichte ein Allzeithoch von $362.79.

HSBC-Analyst Frank Lee senkte die Einstufung von ‚Kaufen‘ auf ‚Halten‘ und verwies auf überzogene Bewertungen sowie begrenztes kurzfristiges Aufwärtspotenzial im Zentralprozessor- (CPU-)Geschäft des Unternehmens.

Obwohl die Bank ihr Kursziel leicht auf $340 anhob, impliziert dies dennoch ein moderates Abwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.

Steigende Erwartungen belasten den Ausblick

Lee sagte, der schnelle Aufstieg der Aktie habe die Anlegererwartungen deutlich erhöht, insbesondere hinsichtlich des Server-CPU-Wachstums von AMD.

„Wir waren gegenüber AMD optimistisch, angetrieben durch seine konstanten Marktanteilsgewinne im Server-CPU-Markt“, schrieb er und fügte hinzu, dass die jüngste Rallye „die Markterwartungen bezüglich des Wachstumstempos seiner Server-CPU-Sparte deutlich erhöht habe.“

Auch die Bewertung hat sich stark ausgeweitet.

Laut HSBC wird AMD nun mit etwa dem 33-Fachen der geschätzten Ergebnisse für 2027 gehandelt, nach rund dem 19-Fachen zuvor.

Dieser Wandel spiegelt den wachsenden Optimismus rund um künstliche Intelligenz wider, lässt aber weniger Spielraum für positive Überraschungen.

Gleichzeitig deuten technische Indikatoren darauf hin, dass die Aktie überhitzt sein könnte.

Der 14-Tage-Relative-Stärke-Index (RSI) von AMD ist über 84 gestiegen, was die Aktie eindeutig in den überkauften Bereich bringt, wobei Analysten anmerken, dass starke Quartalszahlen die Rallye dennoch verlängern könnten.

Starke KI-Nachfrage, aber das Angebot bleibt ein Engpass

Die Nachfrage nach Chips im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz stützt weiterhin AMDs Wachstumsstory.

Neben dem Konkurrenten Intel hat das Unternehmen von der steigenden Nachfrage nach CPUs profitiert, die zunehmend komplexe KI-Workloads antreiben.

HSBC wies jedoch auf Lieferbeschränkungen als zentrales Risiko hin.

AMD ist stark von Taiwan Semiconductor Manufacturing Company für die Produktion abhängig, und Kapazitätsengpässe bei der Foundry dürften bis zum Jahresende anhalten.

Während ein knappes Angebot die Preise stützen kann, schränkt es zugleich die Fähigkeit des Unternehmens ein, die starke Nachfrage vollständig auszuschöpfen.

HSBC sagte, diese Einschränkungen könnten das Volumenwachstum sowohl im CPU- als auch im AI-Grafikprozessor- (GPU-)Segment begrenzen.

Die Bank hat ihre Jahresprognosen für beide Bereiche zurückgenommen, erwartet aber dennoch, dass die Ergebnisse des ersten Quartals den Konsensschätzungen entsprechen.

Mit Blick nach vorne stellte HSBC fest, dass sich die Angebotsengpässe voraussichtlich mit dem Ausbau der Kapazitäten von Taiwan Semiconductor an Standorten in Taiwan, Japan und den USA im Zeitverlauf abschwächen werden.

Gleichzeitig erklärte die Bank, sie benötige eine klarere Sicht auf die Produktion, bevor sie eine konstruktivere Haltung zur Aktie einnehmen könne.

Quartalszahlen im Fokus bei gemischten Signalen

AMD soll am May 5 die Ergebnisse für das zum March 31 endende Quartal veröffentlichen.

Analysten erwarten laut LSEG-Daten, dass der Umsatz um etwa 33 % auf $9.89 billion steigen wird, nach $7.44 billion ein Jahr zuvor.

Die Gewinne werden auf $1.29 per share prognostiziert.

Das Unternehmen hatte zuvor einen Umsatz zwischen $9.50 billion und $10.10 billion in Aussicht gestellt, was nahelegt, dass die Ergebnisse innerhalb der Erwartungen liegen könnten.

Das Wettbewerbsumfeld bleibt ebenfalls ein Faktor.

HSBC sieht das Potenzial, dass Intel in den kommenden Quartalen für positive Überraschungen sorgt, gestützt durch seine eigene Fertigungskapazität, die dem Unternehmen helfen könnte, Marktanteile zurückzugewinnen.

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