
Amazon (AMZN) steht in den nachbörslichen Handelsstunden im Fokus, nachdem der Tech-Gigant im Q1 ein massives „Double Beat“ geliefert hat – getragen von einer Explosion der KI-getriebenen Cloud-Nachfrage und einem margenstarken Werbeaufschwung.
Investoren konzentrieren sich auf die aggressive Wachstumsdynamik des Unternehmens und auf einen vorausschauenden Umsatzausblick, der darauf hindeutet, dass der Einzelhandels- und Cloud-Riese nur noch an Fahrt gewinnt.
Die Schlagzeilenkennzahlen waren schlichtweg ein „Blowout“. AMZN meldete ein Ergebnis je Aktie (EPS) von $2.78 und verdoppelte damit nahezu die $1.63, die Analysten prognostiziert hatten.
Das ist zudem ein signifikanter Sprung gegenüber $0.98 im gleichen Quartal des Vorjahres.
Auf der Oberlinie erreichte der Umsatz $181.52 billion und übertraf damit deutlich die Schätzung von $177.30 billion; zudem ist es ein deutlicher Anstieg gegenüber den $143.3 billion im Q1 2025.
Gegenüber seinem jüngsten Tief liegt die Amazon-Aktie aktuell etwa 33 % im Plus.
AWS-Wachstum deutet darauf hin, dass Capex für die Amazon-Aktie kein Problem darstellt
Eine der Hauptsorgen der Investoren in Big Tech in diesem Jahr waren die explodierenden Kosten für den Aufbau des „AI-Backbones“, doch Amazons Q1-Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich diese Investitionen bereits auszahlen.
AMZN bestätigte, dass die Investitionsausgaben (Capex) für 2026 auf ein Rekordniveau von $200 billion steigen sollen, weitgehend für Rechenzentren und firmeneigene Siliziumlösungen wie den Trainium3-Chip.
Während ein Preisetikett von $200 billion den Markt normalerweise erschrecken könnte, dämpft die Effizienz im Segment Amazon Web Services (AWS) die Skepsis der Bären.
Die AWS-Umsätze stiegen auf $37.59 billion, übertrafen die Schätzung von $36.64 billion und verzeichneten das schnellste Wachstum seit Jahren.
Das deutet darauf hin, dass für jeden Dollar, den Amazon in Infrastruktur investiert, der Markt eine direkte, margenstarke Rendite von Unternehmenskunden sieht, die KI-Workloads in die Cloud verlagern.
Die Aktionärsängste vor „Überausgaben“ weichen der Erkenntnis, dass die AMZN-Aktie faktisch einen breiten, technologischen Graben aufbaut, den Konkurrenten nur schwer nachbilden können.
AMZN-Aktien profitieren weiterhin von margenstarken Werbeerlösen
Neben der Cloud hat sich das Werbegeschäft von Amazon als margenstarker Treiber etabliert und erzielte $17.24 billion Umsatz, womit es die von Wall Street erwarteten $16.87 billion übertraf.
Dieses Geschäft ist für Investoren besonders attraktiv, da seine Margen deutlich höher sind als im traditionellen Einzelhandel und es im Wesentlichen als „reiner Gewinn“ fungiert, der die massiven Logistik- und F&E-Kosten des Unternehmens subventioniert.
Die Integration von Werbeebenen in Prime Video und der Einsatz generativer KI, um Verkäufern bei der Erstellung effektiverer Kampagnen zu helfen, haben Amazon zur drittgrößten digitalen Werbeplattform weltweit gemacht.
Blickt man nach vorn, bleibt der Ausblick des Managements äußerst zuversichtlich: Amazon.com Inc erwartet für Q2 Umsätze zwischen $194 billion und $199 billion, deutlich über den von Analysten erwarteten $188.9 billion.
Das legt nahe, dass der „Flywheel“-Effekt – mehr Käufer führen zu mehr Daten, was zu effektiveren Anzeigen führt – schneller denn je rotiert und das sehr bullisch für Amazon-Aktien ist.
Ist Amazon nach den Q1-Zahlen einen Kauf wert?
Das Bullenszenario für AMZN-Aktien dreht sich nicht mehr nur um den Verkauf von Büchern oder Lebensmitteln; es geht um die vollständige Dominanz des digitalen Ökosystems.
Aus Bewertungssicht wird das erwartete KGV von Amazon zunehmend attraktiv, da das Gewinnwachstum (plus über 180 % im Jahresvergleich) das Kurswachstum weiterhin übertrifft.
Aktuelle Analystenkommentare von Firmen wie JPMorgan heben hervor, dass Amazon in eine „goldene Ära der Margenausweitung“ eintritt, da Automatisierung und Robotik in den Fulfillment-Zentren die „cost to serve“ senken, während KI das nächste Wachstumssegment von AWS anschiebt.
Mit einer liquiden Bilanz und der jüngsten strategischen Partnerschaft mit dem KI-Startup Anthropic, die seine Position weiter festigt, erobert Amazon den gesamten KI-Stack – von den Chips (Trainium) über die Plattform (Bedrock) bis zu den kundenorientierten Apps.
Für langfristige Anleger bestätigt der Q1-Bericht, dass Amazon nicht nur Teilnehmer der KI-Revolution ist; es ist der Vermieter.
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