Altech Advanced Materials: Die neue deutsche Batterie-Aktie

Die deutschen Autokonzerne investieren zig Milliarden Euro in den Aufbau ihrer Elektroauto-Flotten. Daneben soll auch ein möglichst großer Teil der Zuliefererkette in Deutschland bleiben. Hier kommt Altech Advanced Materials ins Spiel, eine der wenigen deutschen Batterieaktien.

Varta warnbt vor China

Varta-Boss Herbert Schein warnte erst jüngst im Interview mit der Augsburger Allgemeinen Zeitung davor, dass sich die deutsche Autobranche im Batteriebereich zu sehr von chinesischen Lieferanten abhängig mache. Der gute Mann muss es wissen, denn Varta ist eine der wenigen deutschen Batterieaktien. Auch wenn das Unternehmen sich den Schritt in den Elektroauto-Markt noch offen hält: Die Varta-Aktie zeigt nach der jüngsten Prognose-Anhebung schon einmal, in welche Richtung es gehen kann. Das Papier hat sich binnen 12 Monaten vervierfacht, der Börsenwert des Unternehmens aus Ellwangen lag am Freitag bei mehr als 4,2 Mrd. Euro. Wenn die Vorprodukte für Batterien künftig aus Ostasien stammen, sind viele deutsche Arbeitsplätze in Gefahr. Laut Zahlen des Magazins Der Spiegel arbeiten 880.000 Menschen direkt in der Autoindustrie oder bei Zulieferern.

Ohne HPA geht es nicht

Doch es gibt auf dem heimischen Kurszettel einen Neuzugang in Sachen Batterie-Aktien: die Altech Advanced Materials (kurz AAM). Das Unternehmen mit Sitz in Heidelberg ist aus dem Börsenmantel der früheren Youbisheng Green Paper hervorgegangen. Mit dem “China-Kracher”, der viele Anleger viel Geld und Nerven gekostet hat, hat AAM aber nichts zu tun außer dem Börsenmantel. Vielmehr plant das Unternehmen, sich als Beteiligungsgesellschaft im Batteriesektor aufzustellen. Dazu hat man in Australien einen Partner gefunden. Auf Mit-Initiative der Deutschen Balaton will man sich an einer HPA-Fabrik in Malaysia beteiligen. Bei HPA handelt es sich um hochreines (99,99%iges) Aluminiumoxid. Das findet eine große Nachfrage bei LED-Lampen und in Computerchips. Doch das Material ist vor allem bei Batterieherstellern begehrt. Denn HPA kommt als Separator von Anode und Kathode zum Einsatz. Es verhindert Kurzschlüsse und erhöht die Lebenszeit von Elektroauto-Batterien. Das Research-Haus CRU erwartet, dass der Markt bereits im kommenden Jahr in ein Angebotsdefizit schlittert (siehe Graphik unten). Und auch die Preise entwickeln sich entsprechend positiv. So wurde das Material noch vor zwei Jahren zu Preisen von 27 Dollar je Kilo gehandelt. Inzwischen werden in Japan 40 Dollar und mehr bezahlt. IN Europa soll HPA sogar schon etwas mehr Wert sein.

CRUConsulting_HPAStudy_July2019_AltechChemicals

Deutsche Technologie mitten in Asien

Altech Advanced Materials plant, sich mit bis zu 100 Mio. Dollar an der HPA-Fabrik zu beteiligen. Im besten Fall hält man dann 49 Prozent daran. Aktueller Eigentümer ist die australische Gesellschaft Altech Chemicals, die dann 51 Prozent halten würde. Deren CEO Iggy Tan sitzt auch im Vorstand von AAM. Das Ziel ist es, im Jahr 2021 mit einer Jahreskapazität von 4.500 Tonnen p.a. in Produktion zu gehen. Die Fabrik befindet sich bereits im Bau, Altech Chemicals meldete erst jüngst den Abschluss der ersten Bauphase (siehe hier). Den Bau selbst setzt die Düsseldürfer SMS Group beziehungsweise deren Tochter um. Sie garantiert die Qualität des Materials und auch die Produktionsmenge. Zudem hat sich der Anlagenbauer an der in Australien börsennotierten Altech Chemicals bereits beteiligt und will weiteres Eigenkapital investierne. Ein weiteres Plus ist, dass die KfW IPEX-Bank einen Teil der Finanzierung übernimmt. Sie hat insgesamt 190 Mio. US-Dollar zugesagt. Neben der Nutzung deutscher Technologie spielte dabei auch die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Denn das im Produktionsprozess eingesetzte Verfahren verbraucht weniger Energie, es fallen keine Giftstoffe an, lediglich Sand und Wasser. Alle anderen Chemikalien werden im Rahmen des Verfahrens wiederverwendet.

Niedrige Kosten, hoher Cashflow

Aufgrund dessen geht Iggy Tan auch von sehr niedrigen Kosten aus, die bis zu zwei Drittel unter den aktuellen Produktionskosten der Branche liegen sollen. Um das KfW-Darlehen zu erhalten, veröffentlichte Altech Chemicals eine Finanzstudie für die Fabrik. Demnach liegt der NAV bei einem Preis von 27 Dollar je Kilo HPA bei satten 505 Mio. Dollar. Das jährlich zu erzielende EBITDA wird im KfW-Szenario mit 76 Mio. Dollar angegeben. „Ein wesentlicher Teil der Wachstumsstory ist aber auch, dass mit Sicht auf einige Jahre weitere HPA-Werke entstehen könnten“, sagt Vorstand Hansjörg Plaggemars im Interview mit Börsengeflüster. Fakt ist, dass Altech Chemicals bereits im Kontakt mit der Landesregierung von Sachsen steht. Ministerpräsident Michael Kretschmer lud das Unternehmen ein, die zweite HPA-Fabrik in seinem Bundesland zu bauen, und zwar im Industriepark “Schwarze Pumpe”. Damit könnte sich ein weiterer Zulieferer aus dem Batterisektor in Deutschland ansiedeln. Für Altech Advanced Materials sind das gute Aussichten. Zum einen liegt der NAV der Fabrik deutlich über den 100 Mio. Dollar, die man selbst zum Erwerb von maximal 49 Prozent aufwenden will. Zum anderen liegen die Preise heute höher. Zudem hat man das HPA quasi bereits verkauft. Mitsubishi Australia, eine Tochter des japanischen Industriegiganten, wird für zehn Jahre das gesamte Material abnehmen. Wohlwissend um die steigende Nachfrage wurde aber kein Fixpreis vereinbart, so dass auch die Altech-Aktionäre hiervon profitieren können.

AltechChemicals_SchwarzePumpe_Industriepark

Kapitalerhöhung beschlossen

Um die Finanzierung zu stemmen, hat Altech Advanced Materials (2,70 Euro; A2BPG1) eine Kapitalerhöhung beschlossen. Aus dem Börsenmantel soll schließlich ein richtiges Unternehmen werden. AAM wartet noch auf die Genehmigung des Prospekts durch die Aufsichtsbehörde Bafin. Sobald diese vorliegt, will man das Kapital bei Anlegern in Deutschland einsammeln, vermutlich zwischen dem 13. und dem 27. November 2019. Die Barkapitalerhöhung mit Bezugsrecht erfolgt im Verhältnis 1:40 (!) zu einem Ausgabepreis von 1,10 Euro je Aktie. Im Rahmen dieser Kapitalmaßnahme könnte AAM bis zu 75 Mio. Euro einsammeln. Zudem ist danach eine Privatplatzierung für die nicht bezogenen Papiere geplant, dann allerdings zum Preis von 1,20 Euro je Anteilschein. Insofern lohnt es sich für interessierte Investoren, zuvor die AAM-Aktie zu kaufen und dann das Bezugsrecht auszuüben.

 

 

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Bilder/Graphiken: TK News Services UG (haftungsbeschränkt), Altech Chemicals, CRU

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