Die Aktien von Alphabet (WKN: A14Y6F) und Meta Platforms (WKN: A1JWVX) bilden gerade einen tiefen Dip aus. Insbesondere in der letzten Woche verloren beide Tech-Konzerne stark an Wert. Alphabet büßte 6 % ein. Bei Meta Platforms waren es sogar 9,7 %. Zwei Korrekturen in einer Zeit, in der die Aktienmärkte ohnehin nicht in Topform sind.

Das hat natürlich seine Gründe. Die große Frage, die über allem steht, lautet für mich jedoch: Handelt es sich bei diesen zwei Tech-Konzernen jetzt um eine Buy-the-Dip-Chance? Auf der einen Seite vielleicht. Auf der anderen möchte ich dir zu bedenken geben, dass du gerade jetzt sehr viele Möglichkeiten hast. Lass uns die aktuelle Ausgangslage daher einmal etwas intensiver auseinandernehmen.

Alphabet & Meta Platforms: Das aktuelle Problem!

Bei den Aktien von Alphabet und Meta Platforms hat eine erfolgreiche Klage in den USA für jede Menge Wirbel gesorgt. Eine junge US-Amerikanerin verklagte mit ihrem Anwalt die Tech-Konzerne. Der Grund: Sie sei von Social Media abhängig. Das habe zu Depressionen, Angstzuständen und weiteren psychischen Krankheiten geführt. Der Vorwurf lautet, dass insbesondere Facebook und YouTube von ihrem Layout so strukturiert seien, dass die Plattformen die Nutzer einfangen, abhängig machen und die negativen psychologischen Folgen tolerieren.

Harter Tobak, keine Frage. Es steht im Raum, dass Alphabet und Meta Platforms nun womöglich ihre Designs abändern müssen, um diesem Problem zu begegnen. Das wiederum kann dazu führen, dass sich das Nutzerverhalten und die Wachstumsmöglichkeiten verändern. Das Monetarisierungspotenzial steht ein wenig auf dem Spiel. Zudem sind einige weitere Klagen anhängig, die zu milliardenschweren Strafzahlungen führen könnten. Im Kern geht es sogar darum, ob die Plattform von Alphabet und Meta Platforms einen besonderen Schutz genießen. Zuvor waren die Konzerne eigentlich abgeschirmt von derartigen Klagen. Es gibt schließlich ein Gefälle zwischen denjenigen, die auf den Plattformen posten, den Betreibern der Tech-Portale und dem Endnutzer. Mit vielfältigen Möglichkeiten, um einzugreifen und zu steuern.

Einmaleffekt vs. eine sich wandelnde Branche?!

Bei Meta Platforms und Alphabet kommt außerdem hinzu, dass sich die Branche verändert. Social Media wird stärker reguliert. So hat Australien beispielsweise erklärt, dass Nutzer erst 16 Jahre alt sein müssen, bevor sie Social Media verwenden. Ähnliche Tendenzen gibt es in anderen Regionen. Das erscheint mir als das große Kernproblem, das wirklich einen Wandel bedeuten könnte. Allerdings sollten wir die Kirche im Dorf lassen: Es handelt sich in der Tendenz eher um einen Einmaleffekt. Vielleicht um einen, der Milliarden von US-Dollar kostet.

Aber Meta Platforms verdiente im Geschäftsjahr 2025 60,45 Mrd. US-Dollar. Alphabet hingegen 132 Mrd. US-Dollar. Selbst wenn eine Beilegung oder eine außergerichtliche Einigung in allen anhängigen Fällen mehrere Milliarden US-Dollar kosten würde: Die beiden Konzerne würden weder daran zugrunde gehen, noch wäre das grundlegende Geschäftsmodell gefährdet. Die beiden Urteile zeigen eigentlich nur einmal mehr, wie dominant die Plattformen dieser beiden US-Tech-Konzerne sind. Sie besitzen Burggräben, Wettbewerbsvorteile und mittlerweile eigentlich zeitlose Geschäftsmodelle.

Das sehen wir auch an den Margen: Alphabet und Meta Platforms besitzen in normalen Geschäftsjahren Nettomargen zwischen 30 und 40 %. So ein qualitatives Geschäft geht nicht einfach durch einen kleineren Wandel oder eine Klage verloren. Die Aktie von Meta Platforms können wir jetzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 22 kaufen. Alphabet wird hingegen mit einem KGV von 25 bewertet. Beide Tech-Aktien erscheinen im Moment daher wieder etwas preiswerter.

Meta Platforms & Alphabet: Buy the Dip – oder doch lieber Alternativen?!

Die große Preisfrage lautet nun daher: Sollten wir den Dip bei Alphabet und Meta Platforms kaufen? Einerseits sehe ich zeitlose Geschäftsmodelle, die enorm hohe Cashflows verbuchen und über intakte Wettbewerbsvorteile verfügen. Es handelt sich im Moment um eine kurze Durststrecke, die vielleicht teuer wird. Vielleicht kommen wir bei den Techkonzernen sogar noch günstiger zum Zug. Möglich.

Die Kehrseite ist: Es existieren wirklich viele Chancen im Markt, die jetzt günstig sind. Durch das KI-frisst-Software-Narrativ sind auch viele Software-Aktien sehr preiswert. Die SAP-Aktie wird zum Beispiel zu einem KGV von 23 gehandelt. Der deutsche Software-Konzern besitzt im Gegensatz zu Alphabet und Meta Platforms hingegen keine unternehmensspezifischen Probleme. Auch Aktien wie Mensch und Maschine oder Vitec Software sind ebenfalls preiswert, teilweise deutlich stärker korrigiert und besitzen ein womöglich größeres Potenzial.

Daher sage ich im Moment: Alphabet und Meta Platforms bleiben interessant. Keine Frage. Aber gerade jetzt ist vielleicht auch ein guter Zeitpunkt, damit wir die möglichen Alternativen besonders stark abwägen.

Der Artikel Alphabet & Meta Platforms: Kaufe den Dip – nicht?! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.