Alphabet (WKN: A14Y6F) zahlt mittlerweile eine Dividende. Damit hat sich der US-amerikanische Tech-Konzern, der vor allem für Google bekannt ist, in den Kreis der ausschüttenden Konzerne eingereiht. Unter anderem auch PayPal oder Meta Platforms haben mit ersten Zahlungen begonnen. Möglicherweise steht das für reifere Geschäftsmodelle.

Bei Alphabet erhalten wir nunmehr 0,21 US-Dollar je Aktie und Vierteljahr. Die Dividende entspricht bei einem Aktienkurs von 339,32 US-Dollar je A-Aktie allerdings nur einer Dividendenrendite von 0,25 %. Pro Jahr, nicht pro Vierteljahr. Die Ausschüttungsrendite ist daher doch eher gering, um einen Renditebeitrag zu leisten.

Unsere heutige Frage lautet aber nicht, ob Alphabet heute bereits eine attraktive Dividendenaktie ist. Nein, sondern ob sie in Zukunft eine wird. Blicken wir daher auf die Voraussetzungen und den bisherigen Pfad. Zwar schauen wir erst auf zwei Jahre an Dividenden zurück. Erste Tendenzen lassen sich dennoch ableiten.

Alphabet: Auf dem Weg zur Dividendenaktie?!

Bei Alphabet lässt sich eine gewisse Dynamik erkennen. Die erste Dividende lag beispielsweise noch bei 0,20 US-Dollar je Aktie und Vierteljahr. Heute sind es hingegen 0,21 US-Dollar. Klar, bei der Dividendenrendite handelt es sich um Wachstum auf einem vergleichsweise geringen Niveau. Aber es entspricht trotzdem einer Dividendenerhöhung um 5 % binnen eines Jahres. Die erste Erhöhung folgte ein Jahr nach der Aufnahme der ersten Zahlung. Es wird jedenfalls spannend, ob die Entwicklung weitergeht. Denn jetzt ist erneut ein Jahr rum.

Natürlich könnte sich Alphabet mit Blick auf den Gewinn eine höhere Dividende leisten. Die Jahresdividende von 0,84 US-Dollar entspricht bei einem 2025er Gewinn je Aktie von 10,81 US-Dollar nicht einmal einem Ausschüttungsverhältnis von 8 %. Von der Dividende profitieren daher primär Großinvestoren. Larry Page erhält beispielsweise etwa 300 Mio. US-Dollar pro Jahr, die ihm Liquidität verschaffen, ohne dass er Aktien verkaufen muss. Aber es könnte der Beginn einer spannenden Dividendenhistorie werden. Selbst wenn es zunächst eher einen Inflationsausgleich pro Jahr gibt.

Für den Moment dürfte Alphabet aber eher auf Aktienrückkäufe setzen. Im Jahr 2025 flossen beispielsweise 70 Mrd. US-Dollar in die eigene Aktie. Bei einer Wachstumsgeschichte wie Alphabet erhöht sich dadurch stärker der Wert je Aktie. Für den Moment lautet mein Zwischenfazit daher: Alphabet finanziert mit der Dividende eher das Leben und die Kosten der Großinvestoren. Die geringe Dividendenrendite zeigt zudem, dass ein nachhaltiger Aufbau einer attraktiven Dividende derzeit noch nicht die Top-Priorität hat.

Wachstumsinitiativen benötigen Geld!

Ein weiterer wichtiger Punkt ist das operative Geschäft. Alphabet investiert derzeit in neue Wachstumsfelder. Dazu zählen neben der Cloud-Infrastruktur auch der Geschäftsbereich Künstliche Intelligenz. Der US-Tech-Konzern hat im Jahre 2025 bereits 91,4 Mrd. US-Dollar für Investitionen, insbesondere in KI, ausgegeben. Im Jahre 2026 sollen es hingegen 175 bis 185 Mrd. US-Dollar sein. Davon fließen zunächst etwa 60 % in Server und 40 % in Datenzentren. Es ist aber ein gewaltiges Volumen, mit dem der Tech-Konzern ein riesiges Ökosystem, bestehend aus Infrastruktur, finanzieren kann.

Zurück zum Thema Dividende: Im Moment besteht dadurch aber auch einfach nicht der Raum, um mehr Dividende zu zahlen. Bereits Aktienrückkäufe sind geringer geworden. Alphabet hat im Jahre 2025 einen operativen Cashflow von 164 Mrd. US-Dollar eingefahren. Der freie Cashflow mag mit 73,3 Mrd. US-Dollar ebenso imposant sein. Wir sehen jedoch, dass eigentlich jeder US-Dollar (oder vielleicht sogar ein wenig mehr), den der Konzern verdient, in neue Wachstumsmöglichkeiten fließt. Künstliche Intelligenz ist das zentrale Projekt. Die neue Wachstumschance und hier eine möglichst gute Wettbewerbsposition zu haben, hat einfach Priorität. Für eine steigende Dividende sind nicht unbedingt die Mittel vorhanden.

Wird Alphabet eine gute Dividendenaktie?!

Die Frage, ob Alphabet daher eine attraktive Dividendenaktie wird, müssen wir meiner Meinung nach daher noch verneinen. Erst einmal geht es um das Geschäft, um Wachstum, Künstliche Intelligenz, die Cloud. Selbst danach dürften Aktienrückkäufe gegenüber der Dividende noch Priorität haben. Ein Ausschüttungsverhältnis von 8 % ist aber so gering, dass es möglicherweise einen Inflationsausgleich geben kann. Vielleicht erhöht das Management einmal pro Jahr die Dividende je Aktie und Vierteljahr um einen US-Cent. Könnte sein. Viel mehr sehe ich im Moment jedoch nicht.

Gleichwohl glaube ich, dass Alphabet in zehn Jahren oder vielleicht etwas länger ein reifer Konzern werden dürfte, der dann wiederum eine Cashcow darstellt. Dann kann es durchaus mehr Spielraum für die Dividende geben. Aber: Als Einkommensinvestor würde ich nicht auf dieses Vielleicht spekulieren. Sondern mich mit dem Wachstum, der Wettbewerbsposition und den Möglichkeiten des Tech-Konzerns beschäftigen. Sie sind nämlich im Moment bedeutend attraktiver und wichtiger.

Der Artikel Alphabet: Bald eine gute Dividendenaktie?! ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.