Die Almonty-Aktie befindet sich seit einigen Wochen in einer Konsolidierungsphase. Gegenüber dem Rekordhoch von Mitte April bei 24,41 US$ belaufen sich die Abschläge inzwischen auf mehr als -30%. Müssen sich Anleger Sorgen machen oder bietet der Rücksetzer gute Chancen, um sich beim US-Wolframhersteller zu positionieren?

Wandelanleihe und Gewinnmitnahmen belasten kurzfristig

Der wichtigste Belastungsfaktor war die milliardenschwere Finanzierung Anfang Juni. Almonty platzierte eine mehrfach überzeichnete Wandelanleihe über insgesamt 800 Millionen US$. Das Kapital verschafft dem Unternehmen enorme finanzielle Schlagkraft für den Ausbau seiner Projekte in Südkorea und den USA. Gleichzeitig schürt eine Wandelanleihe naturgemäß Sorgen über eine mögliche spätere Verwässerung der bestehenden Aktionäre.

Hinzu kamen klassische Gewinnmitnahmen nach einer außergewöhnlichen Kursentwicklung. Innerhalb eines Jahres hatte die Aktie zeitweise mehr als +700% zugelegt. Viele Investoren nutzten daher die erfolgreiche Inbetriebnahme der Sangdong-Mine und den starken Lauf, um Kasse machen.

Verstärkt wurde die Konsolidierung durch technische Effekte rund um die Aufnahme in die Russell-Indizes. Vor Indexumstellungen sorgen Arbitragegeschäfte und Portfolioumschichtungen häufig für kurzfristige Verzerrungen, bevor passive Indexfonds ihre Käufe abschließen.

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Russell-Aufnahme bringt langfristig neue Investoren

Genau dieser Schritt könnte sich mittelfristig jedoch als wichtiger Kurstreiber erweisen. Seit Ende Juni gehört Almonty offiziell zum Russell 1000 und Russell 3000. Damit rückt der Wolfram-Produzent auf den Radar zahlreicher institutioneller Investoren. Vermögenswerte von mehr als zwölf Billionen US$ orientieren sich an diesen Benchmarks. Indexfonds und große Vermögensverwalter müssen die Aktie nun berücksichtigen, was Liquidität und Handelsvolumen nachhaltig erhöhen dürfte.

Parallel arbeitet das Management an weiteren Schritten. Neben einer möglichen Nasdaq-Notierung steht auch die Aufnahme in weitere Rohstoffindizes auf der Agenda. Das Ziel ist klar: eine breitere institutionelle Investorenbasis und eine stabilere Aktionärsstruktur.

Operativ läuft vieles nach Plan

Auch abseits der Börse liefert Almonty weiter positive Nachrichten. Die Sangdong-Mine in Südkorea befindet sich im Hochlauf und soll perspektivisch einen erheblichen Teil der Wolframversorgung außerhalb Chinas übernehmen. Gleichzeitig schreitet das Molybdän-Projekt schneller voran als geplant. Erste Bohrergebnisse bestätigen die historischen Ressourcen und eröffnen zusätzliches Potenzial.

In den USA treibt das Unternehmen zudem die Reaktivierung der historischen Gentung-Lagerstätte voran. Das Projekt gewinnt zusätzlich an Bedeutung, weil Washington ab 2027 chinesisches Wolfram für den Verteidigungssektor ausschließt. Almonty positioniert sich damit als einer der wenigen westlichen Anbieter eines strategisch wichtigen Rohstoffs.

Hoher Wolframpreis bietet starken Rückenwind

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung am Rohstoffmarkt. Während die Aktie korrigierte, setzte der Wolframpreis seinen Aufwärtstrend fort. Strengere chinesische Exportbeschränkungen, geopolitische Spannungen und die wachsende Nachfrage aus Rüstungs-, Luftfahrt- und Hightech-Industrie sorgen weiterhin für ein strukturell knappes Angebot.

Für Almonty ist dieses Umfeld nahezu ideal. Steigende Rohstoffpreise treffen auf wachsende Produktionskapazitäten und langfristig abgesicherte Absatzmöglichkeiten. Damit verbessert sich das Ertragspotenzial des Unternehmens erheblich.

Im Übrigen: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

Der jüngste Kursrückgang wirkt derzeit deutlich stärker von technischen Faktoren und Verwässerungssorgen geprägt als von einer Verschlechterung des operativen Geschäfts. Im Gegenteil: Mit der Russell-Aufnahme, dem Hochlauf der Sangdong-Mine, weiteren Projektfortschritten und einem außergewöhnlich starken Wolframmarkt bleiben die fundamentalen Aussichten hervorragend.

Wer an den langfristigen Ausbau westlicher Lieferketten für kritische Rohstoffe glaubt, könnte die aktuelle Schwächephase daher als attraktive Einstiegschance wahrnehmen. Anleger sollten jedoch die Kehrseite kennen: Almonty bleibt eine äußerst volatile Wachstumsaktie, deren Kursschwankungen auch künftig erheblich ausfallen dürften. Für nervenschwache Investoren ist der Titel daher weiterhin kaum geeignet.

ℹ Almonty Industries in Kürze

  • Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram.
  • Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
  • Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 4,7 Milliarden US$ bewertet.

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