Der Aktienkurs von Almonty Industries liefert derzeit ein paradoxes Bild. Während das Wolfram-Unternehmen einen operativen Meilenstein nach dem anderen erreicht, setzt die Aktie ihre Korrektur fort. Am Mittwoch markierte sie bei 14,30 US$ sogar ein neues Verlaufstief und bestätigte damit den seit Mitte April laufenden Abwärtstrend. Doch für langfristig orientierte Anleger könnte sich in der aktuellen Schwäche eine günstige Einstiegsgelegenheit eröffnen.

Sangdong wird vom Minenprojekt zum Produzenten

Mit dem Produktionsstart der Sangdong-Mine in Südkorea hat Almonty Anfang Juli den wohl wichtigsten Schritt seiner Unternehmensgeschichte vollzogen. Erstmals fließen aus dem Flaggschiffprojekt potenziell operative Umsätze. In der neuen Aufbereitungsanlage wird bereits gelagertes Erz zu verkaufsfähigem Wolframkonzentrat verarbeitet.

Zum Start verfügt das Unternehmen über rund 140.000 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Wolframtrioxid-Gehalt von etwa 0,25%. Der Lagerbestand besitzt nach Unternehmensangaben einen geschätzten Bruttowert von rund 68 Millionen US$ und reicht für mehrere Monate Anlaufbetrieb. Diese Phase soll genutzt werden, um Prozesse zu optimieren und die Anlage schrittweise auf höhere Erzgehalte hochzufahren.

Parallel schreitet auch das benachbarte Molybdän-Projekt voran. Rund 37% des umfangreichen Bohrprogramms sind inzwischen abgeschlossen. Erste Ergebnisse bestätigen die historischen Ressourcenschätzungen und eröffnen Almonty zusätzliche Wachstumsperspektiven über das Wolframgeschäft hinaus.

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Strategische Rohstoffe bleiben gefragt

Die langfristigen Fundamentaldaten sprechen weiterhin für Almonty. Wolfram zählt zu den Schlüsselmetallen für Rüstungs-, Luftfahrt-, Halbleiter- und Maschinenbauindustrie und die Preise stabilisieren sich nach einer starken Rallye auf hohem Niveau. Da China weiterhin den Großteil der weltweiten Produktion kontrolliert und westliche Staaten ihre Lieferketten zunehmend diversifizieren, gewinnt Sangdong erheblich an strategischer Bedeutung.

Zusätzlichen Rückenwind liefert die US-Verteidigungsindustrie. Ab Januar 2027 dürfen Zulieferer des US-Verteidigungsministeriums kein Wolfram mehr aus China, Russland, Iran oder Nordkorea verwenden. Damit dürfte die Nachfrage nach westlichen Lieferquellen weiter steigen.

Auch Molybdän entwickelt sich zunehmend zu einem spannenden Zukunftsmarkt. Der Rohstoff gewinnt in modernen Halbleiterarchitekturen an Bedeutung und könnte mittelfristig ein zweites Standbein für Almonty werden.

Finanzierung sorgt kurzfristig für Druck

Warum fällt die Aktie trotz dieser Fortschritte? Hauptgrund ist die im Juni platzierte Wandelanleihe über 800 Millionen US$. Zwar verschafft sie Almonty genügend Kapital für den weiteren Ausbau der Sangdong-Mine und die Entwicklung weiterer Projekte, gleichzeitig fürchten Anleger eine spätere Verwässerung ihrer Anteile.

Hinzu kamen Gewinnmitnahmen nach der außergewöhnlichen Kursrallye der vergangenen Monate sowie die allgemeine Schwäche an den südkoreanischen und internationalen Technologiebörsen. Operativ hat sich an der Investmentstory dagegen wenig geändert.

Analysten bleiben klar auf der Käuferseite

Das gilt auch für die Einschätzungen der Analysten. Die große Mehrheit empfiehlt Almonty weiterhin zum Kauf. Besonders hervorgehoben werden der erfolgreiche Produktionsstart, die einzigartige strategische Position außerhalb Chinas sowie das enorme Umsatzpotenzial in den kommenden Jahren. Mehrere Analysehäuser sehen Kursziele deutlich oberhalb des aktuellen Niveaus und bewerten den jüngsten Rücksetzer ausdrücklich als attraktive Einstiegschance.

Das mittlere Kursziel beträgt 24,50 US$ und suggeriert ein Upside-Potenzial von mehr als +60%. Die Analysten von Cantor Fitzgerald halten sogar einen Anstieg auf 25,40 US$ für möglich – fast +70% über dem aktuellen Kursniveau.

Charttechnik: Wichtige Unterstützungszone rückt näher

Charttechnisch bleibt das Bild kurzfristig angeschlagen. Mit dem Rückfall auf 14,30 US$ wurde der seit April bestehende Abwärtstrend bestätigt. Auf der Unterseite richtet sich der Blick nun auf das März-Tief bei 13,52 US$ sowie die in diesem Bereich verlaufende 200-Tage-Linie bei rund 13,25 US$. Beide Marken bilden eine starke Unterstützungszone, an der die Chancen auf einen nachhaltigen Turnaround steigen. Für eine detaillierte Chartanalyse, kannst Du hier weiterlesen.

Im Übrigen: Die globale Aufrüstung treibt die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen – unser exklusiver Report „Rüstung – Megatrend im Rohstoffsektor“ identifiziert zwei Unternehmen, die von dieser Entwicklung maximal profitieren werden.

Der Produktionsstart in Sangdong markiert den Übergang vom Minenentwickler zum Produzenten – ein Meilenstein, der das Ertragspotenzial von Almonty grundlegend verändert. Gleichzeitig sprechen die strukturelle Wolframknappheit außerhalb Chinas, die zunehmende strategische Bedeutung des Metalls und die zusätzlichen Perspektiven im Molybdän-Geschäft für eine langfristig attraktive Wachstumsstory.

Die aktuelle Kursschwäche dürfte daher vor allem kurzfristigen Faktoren geschuldet sein. Sollte die Produktion planmäßig hochlaufen und die ersten Umsätze überzeugen, könnte sich die derzeitige Korrektur rückblickend als attraktive Einstiegsgelegenheit erweisen. Für mich bleibt Almonty eines der aussichtsreichsten Investments im Rohstoffsektor.

ℹ Almonty Industries in Kürze

  • Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram.
  • Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
  • Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 4,24 Milliarden US$ bewertet.

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