Die Aktie des US-Wolframherstellers Almonty hat in den letzten Wochen starke Korrekturen verzeichnet. Der Kurs ist vom Hoch bei 22,55 US$ in der Spitze um rund -35% gefallen. Hat sich durch den Kursrutsch nun eine perfekte Einstiegsgelegenheit aufgetan oder drohen weitere Korrekturen?

Kosten steigen deutlich stärker als die Umsätze

Nach einem beeindruckenden Höhenflug haben Anleger zuletzt Kasse gemacht bei der hochfliegenden Almonty-Aktie. Ein Grund für die Verkäufe könnte auch in der jüngsten Jahresbilanz liegen. Diese offenbarte nämlich einen deutlichen Anstieg auf der Kostenseite.

Während der Umsatz um 13% auf 32,5 Millionen US$ kletterte, verzeichneten die Verwaltungs- und Gemeinkosten ein Plus von 231% auf 20,5 Millionen US$. Die Folge: Das bereinigte operative Ergebnis rutschte mit 17,1 Millionen US$ in die Verlustzone, die Bruttomarge behauptete sich mit 1,9% gerade so im positiven Bereich. Kurz gesagt: Die Einnahmen aus dem laufenden Betrieb reichen derzeit nicht aus, um die administrativen Kosten zu decken.

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Iran-Krieg belastet und sorgt für „Risk-off“

Doch sind die hohen Kosten tatsächlich der Grund für die schlechte Stimmung am Markt. Ich bezweifle dies, zumal es sich bei den gestiegenen Kosten  zu einem großen Teil um nicht-liquiditätswirksame buchhalterische Effekte handelt. Meiner Meinung nach spielt der Konflikt im Nahen Osten  eine weitaus größere Rolle bei der aktuellen Bewegung am Markt. Es kommt zu einer klassischen „Risk-off“-Bewegung.

Hierdurch rücken die operativen Meilensteine von Almonty offenbar etwas in den Hintergrund. Das Unternehmen hat im März die Sangdong-Wolframmine in Südkorea in Betrieb genommen – nach über 30 Jahren Stillstand – und bereits im Dezember die erste Erzlieferung gemeldet.

Sangdong als „Game Changer“

Sangdong beherbergt eines der größten Wolframvorkommen außerhalb Chinas und hat damit das Potenzial zu einem Schlüsselprojekt für die westlichen Lieferketten zu werden. Bei voller Kapazität soll die Mine rund 40% des weltweiten Wolframbedarfs außerhalb Chinas decken, was sie zu einer strategisch wichtigen „Goldgrube“ macht.

Der Fokus liegt nun ganz klar auf den Zahlen zum ersten Quartal, die voraussichtlich am 20. Mai erscheinen. Denn darin werden sich erstmals Erlöse aus der Sangdong-Mine und die historisch hohen Wolframpreise niederschlagen. Der Preis für Ammoniumparatungstat (APT), dem wichtigsten Zwischenprodukt von Wolfram, ist auf Jahressicht um mehr als 500% gestiegen und lag zuletzt im Durchschnitt bei 2.650 US$ pro MTU.

Was bedeutet das für die Aktie?

Daher betrachte ich den jüngsten Kursrückgang weiterhin als gesunde Korrektur innerhalb eines intakten Bullenmarktes. Ganz ähnlich sehen das im Übrigen auch die Analysten, die nach den jüngsten Zahlen ihre Kursziele vielfach sogar angehoben haben. Oppenheimer und Alliance Global setzten das Kursziel auf 19 bzw. 19,25 US$ hoch, B. Riley schraubte seines auf 23 US$ nach oben. D.A. Davidson hielt am bisherigen Kursziel fest, sieht mit 25 US$ aber am meisten Upside-Potenzial.

Auch in der Vergangenheit war die Aktie nach starken Anstiegen auch immer wieder etwas deutlicher zurückgekommen, ehe es weiter nach oben ging. Dieses für Wachstumstitel typische Kursmuster wiederholt sich gerade. Und möglicherweise hat die Aktie mit der 50-Tage-Linie (SMA50) bereits ihr Korrekturziel erreicht.

Wo wir wieder bei der Einstiegsfrage sind. Für langfristig orientierte Investoren stellt der Rücksetzer meiner Meinung nach eine sehr gute Kaufgelegenheit dar. Zwar ist nicht auszuschließen, dass der Kurs zunächst noch etwas weiter zurückfällt, in ein paar Wochen dürfte die Aktie aber schon wieder deutlich höher stehen.

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ℹ Almonty in Kürze

  • Almonty Industries (WKN: A1JSSD) mit Sitz in Toronto, Kanada ist ein 2011 gegründetes Bergbauunternehmen. Der Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Wolfram.
  • Derzeit betreibt der kanadische Rohstoffproduzent Minen in Portugal, Spanien und Südkorea.
  • Die Hauptbörsen der Aktie sind die Toronto Stock Exchange und die Nasdaq; in Deutschland ist die Aktie über Tradegate handelbar. Das Unternehmen wird aktuell mit 3,92 Milliarden US$ bewertet.

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