
Alibaba hat seine Belegschaft stark reduziert, während das Unternehmen sein Geschäft umstrukturiert und seinen Fokus auf Künstliche Intelligenz (KI) verstärkt.
Ende Dezember hatte die chinesische E‑Commerce‑ und Technologieguppe 128,197 Beschäftigte, gegenüber 194,320 ein Jahr zuvor, was einem Rückgang von etwa 34% im Jahresvergleich entspricht.
Die Mitteilung erfolgte zusammen mit dem am Donnerstag veröffentlichten jüngsten Quartalsbericht, der einen starken Rückgang bei Gewinn und Umsatz zeigte und die Markterwartungen für das letzte Quartal des vergangenen Jahres verfehlte.
An der Börse in Hongkong notierte Aktien fielen am Freitag im Anschluss an die Zahlen um 6%, was die Anlegerreaktion auf die finanzielle Entwicklung und den laufenden Übergang widerspiegelt.
Rückzug aus dem Einzelhandel treibt Stellenabbau
Ein großer Teil des Personalabbaus folgte Alibabas Ausstieg aus seinen Offline‑Einzelhandelsgeschäften.
Das Unternehmen verkaufte Ende 2024 seine Beteiligung an Sun Art Retail Group und stieg zur gleichen Zeit auch aus seiner Beteiligung an der Warenhauskette Intime aus.
Diese Schritte reduzierten den Bedarf an Mitarbeitern, die mit physischen Einzelhandelsaktivitäten verbunden sind.
Alibaba hat historisch ein breites Ökosystem betrieben, das E‑Commerce‑Plattformen, Logistiknetzwerke und Cloud‑Services umfasst.
Die jüngsten Änderungen zeigen eine Verschiebung weg von arbeitsintensiven Segmenten hin zu Bereichen, die weniger physische Infrastruktur benötigen.
Das Ausmaß des Abbaus ist deutlich größer als frühere Anpassungen.
Im Dezember 2024 hatte Alibaba bereits die Belegschaft im Vergleich zum Vorjahr um 11% reduziert, was darauf hindeutet, dass der jüngste Rückgang eine beschleunigte Restrukturierungsphase widerspiegelt.
Ergebnisverfehlung belastet Aktien
Die Personalaktualisierung war Teil der quartalsmäßigen Ergebnisveröffentlichung von Alibaba.
Die Zahlen zeigten, dass der Gewinn in dem Zeitraum um 67% einbrach, während der Umsatz die Analystenerwartungen verfehlte.
Anleger reagierten schnell auf die schwächere Performance und drückten die an der Hongkonger Börse notierten Aktien am Freitag um 6%.
Die Kennzahlen unterstreichen den Druck, dem Alibaba ausgesetzt ist, während das Unternehmen sein Geschäft umgestaltet und in einigen traditionellen Segmenten mit langsamerem Wachstum kämpft.
Alibaba bleibt nach Marktkapitalisierung Chinas zweitgrößtes Technologieunternehmen.
Dies ist auch Teil eines breiteren Trends: Große Technologieunternehmen weltweit haben im vergangenen Jahr Personal abgebaut, um sich an veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und sich wandelnde Investitionsprioritäten anzupassen.
KI‑Strategie gewinnt an Fahrt
Das Unternehmen positioniert sich neu und macht Künstliche Intelligenz zu einem zentralen Wachstumstreiber.
Alibaba arbeitet darauf hin, ein Full‑Stack‑KI‑Ökosystem aufzubauen, das Halbleiterentwicklung, Recheninfrastruktur und KI‑Modelle umfasst.
Im Rahmen dieser Strategie hat das Unternehmen diese Woche einen agentenbasierten KI‑Dienst namens Wukong für Unternehmenskunden eingeführt.
Zudem hat es die Preise für seine Cloud‑ und Speicherdienste um bis zu 34% angehoben und dabei starke Nachfrage sowie steigende Lieferkettenkosten als Gründe genannt.
Der Fokus auf KI steht im Einklang mit den breiteren Entwicklungen der Branche, da Technologieunternehmen stark in Werkzeuge und Infrastruktur investieren, die maschinelles Lernen und Automatisierung unterstützen.
Cloud‑Ambitionen prägen Zukunftspläne
Die Unternehmensführung hat ehrgeizige Ziele für die Cloud‑ und KI‑Sparten formuliert.
Während der Ergebnis‑Telefonkonferenz am Donnerstag sagte CEO Eddie Wu, das Unternehmen strebe an, seine Cloud‑ und KI‑Umsätze innerhalb der nächsten fünf Jahre auf mehr als $100 billion jährlich zu steigern.
Dieses Ziel unterstreicht eine langfristige Verschiebung hin zu margenstarken Technologiediensten und weg von geschäften, die mit physischem Einzelhandel verknüpft sind.
Der Übergang erfordert anhaltende Investitionen und organisatorische Veränderungen, während Alibaba sich an ein stärker technologiegetriebenes Wachstumsmodell anpasst.
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