Die Aktien von Super Micro Computer Inc. (NASDAQ: SMCI) mussten heute nach der Veröffentlichung des Ergebnisberichts für das vierte Quartal einen Rückgang von 20 % hinnehmen.

Trotz der Ankündigung einer besser als erwarteten Prognose und einer bevorstehenden Aktienaufteilung im Verhältnis 1:10 mit Wirkung zum 1. Oktober war die Marktreaktion überwiegend negativ.

Verzögerung bei Nvidias Blackwell-GPUs

Bei der Telefonkonferenz des Unternehmens zu den Quartalsergebnissen erwähnte CEO Charles Liang, dass er bis zum Beginn des zweiten Quartals 2025 keine nennenswerte Auslieferung der Nvidia Blackwell-GPUs erwarte.

Für das vierte Quartal, also das Dezemberquartal, wird es, schätze ich, sehr klein ausfallen. Kleines Volumen für technische Muster. Das wirkliche Volumen müsste also, glaube ich, im Märzquartal nächsten Jahres liegen. Und deshalb erwarten wir nur 26 bis 30 Milliarden Dollar.

Karl-Heinz Liang

Unternehmen wie Microsoft und Google haben die Verzögerungen in ihren Gewinnberichten bereits bestätigt. Auch wenn der CEO von Nvidia behauptet, dass viele der Lieferungen bis Ende dieses Jahres abgewickelt sein werden, geben die Kunden möglicherweise ein realistischeres Bild wieder.

Wenn Unternehmen wie Nvidia einen Konstruktionsfehler so spät im Herstellungsprozess entdecken, ist das normalerweise keine gute Nachricht.

Die Herstellung von Halbleitern ist ein komplizierter Prozess und Nvidia und Taiwan Semiconductor werden viel Arbeit vor sich haben, um die Mängel zu beheben. Da Nvidia jedoch keine große Konkurrenz hat, beeinträchtigt eine Verzögerung von ein paar Monaten das Unternehmen nicht.

Allerdings betrifft es ein Unternehmen wie Super Micro Computer, das eine konservative Prognose abgegeben hat, da es bis zum letzten Quartal des Geschäftsjahres 2025, das im Juni 2025 endet, keine großen Auswirkungen der Blackwell-GPUs auf seine Verkäufe von Flüssigkeitskühlungs-Racks erwartet.

Allerdings berücksichtigt der prognostizierte Umsatz bereits ein Wachstum von 87 % im Vergleich zum Vorjahr, was beeindruckend ist. Noch beeindruckender ist, dass dies zu dem Umsatzwachstum von 110 % im Geschäftsjahr 2024 hinzukommt.

Was sagen die Analysten?

Die Aktie wurde von BofA herabgestuft und von der vorherigen Kaufempfehlung auf Neutral eingestuft. Die Analysten des Unternehmens gehen davon aus, dass die Margen des Unternehmens trotz der Erwartung hoher Umsätze niedrig bleiben werden.

Die Tatsache, dass Analysten der Prognose des Unternehmens hinsichtlich steigender Umsätze zustimmen, zeigt jedoch, dass die KI-Branche voraussichtlich weiterhin stark bleiben wird. Dies könnte ein gutes Zeichen für Aktien sein, die sich auf KI-Infrastrukturen konzentrieren.

Wells Fargo behielt seine Bewertung „Equal Weight“ mit einem Kursziel von 650 Dollar bei. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass der Umsatzanstieg den Rückgang der Margen ausgleicht und weder einen allgemeinen Nutzen bringt noch Anlass zu großer Besorgnis gibt.

Das Analystenteam von JP Morgan unter der Leitung von Samik Chatterjee behielt seine Übergewichtung und das Kursziel von 950 Dollar bei. Sie glauben, dass die schwachen Margen des Unternehmens bereits eingepreist seien.

Die Aktie wurde zuletzt zu 492 US-Dollar gehandelt, was einem Abschlag von 48 % gegenüber dem Kursziel von JP Morgan entspricht.

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