Die Adyen-Aktie hat Anlegern 2026 bis dato wenig Freude bereitet. Doch am Donnerstagmorgen setzt sich der niederländische Zahlungsdienstleister mit einem Kurssprung von +10% an die Spitze des europäischen Leitindex Euro Stoxx 50. Was steckt hinter der starken Performance und könnte sie sich in Zukunft fortsetzen?

Überraschend positive Zahlen

Gründe für den zweistelligen Kursgewinn der Adyen-Aktie ist die Vorlage der Halbjahreszahlen. Sie fielen im Wesentlichen unerwartet positiv aus.

Beim Umsatz konnte Adyen im Vergleich zum Vorjahr um 19% auf 1,30 Milliarden € zulegen. Damit übertraf der Zahlungsdienstleister knapp den Analystenkonsens von 1,29 Milliarden €.

Deutlich über der Markterwartung lag das abgewickelte Zahlungsvolumen. Es stieg im Jahresvergleich um fast 30% auf rund 804 Milliarden €. Analysten hatten zuvor nur 792 Milliarden € auf dem Zettel. Dieses starke Plus wurde vor allem durch Großkunden aus dem Bereich E-Commerce und Enterprise-Plattformen getrieben, unter anderem die Ausweitung von Partnerschaften mit Kunden wie OpenAI, Microsoft und Toast.

Fast in gleicher Höhe wie den Umsatz konnte Adyen auch sein Ergebnis steigern. Der operative Gewinn erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 17,3% auf 641,5 Millionen €, verfehlte aber minimal die Analystenerwartung von 645,3 Millionen €.

Ursächlich für die verfehlte Gewinnschätzung waren höhere Integrations- und Konsolidierungskosten im Zusammenhang mit den jüngsten Übernahmen von Orb, einem Spezialisten für Abrechnungsinfrastruktur für Unternehmen, und Talon.One, einer Plattform für Kundenbindung und Werbeaktionen. Diese Zukäufe tragen schätzungsweise rund einen Prozentpunkt zum Umsatzwachstum bei, verwässerten die Marge aber kurzfristig leicht.

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Guidance angepasst

Der Ausblick auf das Gesamtjahr 2026 wurde sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis angepasst. Beim Umsatz geht Adyen nun von einem leicht höheren Wachstum zwischen 21 bis 23% aus. Bislang erwartete das Management einen Anstieg von 20 bis 22%.

Beim Ergebnis rechnet der Zahlungsdienstleister allerdings mit einer leichten Verschlechterung der EBITDA-Marge für das Gesamtjahr von etwa einem Prozentpunkt gegenüber 2025. An der mittelfristigen Zielsetzung einer Marge von über 55% bis 2028 hält das Adyen-Management allerdings fest.

Endlich wieder vierstellig

Der heutige Tag ist von charttechnisch größter Bedeutung. Seit Februar stellte die 1.000 €-Marke ein unüberwindbares Hindernis für die Adyen-Aktie dar. Heute morgen gelang ihr nach sechs Monaten wieder der Sprung in den vierstelligen Kursbereich. Bis zum Jahreshoch bei fast 1.500 € ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Kein Spielraum für ein Upside

Mit seinen Zahlen hat Adyen untermauert, dass es immer noch ein sehr dynamisch wachsendes Unternehmen mit Wachstumsraten von über 20% ist. Eine Entwicklung bereitet mir allerdings Sorge:

Der Umsatz hat sich in den ersten sechs Monaten des Jahres wesentlich geringer als das abgewickelte Zahlungsvolumen erhöht. Das legt nahe, dass die Preise von Adyen unter Druck stehen. Diese Entwicklung zeigt sich auch in der Marge. Adyen scheint nicht in der Lage zu sein, seine operative Marge zu erhöhen.

Vor diesem Hintergrund halte ich die Adyen-Aktie mit einem Forward-KGV von 24 für fair bewertet. Viel Spielraum nach oben sehe ich bei der Bewertung nicht.

Der Markt für Zahlungsdienstleistungen ist extrem wettbewerbsintensiv. Gemeinsam mit PayPal und Stripe zählt Adyen zwar zu den drei globalen Platzhirschen, aber der Wettbewerb durch digitale Wallets und Zahlungen durch Apple Pay, Google Pay und andere Anbieter sowie regulatorische Eingriffe belasten den Markt. Die Deckelung der Interbankenentgelte in der EU begrenzen beispielsweise die Gebühren, die Dienstleister einnehmen können.

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Für mich ist die Adyen-Aktie derzeit keinen Kauf wert. Die Bewertung ist meiner Meinung nach gerade noch fair. Spielraum für ein Upside des Zahlungsdienstleisters sehe ich aus den genannten Gründen allerdings nicht.

ℹ Adyen in Kürze

  • Adyen (WKN: A2JNF4) ist ein niederländischer Dienstleister auf dem Gebiet der Zahlungsabwicklung.
  • Mit der Software von Adyen können Unternehmen Zahlungen sowohl im stationären als auch im Online-Handel abwickeln.
  • Zu den Kunden des Zahlungsdienstleisters zählen renommierte Konzerne wie Booking.com, H&M, Netflix und Uber.
  • Das in Amsterdam ansässige Unternehmen ist Mitglied im europäisichen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist Adyen aktuell mit rund 32 Milliarden € bewertet.

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