Die Adidas-Aktie bricht am Donnerstag aktuell um rund -17,3% ein und notiert bei etwa 150 €. Damit ist sie der größte Verlierer im DAX. Auslöser des Kurssturzes sind vor allem enttäuschte Erwartungen an die Ertragsentwicklung. Doch wie schwer wiegt die Enttäuschung tatsächlich? Für Anleger stellt sich die Frage: Bietet der starke Kursrückgang jetzt eine attraktive Einstiegschance?
Deutliches Wachstum erzielt
Der Bericht zum zweiten Quartal zeigt erneut ein kräftiges Umsatzwachstum. Dazu trug auch die hohe Nachfrage rund um die Fußball-Weltmeisterschaft bei.
Der währungsbereinigte Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 14% auf 6,7 Milliarden € und erreichte damit einen neuen Unternehmensrekord. Besonders dynamisch entwickelte sich das Direktgeschäft (DTC), das um 25% zulegte.
Adidas verzeichnete in allen wichtigen Regionen Wachstum. Zu den wichtigsten Treibern gehörten die Bereiche Fußball, Running und Motorsport.
Die Ertragsentwicklung fiel dagegen etwas schwächer aus. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 5% auf 574 Millionen €, das Periodenergebnis stieg um 6% auf 398 Millionen €.
Belastend wirkten vor allem höhere Marketingaufwendungen und die umfangreichen Kampagnen rund um die Fußball-WM. Insofern sind die Quartalszahlen insgesamt als solide zu bezeichnen, auch wenn die Gewinnentwicklung hinter dem Umsatzwachstum zurückblieb.
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Umsatzprognose angehoben
Gleichzeitig mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen erhöhte Adidas seine Umsatzprognose.
Statt eines Umsatzwachstums im hohen einstelligen Prozentbereich wird nun mit einem Anstieg von 9 bis 10% gerechnet.
Das Betriebsergebnis soll weiterhin rund 2,3 Milliarden € erreichen. Aufgrund der starken Umsatzentwicklung erscheint sogar eine leichte Überschreitung dieses Ziels möglich.
Bewertung
Der massive Kursrückgang erscheint auf den ersten Blick übertrieben. Das Unternehmen wächst zweistellig, erzielt Rekordumsätze und konnte seine Umsatzprognose sogar anheben.
Allerdings sollte die Marktreaktion nicht vollständig als irrational bezeichnet werden. Das Betriebsergebnis blieb mit 574 Millionen € unter den Erwartungen von rund 627 Millionen €. Gerade bei einer Aktie, die zuvor mit hohen Erwartungen bewertet wurde, können solche Abweichungen erhebliche Kursbewegungen auslösen.
Hinzu kommt, dass die höheren Marketingaufwendungen zwar im Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft stehen, gleichzeitig aber die kurzfristige Profitabilität belasten.
Trotzdem bleibt das fundamentale Bild positiv. Adidas ist global hervorragend positioniert, wächst in mehreren Regionen und profitiert von einer starken Nachfrage nach seinen wichtigsten Produktkategorien.
Auch die Analysten bleiben überwiegend zuversichtlich. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei rund 213 €.
Der Kurssturz von -17,3% hat die Bewertung der Adidas-Aktie deutlich reduziert. Aus meiner Sicht steht der Rückgang nicht im Verhältnis zur weiterhin guten operativen Entwicklung.
Kurzfristig sind weitere Schwankungen möglich, insbesondere weil der Markt nun genau darauf achten wird, ob Adidas seine hohen Margenerwartungen erfüllen kann. Mittel- und langfristig bleibt die Investmentstory jedoch intakt.
Für langfristig orientierte Anleger bietet das aktuelle Kursniveau daher wieder deutlich attraktivere Einstiegsmöglichkeiten. Die Dividendenrendite verbesserte sich deutlich auf 1,8%
Hier sei erwähnt: Nicht jede Dividenden-Aktie bietet auch Kurspotenzial – doch einige tun es durchaus. Diese zehn Titel wurden nach beiden Kriterien ausgewählt und könnten 2026 für eine doppelte Rendite sorgen.
Adidas in Kürze
- Adidas mit Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg ist nach Nike der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt. Fast jedes Kind kennt die Marke mit den drei Streifen, die sich vor allem als Ausstatter in Leistungssport und Popkultur einen Namen gemacht hat.
- Das Produktspektrum des Konzerns reicht von Bekleidung und Schuhen über Sportausrüstung bis zu Accessoires. Zudem werden unter Lizenz Brillen, Kosmetik und Uhren vermarktet.
- Der Adidas ist Mitglied im deutschen Leitindex DAX und im europäischen Leitindex EuroStoxx 50. An der Börse ist der Konzern aktuell knapp 27 Milliarden € wert.
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