
Die Aktien von Accenture stiegen am Donnerstag, nachdem der Beratungsriese eine mehrjährige Partnerschaft mit dem französischen KI-Start-up Mistral AI angekündigt hatte.
Die Aktie lag im Tagesverlauf etwa 6% höher bei $202.98.
Durch die Vereinbarung erhält Accenture Zugang zu den Modellen von Mistral AI zur Nutzung in seinen Beratungs- und Technologiediensten.
Finanzielle Details wurden nicht bekannt gegeben.
Die Unternehmen erklärten, Accenture-Experten könnten Werkzeuge wie Mistral AI Studio nutzen, mit dem Anwender Modelle testen und verfeinern können, bevor sie sie im großen Maßstab in Geschäftsprozesse überführen.
Accenture erklärte, die Partnerschaft werde dabei helfen, Kunden zu beraten, wie KI tiefer in Arbeitsabläufe integriert, repetitive Aufgaben automatisiert und die Projektdurchführung beschleunigt werden kann.
Das Unternehmen hat sich zunehmend als Brücke zwischen experimentellen KI-Tools und großflächiger unternehmensweiter Implementierung positioniert.
Mistral-Deal Teil einer breiteren KI-Offensive
Der Mistral-AI-Deal ist der jüngste in einer Reihe von Partnerschaften, die Accenture mit führenden KI-Entwicklern geschlossen hat.
Anfang dieser Woche wurde die Beratungsgesellschaft in eine kleine Gruppe von Unternehmen aufgenommen, die mit OpenAI zusammenarbeiten, um frühen Zugang zu dessen Frontier Agenten-KI-Plattform zu erhalten.
Im Dezember kündigte Accenture zudem eine dreijährige Partnerschaft mit Anthropic an, um Unternehmen dabei zu helfen, von Pilotprojekten zur vollständigen KI-Einführung überzugehen.
Anthropic erklärte damals, Accenture sei zu einem seiner drei größten Unternehmenskunden geworden.
Geschäftsführerin Julie Sweet hat KI wiederholt als zentrale Wachstumskraft für das Unternehmen bezeichnet und Mitarbeiter dazu aufgerufen, schnell Expertise in dieser Technologie aufzubauen.
Accenture gab an, bereits einen erheblichen Teil seiner rund 780,000 Mitarbeitenden in KI-Tools geschult zu haben, und warnte gleichzeitig, dass diejenigen, die sich nicht anpassen könnten, mit einem Ausscheiden rechnen müssten.
Wie profitiert Mistral?
Für Mistral AI bringt die Partnerschaft einen hochkarätigen Kunden in einer kritischen Phase seiner Expansion.
Das in Paris ansässige Start-up baut ein Netzwerk von Allianzen auf, da Unternehmen und Regierungen Alternativen zu US-amerikanischen Anbietern von KI-Modellen suchen.
Laut seiner Website werden die Modelle von Mistral AI bereits von Unternehmen wie IBM, Cisco Systems, SAP, Stellantis und ASML Holding genutzt.
Letztes Jahr führte ASML eine Finanzierungsrunde an, die mehr als $1.5 Milliarden in Mistral AI einbrachte und für rund 11% Anteil sorgte, wodurch das Start-up mit nahe $14 Milliarden bewertet wurde.
Mistral AI hat außerdem Partnerschaften mit mehreren europäischen Regierungen sowie mit Singapur und Marokko geschlossen.
Debatte unter Investoren über die Auswirkungen von KI
Die Accenture-Aktien hatten in den letzten Monaten Schwierigkeiten, da Investoren darüber diskutieren, ob generative KI die Nachfrage nach Beratungsleistungen verringern wird, indem Aufgaben automatisiert werden, die traditionell von großen Teams erledigt werden.
Die Aktie des Unternehmens liegt in diesem Jahr bisher mehr als 21% im Minus.
Dennoch zeigen sich einige Analysten optimistisch.
UBS bekräftigte kürzlich eine Kaufempfehlung für Accenture mit einem Kursziel von $320, was fast 50% Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert.
Die Bank argumentiert, dass generative KI eher die Nachfrage nach Transformationsprojekten steigern werde, als Accenture vollständig zu ersetzen.
UBS schätzt, dass generative KI 250 bis 300 Basispunkte zur jährlichen Wachstumsrate von Accenture hinzufügen könnte, was ein Umsatzwachstum von etwa 6% bis 2030 stützt.
Sie weist auch auf den wachsenden Anteil pauschal vergüteter Verträge hin, der nun etwa 60% des Umsatzes ausmacht und dazu beitragen könnte, Margendruck durch KI-getriebene Preisänderungen abzufedern.
Bewertung und Ausblick
Die Bewertung ist Teil des bullischen Arguments.
Accenture wird mit etwa dem 14‑fachen der erwarteten Gewinne für die nächsten zwei Jahre gehandelt, sein niedrigstes Multiple seit mehr als einem Jahrzehnt und ein Abschlag gegenüber dem S&P 500.
Das Management hat außerdem einen Ausblick auf mindestens $9.3 Milliarden an Kapitalrückflüssen für das Geschäftsjahr 2026 gegeben, was mehr als 90% des prognostizierten freien Cashflows entspricht.
Zwar bleiben Fragen zum Tempo der KI-Einführung und zu deren Auswirkungen auf die Wirtschaftsmodelle der Beratung offen, doch die wachsende Liste von Partnerschaften deutet darauf hin, dass Accenture entschlossen ist, sich im Zentrum der unternehmensweiten KI-Einführung zu positionieren, statt davon an den Rand gedrängt zu werden.
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