Die AbbVie-Aktie hat den Wegfall des einstigen Blockbusters Humira deutlich besser verkraftet als viele Anleger erwartet hatten. Mit der milliardenschweren Übernahme von Apogee Therapeutics will der Pharmakonzern nun auch die Weichen für das Wachstum nach dem kommenden Patentablauf von Skyrizi stellen.
Erfolgreicher Generationswechsel in der Immunologie
Nach dem Patentablauf von Humira galt AbbVie lange als Kandidat für sinkende Umsätze. Tatsächlich entwickelte sich das Gegenteil: 2025 erzielte der Konzern mit 61,16 Milliarden US-Dollar einen Rekordumsatz und übertraf damit sogar das bisherige Hoch aus dem Jahr 2022.
Möglich wurde dies durch Skyrizi und Rinvoq. Beide Medikamente erzielten zusammen rund 25,9 Milliarden US-Dollar Umsatz und erwirtschaften inzwischen mehr Erlöse als Humira zu seinen besten Zeiten. Auch 2026 setzt sich das starke Wachstum fort. Skyrizi legte im ersten Quartal um 29,2 Prozent zu, Rinvoq wuchs um mehr als 20 Prozent.
Apogee soll nächste Patentlücke schließen
Mit der Übernahme von Apogee Therapeutics für 10,9 Milliarden US-Dollar bereitet AbbVie bereits den nächsten Innovationszyklus vor. Wichtigster Bestandteil der Transaktion ist der Wirkstoff Zumilokibart zur Behandlung von Neurodermitis.
Das Medikament könnte Patienten deutlich weniger Injektionen ermöglichen als etablierte Therapien und damit einen klaren Wettbewerbsvorteil bieten. In Phase-2-Studien erzielte der Wirkstoff überzeugende Ergebnisse sowohl bei der Wirksamkeit als auch bei der langfristigen Krankheitskontrolle. Die entscheidenden Phase-3-Studien sollen noch 2026 beginnen, eine mögliche Markteinführung wird Anfang 2030 erwartet.
Zusätzliche Chancen im Asthma-Markt
Zum Kauf gehört außerdem APG273, eine Kombinationstherapie für Asthma. Erste Daten deuten auf ein breites Wirkspektrum hin. Gemeinsam adressieren die geplanten Einsatzgebiete der neuen Wirkstoffe bereits heute ein Marktpotenzial von rund 40 Milliarden US-Dollar.
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Anleger sehen strategischen Mehrwert
Die Börse reagierte positiv auf die Übernahme. Anders als bei vielen großen Pharmadeals werteten Investoren den Zukauf nicht als teure Wachstumsoffensive, sondern als logische Erweiterung eines bereits führenden Immunologiegeschäfts.
AbbVie verfügt mit Skyrizi und Rinvoq über starke Marktpositionen und könnte seine bestehende Vertriebsorganisation nutzen, um neue Produkte deutlich schneller am Markt zu etablieren.
Bewertung bietet weiteres Potenzial
Obwohl Analysten bis Ende des Jahrzehnts mit einer deutlichen Abschwächung des Wachstums rechnen, scheint der potenzielle Beitrag von Zumilokibart in den aktuellen Schätzungen kaum berücksichtigt zu sein.
Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 18 liegt AbbVie leicht unter dem Branchendurchschnitt, obwohl das Unternehmen hohe Margen und einen starken freien Cashflow erzielt. Sollte Zumilokibart erfolgreich auf den Markt kommen, könnte dies die Wachstumserwartungen deutlich verbessern.
Nach unserer positiven Einschätzung zur AbbVie-Aktie vor zwei Wochen konnte der Kurs einen großen Satz nach oben machen. Der Konzern hat bewiesen, dass er bedeutende Patentabläufe erfolgreich bewältigen kann. Mit der Übernahme unseres sharedealsPlus-Tipps Apogee (mehr als +200% Kursgewinn) soll nun die Grundlage geschaffen werden, um diese Erfolgsgeschichte auch im kommenden Jahrzehnt fortzuschreiben.
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