Das dezentrale Kreditprotokoll (DeFi) Aave erlebte am 10. März 2026 ein erhebliches technisches Problem, als ein Fehler in seinem Risikoorakel zu etwa $27 million an Liquidationen führte.

Während das Protokoll selbst unbeschadet blieb, hat das Ereignis die Aufmerksamkeit auf die Zuverlässigkeit von Orakeln in DeFi erneuert, zumal weiterhin Spannungen in der Governance bestehen.

Der AAVE-Token zeigt sich zwar resilient, doch andere Marktbedingungen könnten Bären dazu verleiten, jüngste Tiefstände ins Visier zu nehmen.

Aave erleidet Liquidationen in Höhe von $27 million

Berichten zufolge entstanden die Verluste, nachdem das Collateral Asset Price Oracle (CAPO) von Aave eine Konfigurationsstörung erlitt.

CAPO ist ein externes Risikomanagement-Tool; eine Diskrepanz zwischen einem veralteten Snapshot-Verhältnis und dem zugehörigen Zeitstempel löste eine Fehlübereinstimmung aus, durch die das Orakel wstETH um 2.85% unterbewertete.

Das drückte bestimmte Kreditpositionen unter die Sicherheitsgrenzen und löste ungerechtfertigte Liquidationen aus.

Die Risikofirma Chaos Labs, die Aaves Oracle-Betrieb unterstützt, bestätigte den Fehler.

Die Plattform erklärte in einer Pressemitteilung, das Problem habe seinen Ursprung in nicht synchronisierten Parametern eines Smart Contracts und betreffe primär wstETH.

Das Ereignis führte zu einem Verlust von 345 ETH für Kreditnehmer.

Das Protokoll selbst verzeichnete jedoch keine Bad Debt.

Aave Labs-Gründer und CEO Stani Kulechov wies ebenfalls via X darauf hin, dass „es keine Auswirkungen auf das Aave Protocol gab.“

Er fügte hinzu: „Eine technische Fehlkonfiguration führte zur Liquidation von Positionen, die ohnehin schon nahe an ihren Liquidationsschwellen lagen.“

Dennoch markiert dies eine seltene, von einem Orakel ausgelöste Liquidationskaskade für Aave, das historisch gesehen $4.65 billion an Liquidationen verarbeitet hat, ohne systemische Ausfälle zu erleiden.

Laut einer Post‑Mortem‑Analyse von Chaos Labs wurde ein Fix implementiert.

Chaos-Gründer Omer Goldberg sagte: „alle betroffenen Nutzer werden vollständig entschädigt.“

https://twitter.com/omeragoldberg/status/2031501920318242847

Aave-Preis­analyse

Der AAVE‑Token notiert bei rund $109.30 und zeigt in den letzten 24 Stunden kaum Veränderung.

Er fiel von seinem Intraday‑Hoch von $114, was weitgehend mit der leichten Schwäche von Bitcoin und Ethereum übereinstimmt, obwohl BTC versucht, sich nahe $70,000 zu halten.

Der breitere Druck auf Risk‑Assets bedeutet, dass AAVE ebenfalls Schwierigkeiten hat, die Aufwärtsdynamik zurückzugewinnen. Verstärkend wirken die jüngsten Governance‑Probleme, bei denen die Aave Chan Initiative (ACI) den Aave DAO verlassen hat.

ACI kündigte den Schritt am 3. März 2026 nach Auseinandersetzungen über Abstimmungsdynamiken und Finanzierungen an.

ACI‑Gründer Marc Zeller nannte Governance‑Zusammenbrüche und plante eine viermonatige Abwicklung sowie die Übergabe der Infrastruktur.

Der AAVE‑Preis fiel inmitten dieser Entwicklungen deutlich und zog sich von Höchstständen um $125 auf rund $108 zurück.

Versuche der Bullen, eine Erholung einzuleiten, sind in der vergangenen Woche um $114 abgeflaut.

Der Ausblick bleibt kurzfristig vorsichtig; die Volatilität ist an das makroökonomische Sentiment gekoppelt, und der Krieg im Iran könnte frische Rückgänge katalysieren.

Aave-Preisdiagramm von TradingView

Die technischen Indikatoren zeigen primäre Unterstützung bei $104 und Widerstand bei $114. Gelingt es nicht, sich über $100 zu halten, könnten Verkäufer $75 oder tiefer ins Visier nehmen.

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