
Die US-Aktien begannen den August mit einem deutlichen Rückgang, als die Trump-Regierung gegenseitige Zölle gegen mehrere Länder ankündigte – mit Abgaben zwischen 10 % und 41 %.
Enttäuschende monatliche Arbeitsmarktdaten (Juli), die die anhaltende Schwäche des Arbeitsmarktes offenbaren, trugen weiter zu den Sorgen der Anleger bei und lösten einen deutlichen Rückgang des Benchmark-Index S&P 500 um bis zu 2,0 % aus.
Während diese Schlagzeilen am Freitag die Finanzmärkte erschütterten, bleibt das Gesamtbild positiv genug, um den Anlegern keine allzu große Sorge zu bereiten.
Tatsächlich gibt es zwingende Gründe, diesen Rückgang als eine gesunde Pause zu betrachten, vielleicht sogar als Kaufgelegenheit für die zweite Hälfte des Jahres 2025.
Der S&P 500 stand zur Konsolidierung an
Vor dem Ausverkauf am Freitag stieg der Benchmark-Index S&P 500 gegenüber seinem April-Tief um fast 27% und markierte damit eine seiner aggressivsten Rallyes in der jüngeren Geschichte.
Nach solch schnellen Fortschritten ist eine kurzfristige Abklingzeit nicht nur zu erwarten – sie ist sogar konstruktiv.
Technische Analysten stellen fest, dass der Index seit dem Frühjahr auf einer Welle der Aufwärtsdynamik geritten ist und Zeit brauchte, um sich zu stabilisieren, bevor er seinen Aufwärtstrend wieder aufnahm.
Frank Cappelleri von CappThesis zum Beispiel beschrieb den jüngsten Anstieg als “verdauungsfördernd” und deutete an, dass der Leitindex am Freitag lediglich eine Neukalibrierung durchgeführt habe, um seine “nächste Aufwärtsetappe” freizuschalten.
Einfach ausgedrückt könnte der erwähnte Rückgang der US-Aktien weniger auf Schwäche als vielmehr auf Nachhaltigkeit zurückzuführen sein.
Der August verläuft tendenziell schwach für den S&P 500 Index
Historisch gesehen sind sowohl der August als auch der September für US-Aktien tendenziell träge. Die saisonale Schwäche ist gut dokumentiert und spiegelt die Vorsicht der Anleger vor rückläufigen Gewinn- und makroökonomischen Entwicklungen wider.
Laut Andrew Thrasher, dem Gründer von Thrasher Analytics, hatte der Markt in den letzten Wochen nur sehr wenige große tägliche Schwankungen erlebt, was die Bühne für Volatilität bereiten kann, wenn schließlich eine Bewegung von 1,0 % eintritt.
In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung an die Kunden fügte Ari Wald von Oppenheimer hinzu, dass sich die Breite des Binnenmarktes auf dem jüngsten Höhepunkt verringert habe, da weniger Aktien an der Rallye teilgenommen hätten. Das Setup, kombiniert mit saisonalem Gegenwind, macht es nicht überraschend, dass der Benchmark-Index S&P 500 am Freitag einen leichten Rückgang erlebte.
Anleger, die mit diesen Mustern vertraut sind, wissen, dass die Schwäche im Spätsommer den breiteren Aufwärtstrend nicht unbedingt aus der Bahn wirft.
Oppenheimer sieht den S&P 500 auf 7.100 Punkte steigen
Trotz der jüngsten Turbulenzen bleibt Oppenheimer optimistisch, was die langfristige Entwicklung des S&P 500 angeht.
Die Investmentfirma hat derzeit ein Jahresendziel von 7.100 Punkten für den Referenzindex, was ein Aufwärtspotenzial von weiteren 14% gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert.
Ari Wald, der Leiter der technischen Analyse, räumte in seiner jüngsten Research-Notiz kurzfristige Schwachstellen bei Small-Cap- und Value-Aktien ein, betonte aber die Stärke von Large-Cap-Wachstumstiteln.
Er geht davon aus, dass sich die saisonale Konsolidierung im dritten Quartal fortsetzen wird, sieht dies aber als Setup für erneute Gewinne.
Für Anleger mit einem langfristigen Horizont bestärkt dies die Vorstellung, dass der Ausverkauf am Freitag eher ein Boxenstopp als ein Umweg ist.
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