
Venezuelas Inflationskrise verschärfte sich im März 2025, wobei die Verbraucherpreise laut dem venezolanischen Finanzobservatorium, einer unabhängigen Überwachungsgruppe, innerhalb eines Monats um 13,1 % stiegen.
Der Anstieg verschärft die bereits alarmierende jährliche Inflationsrate, die um 19 Prozentpunkte auf unglaubliche 136 % gestiegen ist.
Die Kerninflation – ohne die volatilen Preise für Nahrungsmittel und Dienstleistungen – entwickelte sich sogar noch schlechter und schoss auf 140 % in die Höhe, was die Schwere des wirtschaftlichen Zusammenbruchs des Landes verdeutlicht.
Bolívar-Abwertung
Der Bolívar, die venezolanische Nationalwährung, verlor im März 13 % seines Wertes gegenüber dem US-Dollar und verschärfte damit die finanzielle Krise.
Die anhaltende Abwertung deutet auf eine starke informelle Dollarisierung der Wirtschaft hin, was die politischen Handlungsspielräume der Regierung einschränkt.
Der steile Fall des Bolívar signalisiert auch eine erhöhte Anfälligkeit der Leistungsbilanz, was den ohnehin fragilen wirtschaftlichen Rahmen zusätzlich belastet.
Angesichts der steigenden Inflation und der Währungsinstabilität warnen Experten vor einer noch tieferen wirtschaftlichen Destabilisierung Venezuelas in den kommenden Monaten.
Steigende Preise treffen wichtige Sektoren.
Venezolanische Familien spüren die Auswirkungen der Inflation bei lebenswichtigen Gütern und Dienstleistungen.
Im März 2025 verzeichneten Haushaltsgeräte einen starken Preisanstieg von 16,7 %.
Die Dienstleistungen verzeichneten jedoch die dramatischsten Preiserhöhungen: Die Gaspreise stiegen um 56 % und die Abwassergebühren um 17 %.
Auch die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke stiegen sprunghaft an und legten im Vergleich zum Vormonat um 14 % zu.
Diese weit verbreiteten Preiserhöhungen treiben die Lebenshaltungskosten für die einfachen Venezolaner noch weiter in die Höhe.
Warum ist die Inflation in Venezuela außer Kontrolle?
Der Wirtschaftswissenschaftler Aldo Contreras wies darauf hin, dass die Inflationsrate Venezuelas im März auf 13,1 % gestiegen ist, nachdem sie im Februar um 12,8 % zugenommen hatte, was zu einer alarmierenden jährlichen Inflationsrate von 136 % führte.
Im Gespräch mit Invezz betonte Contreras, dass ein Haupttreiber der Inflation die mangelnde Transparenz der venezolanischen Zentralbank sei, da diese seit Oktober 2024 keine offiziellen Inflationsdaten mehr veröffentlicht habe.
Diese Intransparenz schürt die Skepsis am Markt und trägt zur wirtschaftlichen Unsicherheit bei, was es Unternehmen und Investoren erschwert, vorausschauend zu planen.
Ein weiterer Hauptfaktor für die galoppierende Inflation ist das explosive Wachstum der monetären Liquidität. Im Jahr 2025 stieg die Liquidität um 21,72 %, was darauf hindeutet, dass die Regierung Geld druckt, um ihr Haushaltsdefizit zu decken, und damit den Inflationsdruck weiter anheizt.
Gleichzeitig kämpft Venezuela mit einem starken Rückgang der Öleinnahmen, was die öffentlichen Finanzen weiter belastet und die Befürchtungen einer tieferen Rezession verstärkt.
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