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Pharma-Aktien verzeichneten am Donnerstag starke Kursgewinne, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, dass Pharmazeutika von der jüngsten Runde gegenseitiger Zölle auf globale Importe ausgenommen werden.

Die Ausnahmeregelung hat dem Sektor, insbesondere den indischen und europäischen Arzneimittelherstellern, die stark auf den US-Markt angewiesen sind, einen dringend benötigten Schub verliehen.

Analysten warnen jedoch davor, dass die Branche weiterhin von umfassenderen Zollrisiken bedroht ist.

Europäische Pharma-Aktien steigen, aber die Unsicherheit bleibt bestehen

Nach Trumps Ankündigung verzeichneten die Aktien großer Pharmaunternehmen in Europa und Asien Kursgewinne.

In Großbritannien legten AstraZeneca und GlaxoSmithKline (GSK) beide um etwa 1,5 % zu, während der Schweizer Pharmakonzern Novartis 0,69 % gewann.

Auch Sanofi aus Frankreich legte um 0,3 % zu.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche verlor jedoch 2,3 %, nachdem sein Multiple-Sklerose-Medikament Ocrevus in einer wichtigen klinischen Studie den primären Endpunkt verfehlt hatte.

Während die sofortige Befreiung von Arzneimitteln von der Industrie begrüßt wurde, warnen Analysten vor anhaltenden Unsicherheiten.

Sean Conroy, Healthcare-Analyst bei Shore Capital, wies darauf hin, dass ein Factsheet des Weißen Hauses darauf hindeutete, dass Pharmazeutika von den neuen Zöllen ausgenommen seien.

Er fügte jedoch hinzu: „Es ist noch etwas unklar, ob die umfassenderen Basiszölle von 10 % weiterhin auf importierte Medikamente und Impfstoffe erhoben werden könnten.“

Ähnlich wiesen Analysten von Bryan Garnier Research darauf hin, dass Trumps widersprüchliche Aussagen Raum für potenzielle zukünftige Zölle ließen.

Der US-Präsident hatte bemerkt, dass die Pharmakonzerne „mit voller Kraft in die USA zurückkehren werden, denn wenn sie das nicht tun, müssen sie hohe Steuern zahlen.“

Asiatische und indische Gesundheitsaktien legen zu

Auch asiatische Gesundheitsaktien legten zu, angeführt von indischen Generikaherstellern, obwohl der Gesamtmarkt rückläufig war.

Der CNX Pharma Index, der indische Pharmaunternehmen abbildet, legte um mehr als 3 % zu und verzeichnete damit seinen größten Tagesgewinn seit 10 Monaten.

Im Gegensatz dazu fiel Indiens Benchmark-Index Nifty 50 an diesem Tag um 0,25 %.

Sun Pharma, Cipla und Dr. Reddy’s Laboratories, die drei größten Arzneimittelhersteller des Landes nach Umsatz, legten zwischen 3 % und 6 % zu.

Indien, einer der größten Lieferanten von Generika in die USA, dürfte am meisten von der Ausnahmeregelung profitieren.

Die USA machten im vergangenen Geschäftsjahr fast ein Drittel, also 9 Milliarden Dollar, der gesamten indischen Pharmaexporte aus, wobei es sich größtenteils um kostengünstige Generika handelte.

Auch der japanische Pharmasektor profitierte, wobei Takeda Pharmaceuticals und Daiichi Sankyo um 2 % bzw. 2,7 % zulegten.

Der breitere japanische Nikkei 225 Index stürzte jedoch auf ein Achtmonatstief ab und spiegelte die Besorgnis der Anleger über die umfassenderen Auswirkungen der US-Zölle auf den Welthandel wider.

Japans Exporte in die USA waren ebenfalls beträchtlich und beliefen sich laut Daten des Marktforschungsunternehmens OEC im Jahr 2023 auf 6,34 Milliarden $.

Jefferies-Analysten merkten an, dass indische Arzneimittelhersteller zwar „vorerst aufatmen können“, das Risiko zukünftiger Zölle aber bestehen bleibt.

„Höhere Zölle zu einem späteren Zeitpunkt können nicht ausgeschlossen werden, aber vorerst ermöglicht diese Ausnahme indischen Unternehmen, ihren Wettbewerbsvorteil auf dem US-Markt zu erhalten“, sagte Jefferies in einer Mitteilung.

Was ist in den kommenden Tagen zu erwarten?

Mit Blick auf die Zukunft gehen Analysten davon aus, dass Pharmaunternehmen die Haltung der Trump-Regierung zu Handelspolitiken genau beobachten werden.

Bloomberg berichtete, dass die US-Regierung eine Untersuchung nach Abschnitt 232 zu Arzneimitteln, Halbleitern und kritischen Mineralien erwägt, ähnlich früheren Untersuchungen, die zu Zöllen auf Autos und Aluminium führten.

Tausif Shaikh, Analyst bei BNP Paribas Indien, erklärte: „Unter der Annahme, dass ein 10%iger Zoll auf Pharmazeutika erhoben wird, erwarten wir nur geringe Auswirkungen. Da der Sektor derzeit jedoch von Gegenzöllen ausgenommen ist, erwarten wir nach dem Rückgang des Nifty Pharma Index um 11 % seit Jahresbeginn eine Erholungsrallye.“

Obwohl die unmittelbaren Aussichten für Pharma-Aktien positiv erscheinen, bleibt die Branche anfällig für politische Veränderungen im anhaltenden US-Handelskrieg.

Investoren und Pharmahersteller werden die weiteren Entwicklungen in Washington genau beobachten.

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