
Während die US-Regierung unter Präsident Donald Trump und dem von Milliardär Elon Musk gegründeten „Department of Government Efficiency“ (DOGE) einen erheblichen Umbruch erlebt, werden Zehntausende von Bundesangestellten entlassen.
Das Ausmaß und die Geschwindigkeit dieser Abgänge haben laut einem AP- Bericht eine seltene Gelegenheit für ausländische Gegner wie Russland und China geschaffen, Insider-Bedrohungen zu rekrutieren.
Geheimdienst- und nationale Sicherheitsbeamte warnen davor, dass der Massenexodus eine ernsthafte Herausforderung für die Spionageabwehr darstellt, insbesondere da viele der Ausreisenden Zugang zu sensiblen Daten und Systemen in kritischen Behörden haben.
Die Zahl der Entlassungen übersteigt 100.000.
Historisch gesehen verlassen jährlich etwa 100.000 US-Bundesangestellte den Staatsdienst aufgrund von Ruhestand oder Stellenwechsel.
In nur drei Monaten dieses Jahres ist die Zahl jedoch weit über das übliche Niveau hinausgestiegen, angetrieben von einer koordinierten Umstrukturierungskampagne unter der Leitung von DOGE.
Zu den betroffenen Abteilungen gehören Behörden, die für Verteidigung, Handel, Energie und soziale Dienste zuständig sind – jede mit Zugriff auf geheime oder hochsensible Informationen.
Diese Behörden sind für die Speicherung und Verwaltung wichtiger Datensätze verantwortlich.
Das Büro des US-Handelsbeauftragten beispielsweise verfügt über Informationen zu laufenden Verhandlungen, die von ausländischen Regierungen ausgenutzt werden könnten.
Das Pentagon verwaltet detaillierte Aufzeichnungen über militärische Fähigkeiten, während das Energieministerium nukleare Geheimnisse schützt.
Selbst der Internal Revenue Service und die Social Security Administration verwalten digitale Infrastrukturen und Systeme, die von Angreifern potenziell ausgenutzt werden könnten.
Neue Ziele für ausländische Spione
Die im Bericht zitierten Experten sagen, die Spionagegefahr beschränke sich nicht mehr nur auf Geheimdienstmitarbeiter.
Immer mehr ausländische Rekrutierungsversuche zielen nun auf technisches Personal, Analysten und Beamte mit Zugang zu geheimen Systemen oder proprietären Daten ab.
Der ehemalige CIA-Offizier John Schindler beschrieb die Kürzungen bei DOGE als Erhöhung der Wahrscheinlichkeit, dass jemand abtrünnig wird.
Der ehemalige FBI-Agent Robert Hanssen und der ehemalige CIA-Offizier Aldrich Ames sind berüchtigte Beispiele dafür, wie ein einziger kompromittierter Mitarbeiter massiven Schaden anrichten kann.
Hanssens Verrat an US-Operationen in Russland führte zur Enttarnung und Hinrichtung amerikanischer Informanten im Ausland.
Diese historischen Fälle unterstreichen, warum selbst ein unzufriedener Mitarbeiter, der eine Bundesbehörde verlässt, gefährlich sein kann.
Die Befürchtung ist, dass mehr Abgänge – insbesondere abrupte Abgänge von Mitarbeitern, die sich schlecht behandelt oder desillusioniert fühlen – ein fruchtbares Umfeld für Rekrutierungsversuche ausländischer Agenten schaffen.
Rekrutierung über LinkedIn
Rekrutierungsstrategien entwickeln sich mit der Technologie weiter. Gegner müssen nicht mehr darauf warten, dass potenzielle Informanten in Botschaften erscheinen.
Laut dem Bericht können ausländische Geheimdienste mit Online-Tools wie LinkedIn ehemalige US-Regierungsangestellte, die auf der Suche nach einer neuen Anstellung sind, leicht identifizieren und kontaktieren.
Schindler wies darauf hin, wie einfach es ist, potenzielle Kandidaten online zu finden, indem man einfach nach Formulierungen wie „ehemals im Verteidigungsministerium, jetzt auf der Suche nach Arbeit“ sucht.
Auch die Verwendung gefälschter Stellenangebote und Vorstellungsgespräche durch Gegner, um ehemalige Mitarbeiter zur Preisgabe sensibler Daten zu verleiten, nimmt zu.
Einige Systeme beinhalten sogar die Gründung von Briefkastenfirmen und die Anstellung ehemaliger Beamter als „Berater“, die möglicherweise unwissentlich kritische Informationen weitergeben.
Diese Methode der indirekten Rekrutierung hat Präzedenzfälle. Russland hat zuvor unwissentlich Amerikaner bezahlt, um seine Ziele unter dem Deckmantel legitimer Verträge oder Arbeitsmöglichkeiten zu verfolgen.
Geheimdienstlecks werden untersucht.
Das Büro des Direktors des Nationalen Geheimdienstes (ODNI), geleitet von Tulsi Gabbard, hat zugesagt, gegen Informationslecks vorzugehen.
Während Gabbards jüngste Ankündigung sich hauptsächlich auf unautorisierte Medienveröffentlichungen konzentrierte, bestätigte das ODNI seine Absicht, alle Fälle unsachgemäßer Datenweitergabe zu untersuchen, einschließlich solcher, die möglicherweise ausländische Agenten betreffen.
Gabbards Büro erklärte, es habe interne Berichte von Mitgliedern der Geheimdienste erhalten, die zuvor Alarm wegen potenzieller Bedrohungen durch Insider geschlagen, aber ignoriert worden seien.
ODNI versprach, dass diese Warnungen „nicht mehr der Fall sein werden“.
Unterdessen betonen Cybersicherheitsexperten weiterhin die Notwendigkeit von Wachsamkeit.
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