Globale Investoren ziehen in beispiellosem Tempo Geld aus dem indischen Aktienmarkt ab und lenken die Mittel in einer signifikanten Verschiebung der Anlagetrends auf chinesische Aktien um.

In den letzten sechs Monaten haben ausländische Investoren fast 29 Milliarden Dollar aus indischen Aktien abgezogen – der höchste Abfluss, der jemals in einem vergleichbaren Zeitraum verzeichnet wurde.

Der Ausstieg erfolgt, nachdem der indische Aktienmarkt im September 2024 Rekordhöhen erreicht hatte.

Der Nifty 50 Index hat seitdem einen Rückgang von 13 % verzeichnet.

Unterdessen haben chinesische Märkte Investoren angezogen, angetrieben von neuem Optimismus hinsichtlich staatlicher Konjunkturprogramme und dem Versprechen von Wachstum im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Der Hang Seng Index in Hongkong ist seit Ende September um 36 % gestiegen und zieht damit Kapital an, das zuvor nach Indien floss.

Vermögensverwalter, darunter Morgan Stanley und Fidelity International, haben ihr Engagement in indischen Aktien reduziert und Gelder in chinesische Anlagen umgeschichtet.

Wirtschaftliche Bedingungen lösen einen Ausverkauf aus.

Indiens Aktienmarkt hatte von starken Unternehmensgewinnen und Wirtschaftswachstum profitiert, doch die verlangsamte Entwicklung in wichtigen Sektoren hat die Anlegerstimmung beeinträchtigt.

Steigende Inflation und hohe Zinsen haben die Unternehmensgewinne belastet. Die Unternehmen des Nifty 50 verzeichneten im Dezemberquartal nur ein Gewinnwachstum von 5 % – das dritte Quartal in Folge mit einstelligen Wachstumsraten.

Vor dieser Verlangsamung hatten die Unternehmen zwei Jahre lang zweistellige Gewinnsteigerungen verzeichnet, was den Markt besonders empfindlich für jegliche Anzeichen von Schwäche machte.

Infolgedessen hat der indische Aktienmarkt, der zuvor als attraktives Ziel für ausländische Investitionen galt, eine starke Korrektur erfahren.

Die Bewertungen waren außergewöhnlich hoch, da globale Investoren sich beeilten, das Wachstumspotenzial des Landes auszunutzen.

Bedenken hinsichtlich einer schwächeren Wirtschaftsentwicklung haben jedoch einen Ausverkauf ausgelöst, der seit September über 1 Billion Dollar an Marktwert vernichtet hat.

China zieht neue Kapitalzuflüsse an.

Während Anleger ihr Engagement in indischen Märkten reduzieren, gewinnt China aufgrund seiner aggressiven Konjunkturmaßnahmen und der sich erholenden Marktstimmung wieder an Gunst.

Peking hat eine Reihe von politischen Maßnahmen zur Stabilisierung seiner Wirtschaft eingeführt, darunter Anreize zur Unterstützung von Technologieunternehmen und erhöhte Investitionen in die Forschung im Bereich der künstlichen Intelligenz.

Ein wesentlicher Treiber dieses Wandels war der Erfolg des chinesischen Startups DeepSeek, der den Optimismus bei KI-bezogenen Aktien beflügelt hat.

Angesichts der starken Erholung des Hang Seng Index betrachten institutionelle Anleger China zunehmend als attraktivere Option, insbesondere angesichts der im Vergleich zu indischen Aktien relativ günstigen chinesischen Aktien.

Zum ersten Mal seit zwei Jahren hat China nun ein größeres Gewicht als Indien im Portfolio von Aubrey Capital Management – eine Verschiebung, die die breitere Marktstimmung widerspiegelt.

Vermögensverwalter sichern sich Gewinne aus dem Boom des indischen Aktienmarktes und verlagern Kapital nach China und in andere Schwellenländer Südostasiens.

Können sich indische Aktien wieder erholen?

Trotz des jüngsten Ausverkaufs bleiben einige Investmentfirmen optimistisch hinsichtlich der langfristigen Aussichten Indiens.

Obwohl Unternehmen wie Morgan Stanley und Fidelity International ihre Positionen reduziert haben, halten sie weiterhin eine Übergewichtung indischer Aktien.

Einige Analysten glauben, dass die Marktkorrektur eine Gelegenheit für langfristige Anleger darstellt, zu niedrigeren Bewertungen wieder einzusteigen.

Es bestehen jedoch weiterhin Abwärtsrisiken. Sollte sich das Wirtschaftswachstum Indiens weiter verlangsamen oder die Unternehmensgewinne schwach bleiben, könnten zusätzliche Kapitalabflüsse auftreten.

Andererseits könnte sich das Anlegervertrauen wiederherstellen, wenn sich die Inflation stabilisiert und die Zinssätze sinken, was möglicherweise den in den letzten Monaten beobachteten Abwärtstrend umkehren würde.

Derzeit beobachten globale Investoren die Wirtschaftsindikatoren in Indien und China genau, um zu bestimmen, wohin ihr Kapital als nächstes fließen wird.

The post Globale Investoren verlagern ihren Fokus von Indien nach China, da die Aktienabflüsse 29 Milliarden Dollar erreichen. appeared first on Invezz