
Argentiniens Präsident Javier Milei befindet sich im Zentrum eines Kryptowährungsskandals, nachdem ein von ihm beworbener Token, Libra, zu massiven Verlusten für Kleinanleger geführt hat.
Das Forschungsunternehmen Nansen schätzt, dass 86 % der Anleger in den Memecoin Geld verloren haben, was zu einem atemberaubenden Gesamtverlust von 251 Millionen Dollar führt.
Nach Mileis Unterstützung stieg der Marktwert von Libra kurzzeitig auf 4,5 Milliarden Dollar, brach dann aber schnell wieder ein und vernichtete die Gewinne der meisten Anleger.
Unterdessen strichen einige wenige Insider insgesamt 180 Millionen Dollar Gewinn ein. Der Skandal hat Bedenken hinsichtlich der Rolle politischer Persönlichkeiten auf den Finanzmärkten und der Risiken im Zusammenhang mit volatilen digitalen Vermögenswerten geweckt.
Javier Milei just DESTROYED the memecoin market: Hours ago, Argentinian President Milei launched a memecoin, $LIBRA, for “the growth of their economy.” Within 5 hours, over -$4.4 BILLION of market cap was erased. Is this the biggest rug pull in history? (a thread)
Die Solana-Blockchain ist ebenfalls in die Kritik geraten, da ihr Token und der Gesamtwert der gesperrten Vermögenswerte (TVL) nach dem Zusammenbruch stark eingebrochen sind.
Der rasante Aufstieg und Fall von Libra
Das Drama begann am Freitagabend, als Javier Milei seine Anhänger auf eine Website verwies, die angeblich Spenden für kleine Unternehmen in Argentinien über Libra sammelte.
Dies löste einen Hype auf dem Kryptomarkt aus, wobei automatisierte Handelsbots versuchten, Gewinne vorwegzunehmen. Innerhalb weniger Stunden stieg der Marktwert des Memecoins auf 4,5 Milliarden Dollar und zog Tausende von Kleinanlegern an, die auf schnelle Gewinne hofften.
Wie Nansens On-Chain-Daten später zeigten, hatte sich eine ausgewählte Gruppe von Wallets bereits in Position gebracht, um zu profitieren. Diese Insider liquidierten ihre Bestände schnell, während Kleinanleger zuströmten, was zu einem künstlichen Preisanstieg vor einem unvermeidlichen Absturz führte.
Als Milei seinen ursprünglichen Beitrag auf X fünf Stunden später löschte, war Libra bereits um 80 % von seinem Höchststand gefallen.
Kelsier Ventures, eines der Unternehmen hinter dem Start des Tokens, spielte Libra später als nichts weiter als einen Memecoin herunter.
Dies stand in starkem Kontrast zur ursprünglichen Darstellung als Instrument für Argentiniens angeschlagene Wirtschaft, was Händler in Zweifel darüber ließ, ob sie in die Irre geführt worden waren.
Stabilität von Solana
Der Zusammenbruch von Libra hat auch Befürchtungen über die Stabilität der Solana -Blockchain ausgelöst, auf der der Token neben Tausenden anderer spekulativer Kryptowährungen gehostet wurde.
Der Solana-Token stürzte von Freitagabend bis Dienstag um 20 % ab, während der Gesamtwert der im Netzwerk gebundenen Vermögenswerte laut DefiLlama-Daten von 12,1 Milliarden Dollar auf 8,29 Milliarden Dollar sank.
Investoren spekulieren nun darüber, ob weitere Memecoins ein ähnliches Schicksal erleiden könnten.
Die Kontroverse hat die Bedenken hinsichtlich der Risiken dezentraler Finanzprojekte (DeFi) neu entfacht, bei denen anonyme Insider die Tokenpreise manipulieren können, bevor sie ihre Bestände an ahnungslose Händler abstoßen.
Die Gegenreaktion auf Mileis Beteiligung am Libra-Skandal hat umfassendere Fragen zu politischen Unterstützungserklärungen im Krypto-Bereich aufgeworfen.
Als sich die Empörung in ganz Argentinien ausbreitete, kamen Zweifel auf, ob der Präsident selbst Opfer eines Betrugs geworden war oder ob sein Konto gehackt worden war.
Bis Montag versuchte Milei, sich von dem Fiasko zu distanzieren, indem er behauptete, er sei sich der Details des Projekts nicht bewusst gewesen, bevor er seinen Beitrag löschte.
Kritiker argumentieren, dass seine anfängliche Bewerbung des Tokens ohne vorherige Sorgfaltspflicht zu den massiven Verlusten der Kleinanleger beigetragen hat.
Der Zusammenbruch von Libra hat in Argentinien die Debatten über die Regulierung von Kryptowährungen und den Verbraucherschutz neu entfacht, wobei die Regulierungsbehörden nun unter Druck stehen, gegen die Spekulation mit Memecoins vorzugehen.
Obwohl der Kryptomarkt weitgehend unreguliert bleibt, könnte dieser Skandal die Diskussionen über rechtliche Rahmenbedingungen zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle in der Zukunft beschleunigen.
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