
China entschied sich am Donnerstag, seine wichtigsten Leitzinsen unverändert zu lassen, und signalisierte damit einen Fokus auf finanzielle Stabilität anstatt auf aggressive Zinssenkungen zur Unterstützung des Wirtschaftswachstums.
Die Chinesische Volksbank (PBOC) beließ den einjährigen Leitzins (LPR) bei 3,1 % und den fünfjährigen LPR bei 3,6 %.
Diese Referenzzinssätze, die die Kreditkosten für Unternehmen und Haushalte beeinflussen, werden monatlich auf der Grundlage von Vorschlägen ausgewählter Geschäftsbanken festgelegt.
Während der einjährige LPR hauptsächlich Geschäfts- und Konsumentenkredite betrifft, ist der fünfjährige Zinssatz ein wichtiger Referenzwert für Hypothekenkredite.
Die Entscheidung war weitgehend erwartet worden und deckte sich mit den Prognosen einer Reuters-Umfrage. Sie fällt in eine Zeit, in der Peking die Notwendigkeit wirtschaftlicher Anreize mit Bemühungen zur Vermeidung übermäßiger finanzieller Risiken in Einklang bringen muss.
Yuan-Stabilität und wirtschaftspolitische Prioritäten
Auf einer Finanzkonferenz in Saudi-Arabien am Sonntag betonte der Gouverneur der PBOC, Pan Gongsheng, dass die Aufrechterhaltung eines stabilen Yuan sowohl für die inländische als auch für die globale Finanzstabilität von entscheidender Bedeutung sei.
Er bemerkte, dass ein stärkerer US-Dollar Druck auf viele Währungen ausübt, der Yuan aber relativ stabil geblieben ist.
Seit dem Wahlsieg Donald Trumps im November hat die chinesische Währung jedoch um 2,5 % gegenüber dem Dollar abgewertet.
Pan betonte, dass China auf ein konsumgetriebenes Wachstum umsteigt und gleichzeitig sein Engagement für eine proaktive Fiskalpolitik und akkommodierende geldpolitische Maßnahmen im Jahr 2025 bekräftigt.
Die Zentralbank steht jedoch vor einer komplexen Herausforderung – die Verteidigung des Yuan-Wertes bei gleichzeitiger Ankurbelung einer sich verlangsamenden Wirtschaft.
China balanciert Währungsverteidigung und Wirtschaftswachstum.
Die Strategie der PBOC zur Stützung des Yuan stellt einen heiklen Balanceakt dar.
Ein schwächerer Yuan könnte Chinas Exportwettbewerbsfähigkeit steigern und seine Waren auf den globalen Märkten erschwinglicher machen.
Eine stärkere Währung erhöht jedoch die Importkosten und könnte die ohnehin schon schwache Konsumnachfrage weiter dämpfen.
Die wirtschaftlichen Aussichten Chinas werden durch die handelspolitische Haltung des neu vereidigten US-Präsidenten Donald Trump zusätzlich erschwert.
Seit seinem Amtsantritt im letzten Monat hat Trump zusätzlich zu den bestehenden Zöllen von bis zu 25 % einen weiteren Zoll von 10 % auf alle chinesischen Importe erhoben.
Die Eskalation der Zölle erhöht den externen Druck auf Chinas Wirtschaft und macht Pekings politische Entscheidungen in den kommenden Monaten noch wichtiger.
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