carlos ghosn nissan will be on losing end if it merges with honda

Nissan und Honda haben offiziell die Fusionsgespräche beendet, die zu einem 60 Milliarden Dollar schweren Autogiganten hätten führen können. Dies stellt für Nissan einen schweren Rückschlag dar, da das Unternehmen mit finanziellen Schwierigkeiten und der zunehmenden Konkurrenz chinesischer Hersteller von Elektrofahrzeugen zu kämpfen hat.

Die Gespräche, die erstmals im Dezember bekannt wurden, scheiterten an grundlegenden Meinungsverschiedenheiten, darunter Hondas Vorschlag, Nissan zu einer Tochtergesellschaft zu machen.

Da der Deal vom Tisch ist, steht Nissan nun unter zunehmendem Druck, sich umzustrukturieren und neue strategische Partnerschaften zu finden, um in einer sich schnell verändernden Automobilbranche wettbewerbsfähig zu bleiben.

Fusionspläne von Nissan und Honda wegen Streitigkeiten um die Kontrolle gescheitert

Honda und Nissan, Japans zweit- und drittgrößter Automobilhersteller, hatten eine mögliche Fusion erörtert, die das viertgrößte Autounternehmen der Welt nach Fahrzeugverkäufen geschaffen hätte, hinter Toyota, Volkswagen und Hyundai.

Die Gespräche wurden jedoch aufgrund unterschiedlicher Ansichten über Führungsstruktur und Machtverteilung schnell angespannt.

Quellen zufolge drängte Honda auf einen Fusionsrahmen, der Nissan als Tochtergesellschaft positioniert hätte. Dieser Schritt wurde von den Führungskräften von Nissan und dem Hauptaktionär, dem französischen Autohersteller Renault, als inakzeptabel erachtet.

Letztlich führte das Scheitern der Einigung über faire Bedingungen zum Zusammenbruch des Deals.

Trotz der Folgen haben beide Automobilhersteller bestätigt, dass sie ihre bestehende Technologie-Allianz fortsetzen werden, zu der auch Mitsubishi Motors gehört.

Diese Zusammenarbeit bleibt von entscheidender Bedeutung, da traditionelle Autohersteller nach Wegen suchen, dem rasanten Aufstieg chinesischer Elektroautohersteller wie BYD entgegenzuwirken, die ihren Marktanteil mit fortschrittlichen, softwaregesteuerten Fahrzeugen aggressiv ausbauen.

Die Probleme von Nissan verschärfen sich, da die Gewinne einbrechen

Die gescheiterte Fusion kommt für Nissan zu einem schwierigen Zeitpunkt, da das Unternehmen seit der Verhaftung des ehemaligen Vorsitzenden Carlos Ghosn im Jahr 2018 mit der Erholung von einer turbulenten Phase mit Führungswechseln und rückläufigen finanziellen Ergebnissen zu kämpfen hat.

Am Donnerstag senkte Nissan seine Jahresgewinnprognose zum dritten Mal und meldete einen weiteren starken Rückgang der Gewinne im dritten Quartal.

Im Rahmen seiner laufenden Umstrukturierungsbemühungen gab das Unternehmen Pläne bekannt, bis Juni eine Produktionsstätte in Thailand zu schließen. Zwei weitere Werksschließungen sollen folgen.

Nissan hatte zuvor angekündigt, 9.000 Arbeitsplätze abzubauen und die weltweite Produktionskapazität um 20 % zu reduzieren, um den Betrieb zu stabilisieren.

CEO Makoto Uchida räumte die Dringlichkeit der Situation ein und erklärte, dass die Lösung der finanziellen Probleme von Nissan oberste Priorität habe.

Er schlug außerdem vor, dass er nach einer klaren Erholung des Unternehmens bereit sei, als CEO zurückzutreten.

„Wenn ich sehe, in welche Richtung sich das entwickeln wird, bin ich natürlich bereit, den Staffelstab an die nächste Person weiterzureichen“, sagte Uchida auf einer Pressekonferenz.

Nissan prüft derzeit aktiv alternative Partnerschaften.

Da die Fusion mit Honda vom Tisch ist, sucht Nissan nun aktiv nach alternativen Partnerschaften, um seine Position zu stärken.

Brancheninsider spekulieren, dass der taiwanesische Elektronikhersteller Foxconn ein potenzieller Partner sein könnte.

Beide Unternehmen haben jedoch jegliche formellen Gespräche auf Managementebene bestritten.

Gleichzeitig überprüft Nissan seine Aktivitäten in China, wo das Unternehmen über ein Joint Venture mit Dongfeng Motor acht Fabriken betreibt.

Um die Ressourcen zu optimieren, hat das Unternehmen die Produktion in seinem Werk in Changzhou bereits eingestellt und muss möglicherweise die Kapazität in der Region weiter reduzieren.

Zunehmende Herausforderungen für traditionelle Automobilhersteller

Als die Fusionsgespräche am 17. Dezember erstmals bekannt wurden, stieg der Aktienkurs von Nissan um über 60 %, während Honda einen Anstieg von rund 26 % verzeichnete.

Da jedoch Zweifel an der Machbarkeit des Deals aufkamen, schrumpften die Gewinne beider Aktien. Nissan liegt nun 21 % und Honda 11 % über dem Stand vor der ersten Ankündigung.

Die gescheiterte Fusion unterstreicht die wachsenden Herausforderungen, denen sich traditionelle Autohersteller in einer sich schnell verändernden Branche gegenübersehen.

Da chinesische Autohersteller den Elektrofahrzeugsektor dominieren und geopolitische Faktoren – wie etwa mögliche US-Zölle auf aus Mexiko importierte Fahrzeuge – zusätzliche Risiken bergen, müssen sich Nissan und Honda in einem zunehmend komplexen globalen Markt zurechtfinden.

Für Nissan besteht die Priorität nun darin, seine Umwälzungsstrategie umzusetzen und neue Allianzen einzugehen, die ihm helfen, in einer Zukunft, die von Elektro- und selbstfahrenden Fahrzeugen dominiert wird, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Es wird erwartet, dass das Unternehmen innerhalb des nächsten Monats einen Bericht über seine Umstrukturierungsbemühungen vorlegen wird.

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