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Contemporary Amperex Technology Co. Ltd. (CATL), der weltweit größte Hersteller von Elektrofahrzeugbatterien, hat einen Antrag auf eine Zweitnotierung in Hongkong gestellt, was das größte Börsendebüt der Stadt seit Jahren werden könnte.

Der Schritt des in Shenzhen ansässigen Batteriegiganten, eines wichtigen Zulieferers von Tesla, Volkswagen und anderen großen Autoherstellern, unterstreicht die wachsende Rolle Hongkongs als Kapitalbeschaffungszentrum für chinesische Unternehmen.

Die lang erwartete Börsennotierung ist Teil einer breiteren Welle chinesischer Unternehmen, die nach Offshore-Finanzierung suchen. Analysten prognostizieren für dieses Jahr einen Anstieg der Börsengänge in Hongkong um 20 Milliarden Dollar.

CATL hat JPMorgan, Bank of America, Chinas CICC und China Securities International als Leadbanken für das Angebot benannt. Auch Goldman Sachs, Morgan Stanley und UBS sind an dem Deal beteiligt.

Die Notierung erfolgt jedoch zu einem heiklen Zeitpunkt für CATL.

Das Unternehmen wurde letzten Monat wegen angeblicher Verbindungen zum chinesischen Militär auf eine US-Schwarze Liste gesetzt, was potenzielle Herausforderungen für seine Auslandsexpansion mit sich bringen könnte.

In seinem Prospekt wies CATL die Bezeichnung als Fehler zurück und erklärte, man arbeite aktiv daran, sie zu entfernen.

Die Einschränkung schränkt die Geschäfte des Unternehmens mit bestimmten US-Behörden ein, hat jedoch keine direkten Auswirkungen auf seine weltweiten Geschäftsaktivitäten.

CATL könnte bis zu 7 Milliarden Dollar einnehmen

Obwohl CATL die genaue Größe oder den Zeitplan des Angebots nicht bekannt gegeben hat, gehen Marktanalysten davon aus, dass es je nach Marktbedingungen bis zu 7 Milliarden US-Dollar einbringen könnte.

Morgan Stanley hatte zuvor geschätzt, dass die Börsennotierung bis zu 7,7 Milliarden Dollar einbringen könnte.

Das Unternehmen beabsichtigt, die Mittel zur Beschleunigung seiner globalen Expansion zu verwenden, darunter eine neue Produktionsstätte in Ungarn und ein Joint Venture mit Stellantis in Spanien.

CATL investiert im Rahmen seiner umfassenderen Strategie zur Festigung seiner Position als dominierender Akteur auf dem Markt für Elektrofahrzeugbatterien auch in Batterieprojekte in Indonesien.

Trotz seiner Marktführerschaft hat CATL vor einem möglichen Umsatzrückgang von bis zu 11 % im Jahr 2024 aufgrund niedrigerer Produktpreise gewarnt.

Das Unternehmen, das seit acht Jahren in Folge mit einem Marktanteil von 38 % im Jahr 2024 die Spitzenposition in der globalen EV-Batterieindustrie innehat, meldete für 2023 einen Umsatz von über 50 Milliarden US-Dollar.

Für das vergangene Jahr erwartet das Unternehmen jedoch ein Nettogewinnwachstum von bis zu 20 %, das langsamste Tempo seit 2019.

Kann die Börsennotierung von CATL den Kapitalmarkt Hongkongs ankurbeln?

Der Börsengang von CATL wird voraussichtlich ein entscheidender Test für den Hongkonger Aktienmarkt sein, der in den letzten Jahren mit einem schwachen Transaktionsvolumen zu kämpfen hatte.

Die Kapitalmärkte der Stadt verzeichneten Anfang 2025 eine Erholung, die teilweise auf das wieder gewachsene Vertrauen der Anleger in chinesische Technologie- und Elektronikaktien zurückzuführen ist.

Der Hang Seng Index ist im vergangenen Monat um 13 % gestiegen, getrieben vom Optimismus nach Durchbrüchen in der künstlichen Intelligenz und einer günstigeren Wirtschaftsprognose.

„Es ist noch zu früh, um zu sagen, dass Hongkong wieder da ist“, sagte Gary Ng, leitender Ökonom bei Natixis, gegenüber der FT.

Die Börsennotierung von CATL „zeigt, dass Hongkong für chinesische Unternehmen, die Auslandskapital suchen, immer noch Vorteile bietet“, sagte Ng, fügte jedoch hinzu, dass „Aktieninvestoren aufgrund des verlangsamten Wachstums in China und der Geopolitik skeptisch gegenüber den Bewertungen bleiben“.

Auch die Investmentbanken Hongkongs dürften nur begrenzte Gewinne aus der erneuten IPO-Aktivität erzielen.

Die Financial Times berichtete kürzlich, dass der zunehmende Wettbewerb durch chinesische Banken die Gebühren für Geschäfte wie das von CATL unter Druck gesetzt hat und es globalen Banken dadurch schwerer macht, vom Börsengeldrausch zu profitieren.

In der stark gekürzten Anmeldung von CATL wurden auch Währungsrisiken erwähnt. Darin heißt es, dass Schwankungen des Renminbi die Fähigkeit des Unternehmens beeinträchtigen könnten, Dividenden in Hongkong-Dollar auszuzahlen.

Solche Bedenken spiegeln die größeren Unsicherheiten wider, die chinesische Unternehmen umgeben, die angesichts der volatilen Wirtschaftslage an Börsen im Ausland notieren möchten.

Während CATL seinen Börsengang in Hongkong vorantreibt, werden die Investoren genau beobachten, ob das Angebot den Börsengangmarkt der Stadt wiederbeleben kann und ob geopolitische Risiken weitere Hürden für seine globalen Ambitionen darstellen werden.

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