Die europäischen Märkte legten am Mittwoch zu, da die Anleger die nachlassenden Inflationsdaten aus den USA und Großbritannien verdauen konnten und dies den Optimismus für eine lockere Geldpolitik schürte.

Der paneuropäische Stoxx 600 stieg bis zum Nachmittag in London um 1,24 %, wobei die Aktien des Einzelhandels mit einem Anstieg von 2,44 % die größten Gewinne verzeichneten.

Der FTSE 100 stieg unterdessen um 0,9 %, da die britischen Anleiherenditen nach einer starken Abkühlung der Inflation fielen, was das Marktklima verbesserte.

Der Verbraucherpreisindex (VPI) des Vereinigten Königreichs ist im Dezember auf 2,5 % gefallen, wie das Office for National Statistics mitteilte. Damit widerlegte er die Prognosen der Ökonomen, die eine unveränderte Rate von 2,6 % erwartet hatten.

Dies ist ein bemerkenswerter Schritt näher an das Inflationsziel der Bank of England von 2 %, der möglicherweise den Weg für eine Pause bei den Zinserhöhungen ebnet.

Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen fiel um 13 Basispunkte auf 4,757 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit einer Woche. Die Rendite zweijähriger Staatsanleihen sank um 14 Basispunkte auf 4,462 %.

Auf der anderen Seite des Atlantiks gewannen die US-Aktienfutures an Schwung, da die Kernverbraucherpreisinflation im Dezember, ohne Nahrungsmittel und Energie, mit 3,2 % leicht unter den Erwartungen lag.

Der Headline-CPI lag mit 2,9 % im Einklang mit den Prognosen und stärkte die Hoffnung, dass die US-Notenbank ihr Tempo bei den Zinserhöhungen drosseln könnte.

Zu dem positiven Stimmungsbild trugen auch die starken Gewinne der großen US-Banken bei, die die globalen Märkte stützten.

JPMorgan Chase meldete Rekordgewinne, während Citigroup und Goldman Sachs die Erwartungen der Analysten übertrafen.

Branchenhighlights: Einzelhandel und Versorger übertreffen die Erwartungen

Die Aktien des Einzelhandels trieben den Stoxx 600 nach oben. Die Gewinne spiegeln das Vertrauen der Anleger in die Konsumtrends wider, da die Inflationsdruck nachlassen.

Auch die Versorgerbranche verzeichnete einen deutlichen Anstieg und profitierte von den niedrigeren Kreditkosten in ganz Europa.

Unterdessen schwankte das Geschäftsvertrauen in Großbritannien weiter.

Ein Bericht des Institute of Chartered Accountants in England and Wales (ICAEW) ergab, dass die Stimmung auf den niedrigsten Stand seit Ende 2022 gefallen ist, da die Unternehmen mit höheren Steuerlasten und schwachem inländischen Umsatzwachstum zu kämpfen haben.

Globaler Konzernfokus: Bayer erleidet Rückschlag vor Gericht

Der deutsche Pharma- und Biotechnologie-Riese Bayer musste einen weiteren Rückschlag hinnehmen, als eine US-Jury das Unternehmen dazu verurteilte, vier Klägern, die an einer Schule im US-Bundesstaat Washington giftigen Chemikalien ausgesetzt waren, 100 Millionen Dollar Schadenersatz zu zahlen.

Dies kommt zu den wachsenden rechtlichen Herausforderungen hinzu, mit denen Bayer im Zusammenhang mit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 konfrontiert ist, darunter über 125.000 Klagen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup.

Trotz der rechtlichen Turbulenzen stiegen die Aktien von Bayer am Mittwochmorgen um 0,7 % und spiegelten damit die Widerstandsfähigkeit des gesamten Geschäftsportfolios wider.

Britische Märkte profitieren von Inflationsrückgang

Die abnehmende Inflation in Großbritannien hat die Kreditkosten gesenkt und den Finanzmärkten eine Atempause verschafft.

Die Anleiherenditen sanken über alle Laufzeiten hinweg und reduzierten den Finanzierungsdruck sowohl für die Regierung als auch für Unternehmen.

Die Wirtschaftsdaten zeigten jedoch weiterhin anhaltende Bedenken, da ein schwaches Geschäftsklima die langfristigen Wachstumsaussichten bedroht.

Nachdem die europäischen Märkte einen starken Handelstag abgeschlossen haben, richten sich die Anleger auf die bevorstehenden Wirtschaftsindikatoren und Unternehmensgewinnabschlüsse, die weitere Klarheit über die wirtschaftliche Entwicklung der Region bringen werden.

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