
Die Zentralbank des südafrikanischen Landes Botswana erklärt, dass Kryptowährungen nur begrenzte Risiken für die wirtschaftliche Stabilität darstellen, hat jedoch Maßnahmen zur Regulierung des Sektors gefordert.
Laut der Bank von Botswana ist der inländische Markt für virtuelle Vermögenswerte noch klein und relativ unentwickelt und stellt daher keine unmittelbare Bedrohung für das finanzielle Wohlergehen des Landes dar.
Die rasante Entwicklung der globalen Krypto-Märkte und die zunehmende Integration des Krypto-Sektors in traditionelle Finanzsysteme könnten jedoch im Laufe der Zeit systemische Risiken mit sich bringen.
In seinem jüngsten Finanzstabilitätsbericht warnte die Zentralbank, dass diese Risiken, wenn sie nicht unter Kontrolle gebracht werden, zu größeren wirtschaftlichen Schwachstellen führen könnten.
Trotz der derzeit begrenzten Bekanntheit betonte die Zentralbank die Bedeutung präventiver Maßnahmen und forderte maßgeschneiderte Aufsichtsrahmen, die neben anderen Risiken wie Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, die durch anonyme Kryptotransaktionen angeheizt werden, auch Marktverstöße abdecken. Sie stellte fest:
Im Inland sind die Risiken, die von Krypto-Assets ausgehen, minimal, aber das anhaltende Fehlverhalten in diesem Bereich wirft regulatorische Bedenken auf. Die Regulierungsbehörden müssen daher wirksame Aufsichtsrahmen für den Sektor entwickeln.
Die Geldwäsche über digitale Zahlungskanäle wurde von den Botswanern als großes Problem eingestuft. Die Zentralbank warnte, dass die Anonymität, die bestimmte digitale Plattformen bieten, einen Nährboden für illegale Finanzströme schaffe.
Diese Kanäle ermöglichen es, Geld „mit relativ geringem Risiko der Entdeckung“ über Grenzen hinweg zu transferieren, was die Bemühungen zur Nachverfolgung und Abfangen verdächtiger Transaktionen erschwert, so die Bank.
Um solche Aktivitäten einzudämmen, forderte die Zentralbank die Schaffung klarer Regeln, um die Marktüberwachung zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen Finanzaufsichtsbehörden und Strafverfolgungsbehörden zu stärken.
Darüber hinaus möchte es, dass die Regulierungsbehörden sicherstellen, dass die Anbieter von virtuellen Vermögensdiensten die Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung vollständig einhalten.
Kryptowährungen und Geldwäsche
Aufgrund ihrer pseudonymen Natur und ihrer dezentralen Struktur werden Kryptowährungen seit langem dafür kritisiert, dass sie Geldwäsche, Betrug und andere illegale Aktivitäten erleichtern.
Dies hat zu verstärkten Durchsetzungsmaßnahmen, der Einführung strengerer Regulierungsmaßnahmen und der Aktualisierung bestehender Gesetze geführt, um den sich entwickelnden Risiken durch digitale Vermögenswerte besser begegnen zu können.
Obwohl die Zentralbank von Botswana diese Risiken anerkannte, war ihre Einschätzung im Vergleich zu den dringenden Warnungen und strengeren Positionen, die in anderen Rechtsordnungen häufig zu beobachten sind, bemerkenswert zurückhaltender.
So bezeichnete die schwedische Strafverfolgungsbehörde im September einige Cryptocurrency exchanges als „professionelle Geldwäscher“, nachdem sie eine Untersuchung wegen nicht lizenzierter Plattformen eingeleitet hatte.
Die Finanzmarktaufsicht des Landes hatte zuvor Alarm geschlagen, weil digitale Vermögenswerte, insbesondere Stablecoins, immer häufiger missbraucht werden, um Cyberangriffe, illegale Transaktionen im Darknet und Sanktionsumgehung im Zusammenhang mit geopolitischen Konflikten zu finanzieren.
Letzten Monat gab die Eurasische Gruppe zur Bekämpfung der Geldwäsche eine ähnliche Warnung heraus und betonte, dass sich böswillige Akteure zunehmend den Weg über Kryptowährungen suchen, um finanzielle Spuren zu verschleiern und illegale Gelder mithilfe gefälschter Identitäten und mehrstufiger Transaktionen über mehrere Plattformen zu waschen.
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